Wünsch Dir was ...

... die meisten „Wunschbücher“ sind sehr schnell in den Regalen der fünf Teilbibliotheken zu finden.

- Andreas Christ

Wünsch dir was …

Über die Anschaffung wissenschaftlicher Literatur durch Studienbeiträge

Ein wichtiges Fachbuch fehlt im Bestand der Universitätsbibliothek? Das einzige Exemplar eines Standardwerkes ist schon wieder ausgeliehen und mehrfach vorgemerkt? Über die Möglichkeit eines Anschaffungsvorschlags kann dem abgeholfen werden – und mit den zusätzlichen Mitteln durch die Studienbeiträge stehen die Chancen ziemlich gut das ersehnte Buch bald im Regal zu finden.

Über 1,5 Millionen Medieneinheiten befanden sich Ende 2007 in den fünf Teilbibliotheken und Magazinen der Bamberger Universitätsbibliothek. Mehr als 4.000 verschiedene gedruckte Zeitschriften wurden laufend erworben, in elektronischer Form wurde der Zugriff auf fast 36.000 periodische Publikationen ermöglicht. Dazu kamen noch gut 331 Datenbanken. Zum Ende der Vorlesungszeit des Sommersemesters 2008 sind diese Zahlen allerdings längst nicht mehr aktuell, haben sich die Bestände weiter vergrößert. Und ein beträchtlicher Teil wurde mithilfe der Studienbeiträge angeschafft: „Im ersten Halbjahr 2008 wurden 2.524 Bücher und DVDs im Wert von 120.000 Euro aus Studienbeiträgen finanziert. Hinzu kommen Datenbanken wie JSTOR, Encyclopedia of Islam oder Early English Prose Fiction“, so Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek Bamberg, und weist auf die Möglichkeit hin, sich auf der Webseite der Bibliothek über alle aus Studienbeiträgen erworbenen Medien zu informieren.

Immer mehr nutzen die Vorschlagsmöglichkeiten

Aber es besteht auch die Möglichkeit aktiv an der Verwendung der Gelder mitzuwirken: Über ein Formular, das ebenfalls auf der Website zu finden ist, kann die Anschaffung benötigter Bücher angeregt werden. 744 solcher Vorschläge gingen in den Monaten Januar bis Juni bei den Bibliothekaren ein. „Allerdings mit steigender Tendenz“, erklärt Franke. „In den Monaten des Sommersemesters waren es bisher 170 pro Monat. Hinzu kommen Anschaffungsvorschläge, die direkt an die Fachreferenten oder Teilbibliotheken gehen.“ Ein Trend zu bestimmten Fachrichtungen lasse sich dabei nicht feststellen, die Nachfrage verteile sich über alle Teilbibliotheken. Die Frage nach den Chancen eines Vorschlags beurteilt er positiv: „Wenn Studienbeitragsmittel für das jeweilige Fach zur Verfügung stehen, erwerben wir alle Anschaffungsvorschläge, die für das Studium benötigt werden. Lediglich bei sehr speziellen Wünschen, die voraussichtlich nur einmal und danach nie wieder gebraucht werden, verweisen wir auf die Fernleihe. Die letztliche Entscheidung trifft der Fachreferent, das heißt der für das jeweilige Fach zuständige wissenschaftliche Bibliothekar. Er wertet auch Listen häufig ausgeliehener, vorgemerkter oder per Fernleihe bestellter Medien aus und erwirbt nach Möglichkeit diese Bücher auch in Mehrfachexemplaren.“ Der Qualität der Wünsche stellt Franke ein gutes Zeugnis aus, die meisten seien absolut sinnvoll und würden für das Studium benötigt. Nur die Anschaffung offensichtlich unwissenschaftlicher Literatur müsse abgelehnt werden.

Was nicht heißt, dass man keine belletristischen Vorschläge für die Studentenbücherei einreichen kann, diese dürfen jedoch nicht aus den zweckgebundenen Studienbeiträgen finanziert werden, sondern nur über den regulären Etat.

Nicht nur mehr Bücher, sondern auch mehr Service

Rund ums Buch hat die größere finanzielle Ausstattung der Universitätsbibliothek ebenfalls einige Verbesserungen gebracht: Die gewohnten Öffnungszeiten können in den Semesterferien aufrechterhalten, die Kosten für Fernleihen außerhalb des Bayerischen Bibliotheksverbunds gedeckt und Online-Tutorials erstellt werden. Diese virtuellen Kurse erleichtern den Studierenden den Umgang mit den verschiedenen Datenbanken.

Bibliotheksdirektor Franke hat noch weitere Pläne: „Wir würden zum Beispiel gerne weitere Scanner und Drucker anschaffen oder viel gefragte Bücher für die Studierenden digitalisieren, wenn dafür Mittel bereitständen.“ Darüber hinaus könne man, unter der Vorraussetzung entsprechender Geldmittel, über eine Erweiterung der Öffnungszeiten nachdenken, „andere Universitätsbibliotheken haben sonntags oder bis 24 Uhr auf“, skizziert er vielversprechende Möglichkeiten für die Zukunft.