Gemeinsam im Gespräch ausloten, welche Kooperationsmöglichkeiten es gibt. Das ist das Kernanliegen von KMUni.

"Brücken bauen - Synergien nutzen" - Universitätspräsident Ruppert empfing die Gäste.

Sport für Unternehmen: gezielt das Zusammenspiel beider Gehirnhälften zu trainieren, hat einen großen Effekt.

Bürgermeister Christian Lange und Landrat Johann Kalb waren sich einig: das Potenzial von Wissenstransfer ist für beide Seiten enorm.

Von der Uni für die Wirtschaft

Universität, Stadt und Landkreis luden zur Transferveranstaltung KMUni

Energieeffizienz und Systemoptimierung, Personalführung und Retourenmanagement – das Spektrum des universitären Know-Hows, das Unternehmerinnen und Unternehmer der Region interessieren könnte, ist breit. Und von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft profitieren beide Seiten. Darum luden Universität, Stadt und Landkreis zu einer Transferveranstaltung.

„Something is technically wrong“, „File error, date may have been lost“, „Unsere Systeme sind zur Zeit überlastet“ – welcher User kennt sie nicht, die zahllosen Fehlermeldungen auf dem Computer? Dass Systeme funktionieren und dabei passgenau auf Benutzer und Kunden abgestimmt sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Tom Gross vom Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion weiß, wovon er spricht: „Simple can be harder than complex“, zitiert er Steve Jobs und legt damit auch gleich sein eigenes Arbeitsmotto offen. Er ist Experte in der Analyse, Gestaltung und Bewertung menschen- und aufgabengerechter Computeranwendungen – und in deren Optimierung. „Wir entwickeln technologische Konzepte, Prototypen und Systeme auf der Grundlage des Verstehens von menschlicher Interaktion und Kommunikation.“

Auch sein Kollege Thorsten Staake, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Energieeffiziente Systeme, ist ein Optimierer, vor allem beim Energieverbrauch: „Wir haben ein Gerät entwickelt, dass den Energieverbrauch in der Dusche anzeigt (News zum Projekt). Das Erstaunliche ist: Viele Nutzer setzen sich wie von selbst ein Verbrauchsziel, und die Informationen führen zu einer Reduktion des Verbrauchs um 23 Prozent. Das entspricht rund 440kWh pro Jahr und Haushalt und ungefähr der Energie, die man einsparen würde, wenn man alle Lampen durch Energiesparlampen austauschen würde“, schildert Staake eins von drei aktuellen Beispielen aus seinem Arbeitsgebiet. Das Projekt beweist: „Feedback-Mechanismen ohne Zwang können zu sehr großen Effekten führen!“

Aktuelle Forschungsfragen und -ansätze

Die beiden Wissenschaftler aus der Angewandten Informatik und der Wirtschaftsinformatik waren zwei von sechs Vortragenden, die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Rahmen von KMUni – Wissenschaft trifft Wirtschaft ihre Expertise angeboten haben. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus der regionalen Wirtschaft waren der Einladung der Universität zusammen mit den Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis gefolgt, um sich über aktuelle Forschungsprojekte und -ansätze zu informieren und Impulse für ihre Unternehmen mitzunehmen.

Björn Asdecker, Mitarbeiter am Lehrstuhl für BWL, insbesondere Produktion und Logistik, sprach mit seinem Beitrag über gutes Retourenmanagement vor allem die Versandhändler an. Maike Andresen vom Lehrstuhl für BWL, insbesondere Personalmanagement, fragte nach der Zukunft der Arbeit und stellte Projekte vor, die sich Globaler Mobilität, Arbeitsflexibilisierung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der internationalen Karriereforschung widmen. Astrid Schütz vom Kompetenzzentrum für Angewandte Personalpsychologie bot Unterstützung in allen Fragen der Personalauswahl an, sei es als Coaching, Training oder in der Diagnostik. Zuletzt überraschte die Sportwissenschaft mit Einblicken in die neuronale Struktur des Gehirns und veranschaulichte die Bedeutung von gezieltem Training beider Gehirnhälften in einer gemeinsamen Übung. „Die Effekte von Bewegung auf das Gehirn sind immens“, erklärt Stefan Voll, Leiter des Sportzentrums. Bewegung steigere nicht nur das Wohlbefinden, es mache den Menschen auch klüger. Für die Arbeitswelt sei es daher unerlässlich, dass physische, psychische und soziale Komponenten sich im Einklang befänden. Sein Kollege Roland Back führte den Gästen aus der Wirtschaft abschließend noch vor, wie Unternehmen auch vom teamorientierten Hochleistungssport lernen können. Sind beispielsweise Regenerationsprozesse im Leistungssport längst wesentlicher Bestandteil des Trainings, werde ihnen im Arbeitsleben nach wie vor zu wenig Bedeutung beigemessen.

Was die drei Veranstalter Universitätspräsident Godehard Ruppert, Bürgermeister Dr. Christian Lange und Landrat Johann Kalb in ihren Eröffnungsworten in den Vordergrund gestellt hatten, fand seine Bestätigung im anschließenden Get together: Die Universität bietet für verschiedene Fragestellungen Expertise und Know-How, aber auch die nötigen Instrumente an. Die Kooperationsformen sind dabei vielfältig: Sie reichen von Arbeitskreisen, Workshops und Studienprojekten bis zu gemeinsamen Förderprojekten.  
In Zukunft sollten diese Möglichkeiten noch stärker ausgeschöpft werden, denn der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stiftet Mehrwert für beide Seiten.

Hinweis

Diesen Text verfassten Monica Fröhlich und Henriette Neef für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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