In der Vorwoche des Wahltags sind die Fachschaften mit Informationsständen zu den Hochschulwahlen präsent. Hier informieren v.l. Anna Schaller, Anna Heinz und Melanie Fontana für die Fachschaft GuK.

"I am the one who votes" - Mit Anspielungen auf Herr der Ringe und Breaking Bad fordert die Studierendenvertretung auf, wählen zu gehen.

„Optimal wäre es, von allen 13.000 Studierenden das Mandat zu erhalten.“ Paul Hummer war drei Jahre im Konvent und zwei Jahre als Senator aktiv.

"Optimal wäre ein Mandat von 13 000 Studierenden"

Am 23. Juni finden Hochschulwahlen statt

Informationsstände, Hochschulgespräche, Facebookkampagnen. Die Hochschulwahlen rücken näher. Am 23. Juni heißt es: Wählen gehen! Neben den anderen Gruppen der Universität können auch Studierende ihre  Fachschaft sowie ihre Vertretung in studentischem Konvent und Senat bestimmen. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen seit Monaten.

Die Infoplakate sind ausgerollt. Auf einem Bierzelttisch tummeln sich Flyer. „Nächsten Dienstag wählen gehen!“, ruft Anna Schaller. Dann nochmal. Und nochmal, während eine Traube Studierender an ihr vorbei Richtung Mensa läuft. Ihnen drückt sie im Vorbeigehen einen Wahl-Info-Zettel in die Hand – auf dem ist erklärt, wie die Hochschulwahlen funktionieren. Ein paar Meter weiter steht Melanie Fontana und erläutert einem Erstsemester, in welchen universitären Gremien Studierende vertreten sind. Seit elf Uhr morgens machen Anna und Melanie von der Fachschaft Geistes- und Kulturwissenschaften Werbung für die Hochschulwahlen.

„Wir setzen uns dafür ein, dass endlich mehr Studierende an der Wahl teilnehmen. In den vergangenen Jahren gaben nur etwas mehr als 10 Prozent ihre Stimme ab. Das soll sich ändern!“, so die Studentin der Kommunikationswissenschaft. „In der Vorwoche der Wahlen sind wir jeden Tag vor der Mensa in der Austraße und informieren über die Wahl.“ Ähnlich sieht es auch an den anderen Universitätsstandorten aus. Am Campus Feldkirchenstraße verteilt die Fachschaft SoWi Flyer, auf der ERBA die Fachschaft WIAI. Rund um das Markusgelände hat die Huwi-Fachschaft Pavillons aufgestellt.

„Wen wählt man da eigentlich?“

Kommt Anna mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen ins Gespräch, geht es oft um grundlegende Fragen. „Wen wählt man da eigentlich?“ - ist eine Frage, die die Studentin oft gestellt bekommt. Dann fängt sie mit Hilfe von Informationsmaterialien, die alle studentischen Gruppierungen gemeinsam erarbeitet haben, an zu erklären: Gewählt werden die Fachschaft sowie die studentischen Vertreterinnen und Vertreter in den studentischen Konvent und den Senat. Die Listen mit den Kandidatinnen und Kandidaten sind im Internet einsehbar.

Alle Studierenden wählen an der Fakultät, an der ihr Hauptfach angesiedelt ist. Studierende der Geschichte wählen beispielsweise an der GuK, Studierende der Betriebswirtschaftslehre an der SoWi. Dementsprechend befinden sich auch die Wahllokale an unterschiedlichen Standorten. Gewählt wird zum einen die eigene Fachschaft. Die entsendet Vertreterinnen und Vertreter in den Fachschaftenrat - eine Art Parlament der Fachschaften - sowie in den jeweiligen Fakultätsrat. „Der Fakultätsrat ist das höchste Organ einer Fakultät“, erklärt Anna. Neben zwei studentischen Vertreterinnen und Vertretern umfasst er Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Frauenbeauftragte der Hochschule. Im Fakultätsrat werden beispielsweise Berufungsverfahren und Neubesetzungen von Ämtern debattiert, Änderungen der Modulhandbücher besprochen sowie allgemein Themen, die aktuell an der Fakultät eine Rolle spielen, diskutiert.

