Dekan Klaus van Eickels (li.) mit den Lehramtskandidaten, die ihr Studium mit Auszeichnung abschlossen.

Godehard Ruppert überbrachte die Glückwünsche der Universitätsleitung.

Ulrich von Streitberg unterhielt mit getragenen und festlichen Melodien.

- Felicia Geuder-Hanslik

"Mit Optimismus und Tatkraft in den Beruf starten"

392 Lehramtskandidaten haben ihr Staatsexamen bestanden

Die Absolventinnen und Absolventen der Lehramtsamtsstudiengänge aus den letzten 12 Monaten wurden in der Aula der Universität feierlich verabschiedet.

Mit zahlreichen Verwandten und Bekannten waren ca. 100 zukünftige Lehrerinnen und Lehrer gekommen, um ihr erstes Staatsexamen zu feiern, so dass die altehrwürdige Dominikanerkirche der Universität Bamberg die große Besucherzahl kaum fassen konnte. Doch dies tat der Freude über den bestandenen Abschluss, der die Alumni zum Ausüben des Lehrerberufs berechtigt, keinen Abbruch.

In ihren Reden würdigten sowohl der Dekan der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften Prof. Dr. Klaus van Eickels als auch der Präsident der Universität Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert die Leistungen der Alumni und wünschten ihnen einen guten Start ins Berufsleben.

Mit Zuversicht in die Zukunft

„Das Staatsexamen berechtigt Sie zum Staatsdienst, der Magister zu nichts“, erfuhr Dekan van Eickels, als er selbst am Beginn seines Studiums vor der Frage stand, ob er ein Lehramtsstudium aufnehmen sollte. Ganz so einfach sei die Situation allerdings nie gewesen, weder in vergangenen Zeiten noch heute, revidierte er augenzwinkernd die Aussagen seiner damaligen Professoren: Die Einstellungschancen seien nicht nur von vorhersehbaren demographischen Faktoren, sondern auch von kurzfristigen politischen Entscheidungen abhängig. Auf dem internationalen Arbeitsmarkt sei das deutsche Staatsexamen kaum bekannt; um so wichtiger sei es, dass in Zukunft Lehramtsabsolventen in Bamberg parallel auch ohne größeren zusätzlichen Aufwand Bachelor-und Masterabschlüsse erwerben könnten.

Im Hinblick auf die derzeit wieder ungünstiger erscheinende Arbeitsmarktlage machte van Eickels den Alumni Mut: „Klagen über eine „Lehrerschwemme“ hat es schon vor dem Ersten Weltkrieg und seitdem in regelmäßigen Abständen immer wieder gegeben.“ Zwar habe sich in Deutschland (anders als etwa in Frankreich oder den USA) aufgrund der Verwerfungen der historischen Entwicklung im 20. Jahrhundert nie ein funktionierender Mechanismus des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt für Lehrer entwickelt; gleichwohl habe noch jede Generation von Lehramtsabsolventen ihre Möglichkeiten auf dem schulischen und außerschulischen Arbeitsmarkt gefunden. In jedem Fall hoffe er, dass die Universität Bamberg auch dem Jahrgang 2010 der Absolventen ihrer Lehramtsstudiengänge das nötige Rüstzeug gegeben habe, um mit Optimismus und Tatkraft in den Beruf zu starten.

Den eigenen Platz in der Gesellschaft finden

Auch Präsident Godehard Ruppert stellte fest: „ Qualität setzt sich immer durch“. Es sei vor allem für die Gesellschaft wichtig, dass Lehrer Verantwortung übernehmen und sich um ihre Schüler kümmern. Auch der Spaß solle beim Unterrichten nicht zu kurz kommen. Wie sein Vorredner versuchte er den Alumni die Sorge vor der Zukunft zu nehmen und bemerkte, die Empirie sei an keiner Stelle so schwach wie beim Lehrerbedarf und es sei müßig, sich auf ständig ändernde Prognosen wie diese zu verlassen. Besonders betonte er das Anliegen der Universität Bamberg, mit ihren Absolventen auch über den Abschluss des Studiums hinaus durch Alumniarbeit in Verbindung zu bleiben.

Er forderte die ehemaligen Studierenden auf, weiterhin Kontakt mit ihrer Universität zu suchen. Insbesondere die Lehramtsstudiengänge hätten hier einen hohen Stellenwert, da ungefähr 20 Prozent der Studentenschaft aus diesem Bereich kämen.

Auf Wiedersehen, schönes Bamberg

Zum Ausklang des Abends fand im Kreuzgang des Dominikanerbaus ein kleiner Umtrunk statt, bei dem sich die Alumni noch einmal über alte Zeiten austauschen konnten. Angesichts ihres bestandenen Abschlusses waren alle zwar erleichtert, für die meisten unter ihnen geht es im September aber auch schon weiter: Das Referendariat an einer Schule steht an und damit rückt das Studium schon wieder in weite Ferne. „Ich werde die Leute und die Stadt vermissen“, erklärte eine Absolventin, „aber auch die Möglichkeit, mir die Zeit frei einzuteilen und eigenständig zu arbeiten, wird mir fehlen.“ Die Tatsache, in Bamberg studiert zu haben, wurde allgemein als positiv bewertet: „Ich hätte nirgendwo anders hingewollt – die Stadt war genial“, schwärmte ein Alumnus. Man habe sich hier gleich eingelebt und die Atmosphäre sei vor allem wegen der Größe der Universität sehr angenehm. Schwierigkeiten wurden jedoch darin gesehen, dass Lehramtsstudierende bei Studierenden anderer Abschlüsse oft kein Ansehen genössen. Auch die Raumsituation sei manchmal problematisch gewesen. Dennoch waren sich letztendlich alle in einem einig: „Schade, dass das Studium vorbei ist!“