Fakultät WIAI – Code of Conduct für Studium und Lehre
Präambel
Die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) versteht sich als ein Ort der Bildung, Forschung und Innovation. Wir schaffen ein Umfeld, das von Respekt, Offenheit und Fairness geprägt ist und allen Mitgliedern – Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Mitarbeitenden – die Möglichkeit gibt, ihr Potential zu entfalten.
Unser Handeln orientiert sich an den Grundwerten der Universität Bamberg: Menschenwürde, Gleichberechtigung, Inklusion, Teilhabe, Demokratie sowie den im Grundgesetz verankerten Freiheits- und Gleichheitsrechten einschließlich Meinungsfreiheit im Rahmen respektvoller wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Dieser Code of Conduct für Studium und Lehre ergänzt das universitäre Leitbild Lehre und übersetzt dessen Prinzipien in konkrete Verhaltensgrundsätze für die Fakultätskultur. Er dient als Orientierungsrahmen und formuliert Erwartungen hinsichtlich des Verhaltens Einzelner sowie ihres Zusammenwirkens in Studium und Lehre. Er zeigt auf, welches Verhalten wir an unserer Fakultät erwarten.
1. Respekt, Fairness und Integrität
Wir begegnen einander wertschätzend und respektvoll – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion, sexueller Orientierung oder Beeinträchtigungen.
Wir tolerieren keine Diskriminierung, Belästigung und respektloses Verhalten an unserer Fakultät.
Wir verpflichten uns zu Ehrlichkeit und akademischer Integrität in allen Bereichen – Lehre, Forschung, Verwaltung und Miteinander.
2. Verhalten in Studium und Lehre
Gute Lehre schafft Raum für selbstbestimmtes, interessengeleitetes Lernen und fördert kritisches, logisches und kreatives Denken.
Studierende übernehmen die Verantwortung für kontinuierliches, selbstständiges Arbeiten entsprechend der Bologna-Vorgaben (ECTS-Workload) und bereiten sich gewissenhaft auf Lehrveranstaltungen vor. Sie unterstützen andere Studierende und tragen zum universitären Leben bei, bspw. in der Fachschaft, studentischen Initiativen oder der akademischen Selbstverwaltung.
Lehrende verstehen sich als Vorbilder und tragen aufgrund ihrer Rolle eine besondere Verantwortung für ein diskriminierungsfreies, respektvolles und inklusives Lernumfeld. Sie reflektieren ihre Lehrpraxis, sind offen für Feedback und greifen bei wahrgenommenem respektlosem oder diskriminierendem Verhalten aktiv und angemessen ein.
Respektvoller und wertschätzender Umgang in der Lehre umfasst
den wertschätzenden Einbezug aller Studierenden im Unterricht durch die Lehrenden,
den respektvollen Umgang der Studierenden untereinander,
pünktliches Erscheinen zu Lehrveranstaltungen sowie das Unterlassen von Störungen und anderen Tätigkeiten, die keinen Bezug zum Unterricht haben,
das engagierte Erbringen der mit einem Modul und den Veranstaltungsterminen in Verbindung stehenden Vor- und Nachbereitungstätigkeiten entsprechend der Modulbeschreibung durch die Studierenden und
das offene und gegebenenfalls vertrauliche Ansprechen von Verbesserungsmöglichkeiten und wahrgenommenen Missständen im Sinne dieses Code of Conducts durch Lehrende und Studierende.
Faire und transparente Leistungsbewertung ist ein wichtiges Merkmal guter Lehre. Kriterien und Anforderungen werden nachvollziehbar kommuniziert; Nachteilsausgleiche sichern gleichwertige Studien- und Prüfungsbedingungen.
Studierende wahren bei Prüfungsleistungen die akademische Integrität. Jegliche Formen von Betrug, wie Unterschleif, Plagiarismus, unerlaubte oder nicht ausgewiesene Nutzung des geistigen Eigentums anderer, werden unterlassen oder geahndet.
Die Nutzung von KI-Werkzeugen wird entsprechend den Modulzielen gestaltet; Lehrende kommunizieren zu Kursbeginn klar, welche Formen der KI-Unterstützung gegebenenfalls zulässig sind.
