Sechs Studierende wurden für herausragende Leistungen ausgezeichnet.

Präsident Godehard Ruppert betonte die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens.

Absolventin und Rednerin Anne Wagner mit ihrem Freund und Wegbegleiter Michael Mönius

Die Jazz-Combo des Bamberger Lehrstuhls für Musikpädagogik und Musikdidaktik sorgte für die musikalische Untermalung des Abends.

Man lernt nie aus

Absolventenfeier der Lehramtsstudiengänge

Den Schritt vom Lernenden zum Lehrenden feierten die Alumni der Bamberger Lehramtsstudiengänge bei ihrer Absolventenfeier. Dass das Ende des Studiums jedoch nicht das Ende des Lernprozesses bedeutet, machte unter anderem Absolventin Anna Wagner in ihrem Rückblick auf neun Semester Grundschullehramtsstudium deutlich.

„Was macht eine gute Lehrkraft aus?“ fragten sich Prof. Dr. Sibylle Rahm, Leiterin des Bamberger Zentrums für Lehrerbildung (BAZL), und Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert bei der Absolventenfeier der Lehramtsstudiengänge sowie des Masterstudiengangs Berufliche Bildung am 10. Juli. Eine gute Lehrkraft, darin waren sich Ruppert und Rahm einig, zeichnet nicht allein die Aneignung oder Wiedergabe von Lernwissen aus. Vielmehr gehe es im Sinne des Humboldt’schen Bildungsideals darum, ganzheitlich zu denken und der Entwicklung von Talenten, Individualität und Persönlichkeit im Unterricht ebenso Raum zugeben wie der  Vermittlung von Fachwissen.

„Der Lehrerberuf ist kein Handwerksberuf“, betonte Ruppert in seiner Ansprache. Die bloße Verfügbarkeit von Wissen sei kein Garant für zukünftiges menschliches Handeln, vielmehr sei die Bildung zur Humanität entscheidend. Denken und Verstehen mit Herz und Verstand bilden die Grundlage des Lehrerberufes.

Sibylle Rahm beschrieb dies als „Lehrkunst“: Die handelnde Person verschmelze mit dem, was er tue. In diesem Prozess entstehen kreative und innovative, auf Wissen basierende Lösungen, die nicht vorgedacht, sondern von Intuition geleitet sind. Die Kunst, sich auf andere einzulassen, machen aus ihrer Sicht einen guten Dozierenden aus. Dass der Lernprozess mit dem Ende des Studiums nicht abgeschlossen sei, betonten beide Redner. „Wir lernen im Lernen und bilden uns in der Bildung anderer“, zitierte Godehard Ruppert den katholischen Theologen Johann Michael Seiler. Lernen sei ein reziproker Prozess, der keine Hierarchie des Alters kenne. Als Beispiel führte er die Universität an, in der sowohl die Studierenden als auch die Dozierenden voneinander lernen. 

Rückblick auf neun Semester Bamberger Studium

Absolventin Anne Wagner nahm die Anwesenden mit auf eine Reise durch neun Semester Grundschullehramtsstudium. Als unbeholfener „Ersti“ sei man anfangs durch die Universitätsgebäude gehetzt und habe versucht, sich in das universitäre System einzufinden. „Diese Herausforderungen habe ich gemeinsam mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen gemeistert, von denen einige zu Freunden fürs Leben geworden sind“, erzählt Anne Wagner ihre Geschichte. „Meine definitiv beste Investition in Bamberg war meine Regenhose“, erinnert sie sich schmunzelnd. Gerade im Lehramtsstudium mit der Vielzahl an Fächerkombinationen sei das Erreichen der Universitätsstandorte ohne Fahrrad nicht möglich gewesen.

Ihren eigenen Lernprozess aus studentischer Sicht rekapitulierend, dankte sie besonders den Dozierenden, die Raum zum Hinterfragen, Diskutieren und Kritisieren ließen. Bei den Studieninhalten selbst hat sie einen großen Wunsch: „Mehr Praxisbezug wäre toll, um die erlernte Theorie mit Leben zu füllen.“ Sie maß dem lebenslangem Lernen eine ähnlich große Bedeutung zu wie Sibylle Rahm und Godehard Ruppert und gab ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen noch einen Satz zum Nachdenken mit auf den Weg: „Lernen ist wie rudern gegen den Strom: Hört man damit auf, treibt man zurück.“

Für sechs Absolventinnen und Absolventen bot die Feier einen ganz besonderen Höhepunkt: Verena Aly, Andreas Greif, Simone Klinger, Ruth Then, Christine Torka und Sina Ziegler wurden für ihr herausragendes Examen geehrt. Sie gehörten zu 88 von insgesamt 369 Alumni des Wintersemesters 2014/15 sowie des Sommersemesters 2015, die bei der Absolventenfeier persönlich anwesend waren, um gemeinsam mit Familie und Freunden zu Klängen der Jazz-Combo des Lehrstuhls für Musikpädagogik und Musikdidaktik ihren Studienabschluss zu feiern.

Hinweis

Diesen Text verfasste Ivana Peric für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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