Skifahren gehört zu ihren liebsten Beschäftigungen...

...wenn Marianne Schüpbach nicht an der Universität ist.

Einen guten Start in die Schullaufbahn ermöglichen

Marianne Schüpbach ist neue Inhaberin des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und -didaktik

Prof. Dr. Marianne Schüpbach liebt das Reisen und könnte sich vorstellen, auf Hawaii zu leben. Auch im überschaubaren Bamberg fühlt sie sich sehr wohl. Im Interview berichtet sie von ihrer Forschung zu den Jüngsten im Bildungssystem und davon, was sie ihren Studierenden mit auf den Weg geben möchte.

Akademisches Leitbild

Worin besteht Ihr Selbstverständnis als Professorin?

Als Professorin möchte ich die Studierenden für mein Fach begeistern und ihnen eine wissenschaftliche Grundlage mit auf den Weg geben. Es ist mir ein Anliegen, dass sie empirische Befunde in den verschiedenen Themenbereichen der Grundschulpädagogik kennen lernen, sie zur eigenen kritischen Auseinandersetzung herangeführt werden und ihre eigene Urteilkraft schärfen. Sie sollen methodische-didaktische Handlungsmöglichkeiten kennen lernen und ein erstes Mal erproben.

Es ist mein Ziel, an der Universität Bamberg praxisrelevante Grundlagenforschung auf internationalem Niveau durchzuführen. In den Forschungsprojekten soll wissenschaftlicher Nachwuchs die Möglichkeit zur gezielten Qualifikation haben. Gerade in der Grundschulpädagogik gibt es in Deutschland seit einigen Jahren einen Mangel an berufspraktisch und wissenschaftlich qualifiziertem Nachwuchs, dem ich hier an der Universität Bamberg entgegenwirken möchte.

Warum sollte man heute Ihr Fach studieren?

An einer Grundschule ist man mit den Jüngsten im Bildungssystem beschäftigt! Man kann den Kindern einen guten Start in ihre Schullaufbahn ermöglichen. Die Bildung ist in unserer Gesellschaft eine wichtige Grundlage. Das Studium Lehramt an Grundschulen bereitet die Studierenden auf die interessante Tätigkeit mit den Schülerinnen und Schülern vor. Gerade heute werden in Deutschland gute und motivierte Lehrpersonen gebraucht. Die Grundschulpädagogik und -didaktik vermittelt dabei eine wissenschaftliche Grundlage und eine gute erste berufspraktische Einführung.

Haben Sie ein besonders wichtiges/schönes/spannendes Forschungsprojekt, über das Sie gerne berichten möchten?

Ganztägige Bildung von Schülerinnen und Schülern im Schulalter ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Zahlreiche Ganztagsschulen in Deutschland und auch in Bayern wurden in den letzten Jahren aufgebaut. Man erhofft sich unter anderem erweiterte Gelegenheiten zum Bildungserwerb für alle Kinder in Ganztagsschulen und eine bessere Förderung hinsichtlich der Schulleistung, der sozio-emotionalen Entwicklung und eine bessere Chancengleichheit. In den letzten Jahren habe ich mich im Rahmen verschiedener Studien mit dem Thema Ganztagsschule und der Entwicklung von Grundschulkindern beschäftigt.

Eine meiner Studien vergleicht Grundschülerinnen und Grundschüler, die Ganztagsschulen nutzen, und solche, die mittags nach Hause gehen. Mich interessiert, wie sich ihre Mathematik- und Sprachleistungen und ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten entwickeln. Eine andere Studie fragt nach Bildungsbenachteiligungen und ob und wie Ganztagsschulen eine ungünstige soziale Herkunft kompensieren können. Außerdem erforsche ich die Angebote der Ganztagsschule, ihre pädagogische Qualität und die Kooperation zwischen den pädagogischen Akteuren an Ganztagsschulen sowie den Eltern.

Rund ums Studieren

Was sehen Sie als den größten Unterschied zwischen Ihrer Studienzeit und der heutigen Situation der Studierenden?