Wir achten auf Barrierefreiheit, Familienfreundlichkeit und Inklusion und schaffen Rahmenbedingungen, die eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen.
3. Zusammenarbeit und Kommunikation
Unsere Zusammenarbeit in Studium und Lehre ist geprägt von Vertrauen, Offenheit und Vertraulichkeit.
Kritik äußern wir konstruktiv, respektvoll und lösungsorientiert.
Entscheidungsprozesse in Fakultät und Gremien sollen transparent und nachvollziehbar gestaltet werden.
Kollegialer Austausch unter Lehrenden zur gegenseitigen Unterstützung und zum Teilen von „Good Practices“ in der Lehre ist zentraler Bestandteil unserer Fakultätskultur.
4. Lernumfeld, Digitalisierung und akademische Offenheit
Wir fördern die digitale Souveränität und akademische Unabhängigkeit.
Wir schaffen förderliche physische und digitale Lernumgebungen, die Gesundheit und Produktivität unterstützen.
Ausstattung, Infrastruktur und Lehrmittel werden familienfreundlich, barrierefrei und ressourcenschonend gestaltet.
Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung, indem wir die Entwicklung innovativer Lehrformate und digitale Kompetenzen fördern – bei Lehrenden wie bei Studierenden.
Wir verpflichten uns zu Prinzipien offener Wissenschaft durch transparenten Zugang zu Lehrmaterialien und Forschungsergebnissen, wo möglich und rechtlich zulässig.
Wir wahren Datenschutzstandards und sensibilisieren für informationelle Selbstbestimmung. Beispielsweise ist das Aufzeichnen von Lehrveranstaltungen in Ton und Bild ohne explizites Einverständnis der Lehrenden unzulässig.
5. Internationalität und Diversität
Wir fördern interkulturelle Kompetenzen und unterstützen internationale Studierende durch faire Rahmenbedingungen, transparente Verfahren und Anerkennung von Leistungen.
Lehrende und Studierende erweitern ihren kulturellen, sprachlichen und wissenschaftlichen Horizont, wo möglich und sinnvoll, durch Austausch, Gastdozierende, Exkursionen und gemeinsame Projekte im Rahmen internationaler Kooperationen.
6. Nachhaltigkeit
Wir handeln verantwortlich im Umgang mit knappen Ressourcen.
Lehrveranstaltungen und Projekte integrieren, wo fachlich relevant und passend, Nachhaltigkeitsbezüge und schaffen ein entsprechendes Bewusstsein.
Wir achten auf einen ressourcenschonenden Einsatz von Materialien, digitale Arbeitsprozesse und Kooperationen mit verantwortungsvoll handelnden Partnern.
Wir gehen achtsam mit den Einrichtungen der Universität um. Räume und ihre Einrichtungen, technische Ausstattungen und Lernmaterialien sind vor Beschädigungen und unachtsamer Benutzung zu bewahren.
Umsetzung und Ansprechstellen
Dieser Code of Conduct ist für alle Lehrenden und Studierenden der Fakultät WIAI verbindlich. Studierenden wird er auf geeignetem Wege während der Erstsemestereinführungstage und in der ersten Vorlesungswoche zur Kenntnis gebracht.
Dieser Code of Conduct dient der Prävention und Bewusstmachung. Er ist kein Instrument zur Sanktionierung oder juristischen Bewertung konkreter Verhaltensweisen. Für die Bearbeitung konkreter Verstöße gelten die universitären Regelungen, Richtlinien und Verfahren.
Im Fall wahrgenommener Verstöße soll, wo möglich, zunächst das direkte Gespräch zwischen betroffenen Studierenden und Lehrenden gesucht werden.
Ansprechstellen im Fall wahrgenommener Verstöße sind: Fakultätsleitung, insbesondere der Studiendekan oder die Studiendekanin, Prüfungsausschüsse, Gleichstellungsbeauftragte sowie weitere Beratungsstellen der Universität.
Der Code of Conduct wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.
