Open Science

Das Open Science Festival im deutschsprachigen Raum findet 2027 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt!

„Der Begriff Open Science bündelt […] Strategien und Verfahren, die allesamt darauf abzielen, […] alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses über das Internet offen zugänglich und nachnutzbar zu machen. Damit sollen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft neue Möglichkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen eröffnet werden.“

Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG, 2014.

Die UNESCO Recommendation on Open Science definiert die Prinzipien der Transparenz, der Reproduzierbarkeit, der Wiederverwendbarkeit und der offenen Kommunikation sowie Chancengleichheit und Nachhaltigkeit als grundlegende Ziele von Open Science.

Open Science trägt zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis bei und ermöglicht den fairen Zugang zu Wissen für Wissenschaft und Gesellschaft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschreibt Open Science als Teil der Wissenschaftskultur (Oktober 2022).

Open Science an der Universität Bamberg

Die Otto-Friedrich-Universität verankert Open Science in ihrer Strategie. Mit der Verabschiedung ihrer Open Access-Erklärung wurde bereits 2011 der Grundstein gelegt. Seit 2004 können im institutionellen Repositorium (FIS) der Universität Dissertationen, Abschlussarbeiten, Hochschulschriften, Kongressveröffentlichungen und Zweitveröffentlichungen (Pre-und Postprints) im Open Access veröffentlicht werden. 

In den Jahren 2021 bis 2022 wurde ein zentraler Forschungsdatenmanagement-Service aufgebaut, das institutionelle Forschungsdatenrepositorium ging online und die Forschungsdaten-Policy der Universität wurde veröffentlicht.

Am 25.04.2023 feierte der Universitätsverlag University of Bamberg Press (UBP) Jubiläum: Seit 15 Jahren verlegt UBP nach dem Prinzip des Diamond Open Access (Definition DFG).

Im März 2024 gehörte die Universität Bamberg zu den Erstunterzeichnenden der Barcelona Declaration on Open Research Information. Die Unterzeichnenden setzen sich für frei zugängliche Forschungsinformationen ein und verwenden Systeme, die offene Forschungsinformationen unterstützen. 

Die Universitätsbibliothek befürwortet Open Science und unterstützt Forschende bei der Umsetzung in verschiedenen Teilbereichen.

Teilbereiche von Open Science

Open Access

Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Publikationen kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sind und ohne Beschränkungen genutzt, kopiert, verbreitet und wiedergegeben werden können, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird.

Die Otto-Friedrich-Universität unterstützt Open Access mit ihrer 2011 veröffentlichten Open-Access-Erklärung, die sich zur Zeit in der Aktualisierung befindet.

Die Universitätsbibliothek bietet unterschiedliche Services im Bereich des Open Access Publizierens an.

Der Universitätsverlag University of Bamberg Press verlegt Publikationen von Mitgliedern der Universität Bamberg. Veröffentlicht wird primär online, aber auch gedruckt. Ziel ist eine kostengünstige und schnelle Veröffentlichung, um die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Universität Bamberg nachhaltig nach außen sichtbar zu machen.

Open Research Data

Von Open Data spricht man, wenn (Forschungs-)Daten – gegebenenfalls unter den Bedingungen einer freien Lizenz – ohne Einschränkungen frei genutzt und weiterverwendet werden können. Der Fokus liegt auf der Zugänglichkeit der Daten. 

Häufig wird auch der Begriff FAIRe Daten verwendet. Sie gehen insofern über offene Daten hinaus, als dass es nicht allein um die Nutzungsrechte geht, sondern auch technische Anforderungen der Datenbereitstellung im Fokus stehen. Die FAIR Data Principles, auf die sich u. a. auch Forschungsförderer beziehen, beschreiben grundsätzliche Aspekte, die Forschungsdaten erfüllen müssen.

Der Umgang mit Forschungsdaten ist ein wichtiger Teil guter wissenschaftlicher Praxis. Der zentrale FDM-Service unterstützt Sie beim Forschungsdatenmanagement (FDM) – von der Planung und Beantragung eines Projekts über die Organisation, Speicherung und Dokumentation im laufenden Projekt bis zur Veröffentlichung und Archivierung Ihrer Forschungsdaten am Projektende. Wir stehen als Beratungsstelle für alle Angehörigen der Universität zur Verfügung.

