Wenn Sprachwissenschaft auf gelebte Sprache trifft: Exkursion nach Irland
Wie wäre es eigentlich, eine Fremdsprache nicht nur im Kursraum zu untersuchen, sondern ihr im authentischem Sprachkontakt in dem Land, in dem sie tagtäglich gesprochen wird, zu begegnen? Genau das durften die Studierenden des von der Englischen Sprachwissenschaft in Kooperation mit BaTEGS angebotenen Seminars „Postcolonial Englishes – Focus on Ireland (North and South)” selbst erleben.
Die Gruppe reiste in Begleitung von Prof. Dr. Manfred Krug und Michaela Hilbert vom 2. bis zum 8. Mai 2026 nach Dublin und Belfast, um nicht nur an einem Tandemseminar teilzunehmen, sondern auch um vor Ort in Interviews mit der (nord-)irischen Bevölkerung Sprachmaterial zu sammeln. Die Studierenden konnten somit nicht nur ihre fachliche Expertise weiterentwickeln, sondern auch vor allem ihren interkulturellen Horizont im Austausch mit (nord-)irischen Muttersprachler*innen erweitern. Dabei lernte die Gruppe nicht nur Einwohner*innen unterschiedlichster Hintergründe, sondern auch deren persönliche Einbettung in die bewegte Geschichte der Region kennen.
Dabei konnten die Studierenden auch Impulse für ihre künftige Tätigkeit als Lehrkräfte mitnehmen. Die Interaktion mit irischen und nordirischen Muttersprachler*innen legte offen, dass die englische Sprache eine weitaus größere Bandbreite an den Tag legt als die üblicherweise im Schulunterricht transportierte Verengung auf einen Standard und wenige Varietäten. Manche Strukturen, die im Unterricht von Lehrkräften als ‚falsch‘ bezeichnet werden, sind in Teilen der englischsprachigen Welt akzeptabel oder gar allgegenwärtig, auch wenn sie zuweilen in formelleren Textsorten vermieden werden. Dieser Perspektivwechsel lenkt den Blick auf stilistische Feinheiten und den im Lehrberuf oft wertvollen Blick über den Tellerrand, der nicht nur Lehrende, sondern auch Lernende, fit fürs (Berufs-)Leben macht.