Bei den Wahlen zum Fakultätsrat gibt es jeweils eine Fachschaften-Liste. Anders verhält es sich bei den Wahlen zu studentischem Konvent und Senat: Hier konkurrieren mehrere Listen gegeneinander. Insgesamt sechs Gruppierungen beziehungsweise Kooperationen stellen sich der Wahl zum studentischen Konvent. Für den Senat gibt es zwei. Die Unabhängige Studierendeninitiative (USI), der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die Liberale Hochschulgruppe (LHG) bilden eine gemeinsame Liste namens „USI und Freunde“. Die Grüne Hochschulgruppe (GHG), die Liste AStA & Fachschaften (LAF), der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) und die Jusos haben sich zur „Bunten Linken Liste“ zusammengeschlossen.

Konvent als Meinungsbildungsgremium und Senat als oberstes Beschlussorgan

„Der Konvent ist primär ein Meinungsbildungsgremium“, erklärt Paul Hummer. Paul ist aktuell stellvertretender Vorsitzender des studentischen Konvents. „Im Konvent wird alles besprochen, was ins studentische Leben hineinreicht wie Anwesenheitspflicht oder überfüllte Hörsäle.“ Ein Mittel des Konvents hierbei sind unter anderem Stellungnahmen an Universitätsleitung und sonstige Gremien. Oft reichen die Aktivitäten des Konvents aber auch über die Universitätsgrenzen hinaus. Beispielsweise steht der AK Kommunal mit dem Studentenwerk Würzburg hinsichtlich des Konversionsgeländes in engem Kontakt. „Wir wollen frühzeitig die Möglichkeit andenken, studentischen Wohnraum zu erschließen“, so Paul. Besonders wichtig ist ihm der Hinweis: „Im Konvent sind 19 gewählte Mitglieder - aber auch alle anderen Studierenden können in den AKs mitwirken.“

Als drittes Gremium wählen die Studierenden zwei studentische Senatorinnen oder Senatoren. Der Senat ist das oberste Beschlussorgan der Universität. Wie der Fakultätsrat umfasst er nicht nur Studierende, sondern auch Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Frauenbeauftragte. Auch die Mitglieder der Universitätsleitung sind in beratender Funktion im Senat vertreten. Alle Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung für Forschung und Lehre zählen zu seinen Tätigkeitsfeldern. „Darunter fallen zum Beispiel Beschlüsse über Prüfungsordnungen, Zugangsbestimmungen von Studiengängen und Berufungslisten für Lehrstühle“, so Paul, der selbst zwei Jahre als studentischer Senator aktiv war. „Nebenbei ist der Senat Teil des Hochschulrats, welcher die Universitätsleitung in ihrer Handlung begleiten soll.“

Vom Mitbestimmungsrecht Gebrauch machen

„Geht wählen!“ - das ruft Anna am Stand der Fachschaft GuK und das betont auch Paul mehrfach im Gespräch. „Je mehr Studierende die Studierendenvertretung mit ihrer Stimme legitimeren, desto größer ist auch unser Machtpotential gegenüber der Universitätsleitung“, so Paul. „Optimal wäre es, von allen 13.000 Studierenden das Mandat zu erhalten.“ In der Realität sieht es bislang anders aus: Im vergangenen Jahr lag die studentische Wahlbeteiligung an der Universität Bamberg bei 11,7 Prozent. Umso wichtiger ist Pauls Appel an seine Kommilitoninnen und Kommilitonen: „Wir haben in Bamberg eine sehr ausdifferenzierte Studierendenvertretung, die für das, was mit ihren Mitteln möglich ist, viel macht. Stärkt sie durch eure Stimme!“

Hinweis

Diesen Text verfassten Ivana Peric und Andrea Lösel für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

Bei Fragen oder Bilderwünschen kontaktieren Sie die Pressestelle bitte unter der Mailadresse medien(at)uni-bamberg.de oder Tel: 0951-863 1023.