Daniela Sauer übernimmt die Juniorprofessur für Beratung im schulischen Kontext.

Den Kopf frei kriegen, Innehalten und Durchatmen – das gelingt bei Spaziergängen und Wanderungen mit ihrem Mann und Hund "Reggae", beim Yoga oder gemeinsamer Familienzeit.

- Tanja Eisenach

Immer gut beraten

Daniela Sauer übernimmt Juniorprofessur für Beratung im schulischen Kontext

Fehlende Motivation bei den Hausaufgaben, Konzentrationsschwächen oder Versagensängste: So manches Mal ist im Schulalltag guter Rat teuer und verständnisfördernde, ergebnisorientierte Kommunikation basierend auf  professionellem  Beratungswissen ein vielversprechender Weg, um Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern zu helfen. An diesem Punkt setzt Prof. Dr. Daniela Sauer an, nicht nur in der Forschung, auch in der Lehre. Die neue Juniorprofessorin für Beratung im schulischen Kontext möchte ihren Studierenden vermitteln, wie sie solche kniffligen Gesprächssituationen in ihrem späteren Berufsleben meistern können. Dank des Projekts WegE – Wegweisende Lehrerbildung. Entwicklung reflexiver Kommunikationsprozesse konnte diese Stelle neu geschaffen werden.

Worin besteht Ihr Selbstverständnis als Professorin?

Mir ist es ein besonderes Anliegen, meine Lehre und Forschung praxisnah zu gestalten. Ziel meines Lehrangebotes ist es, Studierenden bereits während ihres Studiums durch verschiedene Lehr- und Lernarrangements  den Nutzen theoretischer Modelle und empirischer Forschungsergebnisse für ihren späteren Beruf zu verdeutlichen. Gerade beim Thema Beratung und Gesprächsführung in Schule und Unterricht eröffnen sich  vielfältige Möglichkeiten sowohl im Bereich der jeweiligen Lehrveranstaltung als auch über die Zusammenarbeit mit Partnerschulen .

Meine Forschungsinitiativen im Rahmen der im WegE-Teilprojekt BERA-Beratung im schulischen Kontext  angegliederten Juniorprofessur haben zunächst den Aufbau und die Förderung von Beratungskompetenzen der Lehramtsstudierenden an der Universität Bamberg im Blick. Längerfristig möchte ich aber auch weiterführende Fragestellungen zur Beratungsaufgabe von Lehrkräften aus verschiedenen Forschungsperspektiven bearbeiten, zum Beispiel: „Wie nehmen Schülerinnen und Schüler sowie Eltern die Beratung durch Lehrkräfte wahr?“

Haben Sie ein besonders wichtiges / schönes / spannendes Forschungsprojekt, das Sie gerne kurz vorstellen möchten?

Aktuell befinden sich bereits zwei Seminarkonzepte in der Pilotierungsphase: das BERA-Beratungstraining sowie das Seminar BERA-Lernberatung.

Das BERA-Beratungstraining ist als Peer-Educatoren-Programm konzipiert: Zunächst vermitteln wir Studierenden die nötigen Kenntnisse, um selbst beratend tätig zu sein. In einem zweiten Schritt geben diese Multiplikatoren ihr Handwerkszeug wiederum an andere Lehramtsstudierende weiter. Auf diese Weise möchten wir möglichst vielen Bamberger Lehramtsstudierenden die Gelegenheit bieten, sich einen Grundstock an Beratungswissen und -kompetenzen anzueignen. Ein erster Baustein des BERA-Beratungstrainings ist konzipiert und wurde bereits Anfang des Wintersemesters 2016/2017 evaluiert. Aktuell arbeiten wir an der Fertigstellung  des BERA-Beratungstrainings sowie dem Trainerhandbuch für die Peer-Educatorenschulung. Im Sommersemester 2017 wird das komplette  Peer-Educatoren-Programm erstmals angeboten und evaluiert.

Was sind die wichtigsten Ziele als Lehrende bzw. Forschende in Ihren kommenden Jahren an der Universität Bamberg?

Im Fokus meiner Forschungs- und Lehrtätigkeit in den kommenden Jahren stehen zwei Vorhaben. Zum einen  werde ich mich damit beschäftigen ein fächerübergreifendes Modul „Beratung im schulischen Kontext“ in der Lehramtsausbildung der Universität Bamberg aufzubauen und nachhaltig zu verankern. Zum anderen gilt es, ein Ausbildungszentrum „Beratung in der Schule“ aufzubauen. Das Zentrum soll das an der Universität Bamberg bereits vorhandene Beratungswissen  bündeln und mit der Schulpraxis verzahnen. Geplant sind  verschiedene Angebote für Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Referendare und Studierende . Diese beiden Vorhaben gemeinsam mit dem BERA-Projektteam auf den Weg zu bringen empfinde ich als eine sehr sinnstiftende und gewinnbringende Aufgabe.

Verknüpft sind mit diesen Projektvorhaben Ziele wie zum Beispiel Conceptual-Change-Prozesse bei Lehramtsstudierenden anzuregen. Das kann unter anderem bedeuten, ein Alltagsverständnis von Beratung durch professionelle Konzepte zu ersetzen, Kompetenzen im Bereich der schulbezogenen Beratung anzubahnen und zu fördern sowie Interesse und Motivation der Studierenden hinsichtlich weiterer Qualifizierung in diesem Bereich anzuregen. Konkret schlagen sich diese Zielvorstellungen in verschiedenen Lehrveranstaltungen nieder, die sowohl beraterische Prozesskompetenzen aufbauen und fördern als auch handlungsfeldspezifisches Wissen, zum Beispiel zum Thema Lernberatung oder Gesundheit in Schule und Unterricht vermitteln.

Weitere Informationen zu den Arbeitsschwerpunkten von Daniela Sauer sowie zu ihrer Biographie finden Sie hier.