Julia Rögner mit Gewinnerurkunde des Irmler-Musikwettbewerbs der Universität Bamberg, Selbstporträt mi

Viele Preisträgerinnen und Preisträger bekunden ihre Freude mit Selfies: Hier Julia Rögner (Klavier) ...

Esther Schad

... und Esther Schadt (Klavier).

Clemens Hartmann

Clemens Hartmann (Violoncello)

Roman Pasyukov

Roman Pasyukov (Violine)

Stephan Schmidt

Stephan Schmidt (Tenorposaune, Tenorhorn, Euphonium).

Marie Hofmann und Theo Nirsberger

Marie Hofmann (Altsaxophon) und Theo Nirsberger (Schlagwerk)

- Florian Mayer

30 Jahre Irmler-Musikwettbewerb an der Universität Bamberg

Grund zur Freude und Anlass, dieses Jubiläum festlich zu begehen. Eigentlich!

Als feste Einrichtung prägt der seit 1990 stattfindende Irmler-Musikwettbewerb das universitäre Musikleben und ist zu einem Aushängeschild für die gesamte Universität geworden. Initiiert und getragen von Dr. Hermann Irmler († 1990) und seiner Frau Bärbel Irmler, Ehrensenator und Ehrensenatorin der Universität, wird unter den Studierenden am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik traditionell im Sommersemester dieser musikalische Wettstreit vor einem fachkundigen Publikum und zahlreichen interessierten Musikliebhaberinnen und -liebhabern ausgefochten. Eigentlich!

Ziel dieses Wettbewerbs ist es, die Studierenden zu überdurchschnittlichen vokalen und instrumentalen Leistungen zu motivieren und dann die besten musikalischen Interpretationen im Rahmen des Vortragsabends mit Urkunden und Geldpreisen zu honorieren. Eigentlich!

Anfangs speziell für das Instrumentalfach Klavier konzipiert, entwickelte sich die Ausrichtung des Wettbewerbs weiter und findet nunmehr in den Kategorien Solo, Begleitung und Ensemble statt. Gegenstand ist die künstlerische Darbietung eines Programms von etwa 20 bis 25 Minuten Dauer mit Stücken aus unterschiedlichen Epochen bzw. Stilrichtungen – eine anspruchsvolle Herausforderung, die nicht zuletzt von Examenskandidatinnen und -kandidaten gerne als Vorbereitung zur Prüfung wahrgenommen wird. Eigentlich!

Wie so viele Veranstaltungen im kulturellen Bereich, darunter die Konzerte der Reihe „Musik in der Universität“, drohte auch der Irmler-Musikwettbewerb der Corona-Pandemie zum Opfer zu fallen. Ursprünglich im Sommer angesetzt, konnte schließlich am 27. November 2020 der nunmehr XXXI. Irmler-Musikwettbewerb unter strengsten Infektionsschutzauflagen durchgeführt werden. Nicht nur wegen der coronabedingten Umstände sollte dieser zu einem der bislang außergewöhnlichsten Wettbewerbe werden.

Auffällig war die hohe Beteiligung, insbesondere von Studierenden, die eher am Anfang ihres Studiums stehen. Ähnlich groß war auch das Interesse der Öffentlichkeit, die über einen Live-Stream die Möglichkeit hatte, das Geschehen im Irmler-Musiksaal zu verfolgen und je nach Qualität der heimischen Sound-Anlage sich ein Konzerterlebnis der Extraklasse ins eigene Wohnzimmer zu holen. Auf diese Weise konnte auch Ehrensenatorin Bärbel Irmler „ihrem“ Wettbewerb beiwohnen. Lediglich der Jury war eine Teilnahme in Präsenz gestattet. So außergewöhnlich wie das Setting war auch die stilistische Bandbreite der Instrumentalisten. Obwohl sich zum Wettbewerb diesmal keine Sängerinnen und Sänger angemeldet hatten, blieb die gewohnte musikalische Vielfalt nicht aus. Clemens Hartmann etwa, der sich während des Studiums überwiegend im Gesang hervorgetan hat, wusste auf dem Cello zu überzeugen, und Marie Hofmann, die mit ihrem Saxophon einen der ersten Preise gewann, fungierte bei Theo Nirsberger (Schlagwerk) zusätzlich als Begleitung.

Aufgrund der durchwegs hochkarätigen Beiträge war es kein leichtes Unterfangen, die Preisträger zu ermitteln. Um allen herausragenden Leistungen gerecht zu werden und den Ergebnissen der jeweils aufsummierten Jury-Punkte Rechnung tragen zu können, wurden manche Preise mehrfach vergeben.

In der Solo-Kategorie konnten Julia Rögner (Klavier), Marie Hofmann (Altsaxophon) sowie Theo Nirsberger (Schlagwerk) je einen ersten Preis erzielen. Den zweiten Preis gewann Esther Schadt (Klavier). Clemens Hartmann (Violoncello) wurde mit dem dritten und Roman Pasyukov (Violine) mit dem vierten Preis prämiert. Mit je einem fünften Preis wurden Alexandra Kempf und Daniela Reh (beide Klarinette) bedacht. Das Blechbläserensemble „Vögele & friends“, bestehend aus Michael Philipp und Michael Selig (B- und C-Trompete, Flügelhorn, Piccolo-Trompete) sowie Stephan Schmidt (Tenorposaune, Tenorhorn, Euphonium) und Wolfgang Vögele (Tuba, Bassposaune) gewann den Ensemblewettbewerb, die jüngste Kategorie in der Geschichte des Wettbewerbes. Ehrensenatorin Bärbel Irmler war es ein Herzensanliegen, die ohnehin großzügig dotierten Preise anlässlich des 30-jährigen Wettbewerbsjubiläums noch aufzustocken.

Eigentlich war er ganz anderes geplant. Und trotzdem konnte der XXXI. Irmler-Musikwettbewerb, der sich 2020 in neuem Gewand und Format präsentierte, sein Ziel erreichen: Studierende zu herausragenden Leistungen zu motivieren und Freunde an Musik zu vermitteln. Ad multos annos, Musikwettbewerb!

Hinweis:

Diese Rezension verfasste Florian Mayer.