Vortrag 2: Die Rolle journalistischer Start-ups

Sebastian Esser, Vorstandsmitglied und Mitgründer des Online-Magazins Krautreporter, und Dr. Christopher Buschow, Kommunikationswissenschaftler und Experte für Medien-Start-ups, werden die Reihe N€WS im N€TZ am 23.01.2018 fortsetzen.

Am Dienstag, dem 23.01.2018 um 18.30 Uhr, geht die Vortragsreihe N€WS im N€TZ des Instituts für Kommunikationswissenschaft unter dem Motto „Die Rolle journalistischer Start-ups“ in die zweite Runde. Sebastian Esser, Vorstandsmitglied und Mitgründer des Online-Magazins Krautreporter, und Dr. Christopher Buschow, Kommunikationswissenschaftler und Experte für Medien-Start-ups, stellen im Rahmen einer Vortrags- und Diskussionsrunde neue journalistische Konzepte sowie Chancen und Risiken alternativer Finanzierungsmodelle vor. Eingeladen sind alle Interessierten, die Veranstaltung ist öffentlich (An der Universität 2, Raum 00.25) und kostet keinen Eintritt.

Sebastian Esser berichtet als Vorstandsmitglied und Mitinitiator der Krautreporter von seinen Erfahrungen als journalistischer Gründer. Zum Anschub seines Netzmagazins Krautreporter konnte er 2014 per Crowdfunding 900.000 Euro einwerben. Nach einer turbulenten Startphase, internen Umstrukturierungen – eine feste Redaktion ersetzt mittlerweile das vormals lose strukturierte Autorennetzwerk – wurde das Projekt schließlich in eine Genossenschaft umgewandelt. Heute scheinen die Krautreporter ein wirtschaftlich und programmatisch stabiles Konzept etabliert zu haben, bei dem laut Aussagen der Gründer nicht Inhalte verkauft, sondern – ganz im Sinne der Social Media – die Beziehung zu den Lesern monetarisiert werde.

Dr. Christopher Buschow vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover stellt die zentralen Ergebnisse seiner Studie Die Neuordnung des Journalismus vor. Darin hat Buschow insgesamt 15 Medienneugründungen wie etwa Krautreporter untersucht, um herauszufinden, ob es ihnen jenseits bewährter Strukturen gelingt, neue Angebote zu etablieren bzw. sie wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Im Jahr 2017 wurde Dr. Christopher Buschow für seine Studie mit dem zweiten Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften des Deutschen Studienpreises (Körber Stiftung) ausgezeichnet.

Die Vortragsreihe N€WS im N€TZ des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg beschäftigt sich bereits seit dem Sommersemester 2017 mit Journalismus- und Finanzierungskonzepten im digitalen Zeitalter sowie der Frage, wie sich Onlinejournalismus für Produzenten sowie Rezipienten auch in Zukunft lohnen kann. Den Auftakt der Reihe hatten im Juni 2017 Frank Förtsch, Chefredakteur der oberfränkischen Lokalzeitung Fränkischer Tag, und Gero Schmitt-Sausen, Geschäftsführer für die wirtschaftliche und inhaltliche Weiterentwicklung des zugehörigen Online-Portals infranken.de, bestritten.


Über Sebastian Esser:

Sebastian Esser studierte Politik und Soziologie an den Universitäten Bonn, Konstanz und an der Sorbonne. Redakteursausbildung an der Berliner Journalistenschule (18. Lehrredaktion), Redaktionsleitung des Magazins V.i.S.d.P. – Magazin für Medienmacher; Politikredakteur bei Vanity Fair Deutschland. Mit-Gründer von Spredder, einem Online-Shop für journalistische Texte, 2013 Gründung einer Crowdfunding-Plattform für journalistische Projekte. 2014 Gründung des Online-Magazins Krautreporter und 2016 von Steady, einer Community zur Finanzierung von People Powered Media.

Über Dr. Christopher Buschow:

Dr. Christopher Buschow ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitand am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er lehrt und forscht zu Unternehmertum in den Medien. Buschow ist Mitinitiator des Media Entrepreneurship-Programms am IJK, in dem seit 2013 mehr als 125 Medienstudierende in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle unterstützt wurden. Seine Dissertation zu Neugründungen im Journalismus wurde 2017 mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet.


Über N€WS im N€TZ

Die Vortragsreihe N€WS im N€TZ des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg beschäftigt sich bereits seit dem Sommersemester 2017 mit Journalismus- und Finanzierungskonzepten im digitalen Zeitalter. Die Reihe soll aufzeigen, welche Journalismus- und Finanzierungskonzepte im vernetzten Zeitalter möglich sind, und wie sich Onlinejournalismus für Produzierende sowie Rezipierende auch in Zukunft lohnen kann.

Über mehrere Semester hinweg werden deshalb Praktikerinnen und Praktiker unterschiedlicher Mediensparten sowie Forschende, die sich wissenschaftlich einschlägig mit dem Thema befassen, zum Vortrag mit anschließender Diskussion eingeladen. Damit soll ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit angeregt werden – alle Vorträge der Reihe sind deshalb kostenlos und für alle Interessierten frei zugänglich. Die Vortragsreihe N€WS im N€TZ wird nach aktuellem Planungsstand bis zum Wintersemester 2019/20 fortgesetzt.