Der FDM-Service ist eine Kooperation des Dezernats Forschungsförderung und Transfer (Z/FFT), des Universitätsarchivs (Z/ARCH), des IT-Service (ITS) und der Universitätsbibliothek. 

In ihrer Forschungsdaten-Policy gibt die Universität ihren Forschenden Leitlinien für den Umgang mit Forschungsdaten an die Hand und benennt Unterstützungsangebote.

Im institutionellen Forschungsdatenrepositorium (FD-Repo) können Universitätsangehörige ihre Forschungsdaten veröffentlichen.

Im Forschungsinformationssystem (FIS) können bibliografische Angaben zu Forschungsdaten für die Universitätsbibliografie verzeichne werden.

Open Educational Resources (OER)

„Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Dritte ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urhebenden selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. Open Educational Resources können einzelne Materialien, aber auch komplette Kurse oder Bücher umfassen. Jedes Medium kann verwendet werden. Lehrpläne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimedia-Anwendungen, Podcasts – all diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.“ (Definition der Deutschen UNESCO-Kommission).

Die Mediendidaktische Servicestelle (MD) der Universität unterstützt bei Fragen rund um die Entwicklung digital gestützter Lehr-/Lernszenarien und die Gestaltung digitaler Lernumgebungen.

 

Open Source

„Open-Source-Software und Open-Source-Code umfassen in der Regel Software, deren Quellcode zeitnah und nutzerfreundlich öffentlich zugänglich gemacht wird, in einem von Menschen und Maschinen lesbaren und veränderbarem Format, unter einer offenen Lizenz […]“ (UNESCO Recommendation on Open Science 2021).

Die Universitätsbibliothek setzt in folgenden Bereichen auf Open-Source-Software:

  • Literaturverwaltung: Zotero ist ein freies, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm zum Sammeln, Verwalten und Zitieren unterschiedlicher Quellen.
  • Bibliothekssystem: Mit FOLIO nutzt die Universitätsbibliothek ein Open-Source-Bibliothekssystem zur Steuerung aller Bibliotheksprozesse wie z. B. der Lizenzierung und Erwerbung digitaler und gedruckter Literatur, die Bereitstellung digitaler und analoger Bücher und Medien, die Finanzierung von Open Access und vieles mehr.
  • Literatursuche (Bamberger Katalog): VuFind dient als Oberfläche des Bamberger Katalogs und stellt verschiedene Suchfunktionalitäten bereit.
  • Forschungsinformationssystem (FIS): Das Bamberger FIS wird auf Grundlage der Open-Source-Software DSpace-CRIS betrieben und weiterentwickelt.
  • Herausgabe von Open-Access-Zeitschriften: Mit Open Journal Systems (OJS) bietet die University of Bamberg Press eine Möglichkeit für den Betrieb von Open-Access-Zeitschriften.

Open Peer Review

Open Peer Review ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Methoden, die darauf abzielen, den traditionellen Peer-Review-Prozess als klassische Qualitätskontrolle für wissenschaftliche Publikationen offener zu gestalten. 

Traditionelle Single-Blind- oder Double-Blind-Verfahren stehen in der Kritik, da sie langwierig sind und zu unfairen Veröffentlichungsprozessen führen können. Um dem entgegenzuwirken, legt Open Peer Review Wert auf Transparenz. Z. B. können die Identitäten von Autorinnen und Autoren sowie Gutachtenden allen Beteiligten bekannt gemacht werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Gutachten zusammen mit einem Artikel zu veröffentlichen.

Weiterführende Informationen bietet die deutschsprachige Open Science AG.

Open Abstracts

Abstracts fassen den Inhalt wissenschaftlicher Publikationen zusammen, erhöhen die Auffindbarkeit und machen Leserinnen und Leser neugierig auf den Volltext.

Viele Abstracts sind bereits in unterschiedlichen bibliografischen Datenbanken verfügbar, aber oft mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel weil ein Abonnement erforderlich ist oder die Abstracts nicht maschinell verarbeitbar sind.

