Präsident Godehard Ruppert mit der neuen Vizepräsidentin (Mitte) und der Vorsitzenden des Universitätsrats Marianne Heimbach-Steins.

Universitätsrat wählt neue Vizepräsidentin

Maike Andresen wird Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs

Der Universitätsrat wählte am 22. Mai 2015 Maike Andresen mit überwältigender Mehrheit zur Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Neben der Förderung der internationalen Vernetzung möchte sie unter anderem auch Anregungen zu neuen Karrierewegen geben und ein Personalentwicklungssystem anstoßen. Dabei kann sie auch Erkenntnisse aus ihrer Forschungstätigkeit einbringen.

Neue Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bamberg ist ab dem Wintersemester 2015/2016 Prof. Dr. Maike Andresen, Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalmanagement. Am 22. Mai 2015 wurde sie vom Universitätsrat gewählt. In ihrem zukünftigen Amt will sie unter anderem die Arbeitsbedingungen insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessern und die Internationalisierung der Forschung fördern.

Offen für die Welt

Andresen ist selbst Teil des Verbundes „5C“, bei dem Forschende von sechs Kontinenten internationale Karriereverläufe betrachten, und forscht aktuell zur internationalen Mobilitätsbereitschaft. „Natürlich ist internationales Arbeiten aufwändig! Aber ich habe selbst erfahren, wie bereichernd es ist, in und mit anderen Ländern mit ihren Besonderheiten zu arbeiten“, so Andresen, die selbst deutsch-dänische Wurzeln hat. „Man kann von guten Praktiken und Ideen aus aller Welt lernen und eigene Erfahrungen weitergeben.“

Ihre Erfahrungen konnte sie bereits in der Projektgruppe Audit Internationalisierung der Hochschulen einbringen. Auf allen Karrierestufen vom Studium bis zur Professur ist Andresen die internationale Ausrichtung wichtig. „Ich möchte zum Beispiel die Einstellung von ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützen und internationale Verbund-Projekte fördern“, so die zukünftige Vizepräsidentin. Eine Voraussetzung dafür sei die Sprachkompetenz, die beispielsweise durch Spezialkurse in academic writing für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert werden könne.

Ein flexibles Laufbahnsystem

Als Professorin, die seit über zehn Jahren zum Personalwesen forscht, kann Andresen aus ihrer Arbeit Impulse einbringen. Seit etwa zwei Jahren ist das BMBF-Projekt „Fachlaufbahnen – Alternative Laufbahnentwicklung in Unternehmen“ abgeschlossen, das sie als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat begleitete. Es ging der Frage nach, wie Unternehmen neben den klassischen Führungs- auch Fachkarrieren aufbauen können. „Es hat sich deutlich gezeigt, dass fachliche Kompetenz nicht so hoch anerkannt ist wie Führungsverantwortung.“ Beispielsweise die Förderung einer gleichwertigen Ausstattung könne Anerkennung ausdrücken. „Das zieht sich von gleichen Budgets für Reisen und Konferenzen über das Mobiliar im Büro bis hin zur Gleichwertigkeit der weiteren Karriere- oder Entwicklungsalternativen.“

Im Kontext der derzeitigen Diskussionen um Karrierewege in der Wissenschaft möchte Andresen auch für die Universität Bamberg Anregungen zu einem Laufbahnsystem einbringen. Das Wort einer universitären „Laufbahn“ lässt vor dem inneren Auge das Bild einer einzigen geraden Straße entstehen. Die Realität sieht anders aus. Da führt ein Netz unterschiedlicher Pfade nach steilem Anstieg über Etappen wie Promotion, Akademische Rats-Stellen und Juniorprofessuren zur Professur.

Diese verschiedenen Wege durch ein geregeltes Laufbahnsystem mit drei verschiedenen flexiblen und durchlässigen Karrierepfaden an der Universität Bamberg zu bündeln und zu ebnen, ist einer der Vorschläge von Andresen. Die drei Wege zu einem Schwerpunkt auf fachlicher Kompetenz, wachsender Führungsverantwortung oder steigender Gremienerfahrung sollen dabei eine gleiche Wertigkeit besitzen. „So können sich unterschiedliche persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten am besten entfalten“, so Andresen. Einen einzigen festgelegten Verlauf soll die Wissenschaft als Beruf auch in Zukunft nicht nehmen, erklärt Andresen. „Die Wege, die es gibt, haben ihre Berechtigung und Vorzüge. Aber nun müssen sie ein wenig geordnet werden.“ Ein solches Personalentwicklungskonzept vorzulegen, wird derzeit immer häufiger seitens der Politik gefordert, wie die Diskussion um die Fortführung der Exzellenz-Initiative belegt.

Andresen möchte nicht nur Bestehendes verändern, sondern auch ganz neue Wege beschreiten. Trotz aller strukturellen Engpässe ist sie überzeugt: „Ein Tenure-System wäre auch für die Universität Bamberg denkbar.“ Es sieht vor, dass einer Bewährung auf einer befristeten Stelle eine langfristige Anstellung folgt. Das lässt das Risiko einer wissenschaftlichen Laufbahn sinken und schafft Sicherheit.

Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, hatte Andresen für die Position vorgeschlagen. Ab Oktober dieses Jahres gehört sie sechs Semester lang der Universitätsleitung an. Damit folgt sie auf die jetzige Amtsinhaberin Prof. Dr. Astrid Schütz, deren Amtszeit zum 30. September endet. Der Präsident freut sich auf die Zusammenarbeit mit Andresen: „Maike Andresen ist ebenso freundlich wie hartnäckig und gibt sich nicht mit dem Ist-Zustand zufrieden. Sie sucht Herausforderungen und Chancen. Das macht sie zu einem idealen Mitglied der Universitätsleitung, die sich permanent dem Spannungsfeld von nüchternem Realismus und überschießenden Ideen ausgesetzt sieht.“

Hinweis

Diesen Text verfasste Samira Rosenbaum für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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