Während meines Studiums der Erziehungswissenschaft war an der Uni alles noch etwas weniger stark strukturiert und getaktet. Ich habe mein Studium als eine Zeit erlebt, in der ich mich in verschiedene Bereiche einlesen und einarbeiten sowie nach meiner Tätigkeit als Grundschullehrerin sehr vieles reflektieren konnte. Dafür bleibt Studierenden heute nicht mehr so viel Raum.

Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Während meines Studiums arbeitete ich immer wieder für ein paar Wochen als Grundschullehrerin beziehungsweise war in Teilzeit an einer Grundschule tätig. Außerdem war ich an der Universität als Hiwi angestellt.

Was wäre wenn …

Welche Berufe wären für Sie noch in Frage gekommen und warum?

Eine Beraterinnentätigkeit als Psychotherapeutin hätte ich mir gut vorstellen können. Ich fand und finde das sehr spannend.

Wie würden Sie ein freies Jahr nutzen?

Ich liebe das Reisen! Ich würde das Jahr für eine Weltreise nutzen. Halt machen würde ich sicher auf Hawaii, in den Anden, in Patagonien, auf den Osterinseln, auf Fidschi und in Neuseeland.

Reisen und fremde Länder

In welches Land reisen Sie gerne?

Ich reise immer wieder gerne in die USA.

In welchem Land könnten Sie sich vorstellen zu leben?

Auf Hawaii, in den USA. Da ist es das ganze Jahr angenehm warm, es gibt viele ruhige Orte und wenn es einem doch zu ruhig wird, ist man schnell wieder in einer Großstadt wie Honolulu.

Tugend & Laster

Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?

Wenn mich etwas sehr interessiert, kann ich mich sehr ausgiebig und tiefgründig mit einer Thematik auseinandersetzen.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass wir eine langjährige intensive Freundschaft pflegen. Die hält auch, wenn es zwischenzeitlich auf beiden Seiten Veränderungen gibt.

Lebensmotto & Lebenspraxis

Haben Sie ein Lebensmotto?

Ich halte es mit der Goldenen Regel: Behandle andere Menschen so, wie du behandelt werden willst.

Haben Sie eine Lieblingsbeschäftigung jenseits von Forschung und Lehre?

Skifahren!

Sport, Musik, Kultur

Welche Sportarten mögen Sie (aktiv oder passiv)?

Ich fahre wie gesagt sehr gerne Ski und gehe regelmäßig joggen. Beides macht mir viel Freude und entspannt mich sehr.

Spielen Sie ein Instrument? Bei welchen Gelegenheiten?

Ich spielte als Kind und als Jugendliche Blockflöten – vom Sopranino bis zur Bassflöte – in einem Ensemble. Wir hatten zahlreiche nationale und internationale Auftritte. Leider habe ich heute kaum mehr Zeit zum Flötespielen.

Essen und Trinken

Ihre liebste Biersorte?

Seit ich in Bamberg lebe, ist es das Alt-Bamberger Weißbier!

Bevorzugen Sie eine bestimmte Küche?

Ich liebe die Japanische Küche! Sehr gerne habe ich Sushi, liebe aber auch viele andere Gerichte aus Japan.

Leben in Bamberg

Was schätzen Sie an Bamberg?

Ich schätze die Überschaubarkeit der Stadt, ich kann fast überall hin zu Fuß gehen. Besonders schön finde ich, dass die Universität über die ganze Altstadt verteilt ist und ich in der Altstadt und nicht auf irgendeinem Campus arbeite. Mein Mann und ich haben hier eine sehr hohe Lebensqualität vorgefunden.

Haben Sie schon einen Lieblingsplatz oder eine Lieblingslokalität in Bamberg?

Als Liebhaberin der Japanischen Küche habe ich bereits ein sehr gutes Restaurant entdeckt: das Koi.

Kurzvita

www.uni-bamberg.de/grundschulpaed/personen/prof-dr-marianne-schuepbach/