Die Universitätsbibliothek unterstützt die freie Verfügbarkeit von Abstracts. So werden frei zugängliche Abstracts aus dem FIS an Crossref weitergegeben und umgekehrt von Crossref bereitgestellte offene Abstracts in das FIS integriert. 

Weiterführende Informationen bietet die Website der Initiative for Open Abstracts.

Open Citations

Zitationen stellen ein wesentliches Element im wissenschaftlichen Diskurs, bei der Literaturrecherche und in der Bibliometrie dar. Durch Zitationen werden inhaltliche Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Publikationen transparent gemacht.

Frei verfügbare Zitationsdaten verbessern die Transparenz und Zugänglichkeit der Forschung und erhöhen die Auffindbarkeit von Forschungsergebnissen wie Publikationen, Daten oder Software.

Der Universitätsverlag UBP arbeitet mit der Open Source Software Open Journal Systems, die es Journals mittels eines Plug-ins erlaubt, mit Open Citations zu operieren.

Weiterführende Informationen bietet die Website des Projekts OpenCitations.

Open Research Information

Mit der Unterzeichnung der Barcelona Declaration on Open Research Information unterstützt die Universität Bamberg, dass neben den Forschungsergebnissen und Forschungsdaten auch alle relevanten Forschungsinformationen offen und frei für alle Menschen zugänglich sind. 

Unter Forschungsinformationen sind bibliografische Metadaten, also zum Beispiel Titel, Autorinnen und Autoren sowie Abstracts von Publikationen, und Metadaten zur verwendeten Software und anderen Tools zu verstehen. Informationen zu Fördergebern, Projekten, Einrichtungen, Auszeichnungen und Forschungsprofilen zählen ebenfalls dazu.

Forschungsinformationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Forschenden und Institutionen, bei der Verteilung von Ressourcen sowie für die Auffindbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse. Derzeit stützt sich die Forschungsbewertung noch stark auf geschlossene Infrastrukturen – für eine transparente und gerechte Forschungsbewertung ist die Offenheit von Forschungsinformationen von entscheidender Relevanz. Die Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) – ein weltweiter Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen und -organisationen – hat sich einen Kulturwandel in der Forschungsbewertung zum Ziel gesetzt, hin zu einer qualitativen Bewertung mittels Peer Review sowie dem verantwortungsvollen Einsatz von quantitativen Indikatoren.

Im Forschungsinformationssystem FIS – institutionelles Repositorium und Universitätsbibliografie – sind die Publikationen der Mitglieder der Otto-Friedrich-Universität-Bamberg verzeichnet und mit Projekten und Einrichtungen vernetzt.

Im FIS können Universitätsangehörige:

  • Dokumente im Open Access veröffentlichen – sofern keine rechtlichen Gründe entgegenstehen (institutionelles Repositorium)
  • Publikationen und Forschungsdaten melden (Universitätsbibliografie)

Auch Abschlussarbeiten können unter bestimmten Voraussetzungen im FIS veröffentlicht werden.

Open Methodology

Um wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen und reproduzieren zu können, ist eine vollständige Beschreibung der im Forschungsprozess angewandten Methoden, Verfahren und Instrumente entscheidend. Dazu gehört z. B. die detaillierte Beschreibung von Studiendesigns, Erhebungsinstrumenten, Analyseverfahren und verwendeten Materialien, idealerweise bereits vor Beginn der Datenerhebung durch Präregistrierungen oder die Veröffentlichung von Studienprotokollen. Durch die offene Bereitstellung der genutzten Methodik, wird es anderen Forschenden ermöglicht, Studien nachzuvollziehen, zu replizieren und auf ihre eigenen Fragestellungen zu übertragen. Open Methodology trägt wesentlich zur Qualitätssicherung von Wissenschaft bei.

Citizen Science

Im Rahmen von Citizen Science wirken interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv in Forschungsprojekten mit. Häufig sind sie an der Sammlung, Recherche, Messung und Auswertung von Daten beteiligt. Citizen Science stellt eine Form des lebenslangen Lernens und der Wissenschaftskommunikation dar.

Weiterführende Informationen bietet die deutschsprachige Open Science AG.