Zuordnung zu Forschungsbereichen und -schwerpunkten des Lehrstuhls

Forschungsbereich:

Forschungsschwerpunkte:

Fragestellungen

Die Seminare im Rahmen des ProFee-Projekts zielen darauf ab, Lehramtsstudierenden Wissen zum Thema Feedback zu vermitteln, ihre Wahrnehmung für die Qualität von Feedback zu schulen und Übungssituationen für die Entwicklung der eigenen Handlungskompetenz sowie für deren Reflexion zu ermöglichen. Die begleitende Forschung fokussiert folgende übergeordnete Fragestellungen:

  • Wie entwickelt sich das konzeptuelle Wissen der Studierenden über Feedback durch den Besuch verschiedener Seminare?
  • Wie entwickelt sich die professionelle Wahrnehmung der Studierenden von Feedbacksituationen durch den Besuch verschiedener Seminare?
  • Können die Studierenden das im Seminar Erlernte praktisch umsetzen? Wie ist die Handlungskompetenz der Studierenden im Bereich Feedback nach den Seminaren ausgeprägt?
  • Welche Zusammenhänge zeigen sich zwischen den untersuchten Kompetenzfacetten Wissen, professionelle Wahrnehmung und Handlungskompetenz?
  • Wie schätzen die Studierenden ihre eigenen professionellen Kompetenzen im Bereich Feedback vor und nach den Seminaren ein? Wie hängen diese Selbsteinschätzungen mit den durch Tests erfassten Leistungen zusammen?
  • Wie beurteilen die Studierenden die Seminare (Evaluation)?

Jede dieser Fragen wird sowohl übergreifend als auch im Vergleich unterschiedlicher Seminarkonzepte untersucht. Damit soll die Frage beantwortet werden, ob das Lernen mit Videos dem Lernen ohne Videos generell überlegen ist und ob verschiedene Grade der Strukturiertheit bei der Videoanalyse den Kompetenzzuwachs beeinflussen. Insbesondere für Noviz:innen wird angenommen, dass sie von einem eher strukturierten Zugang profitieren (Fischler, 2007).

Methode

Das zunächst an der Universität Kassel durchgeführte Projekt ProFee wurde an der Universität Erlangen-Nürnberg weiterentwickelt und hier mit einer größeren (N=230) und homogeneren Stichprobe (ausschließlich Studierende des Grundschullehramts) durchgeführt. Im Gegensatz zum Projekt an der Universität Kassel wird hier in den Seminaren außerdem mit fremden anstatt eigenen Videos gearbeitet.

Auch dieses Projekt ist als quasi-experimentelle Interventionsstudie mit einem Prä-Post-Kontrollgruppen-Design angelegt. Hier werden aber insgesamt vier verschiedene dreitägige Blockseminare, die von derselben Dozentin gehalten werden, in ihrer Wirksamkeit verglichen. In Kurs 1 wurde das theoretische Wissen über Text- und Gruppenarbeiten sowie Rollenspiele und Reflexionen zu den Merkmalen guten Feedbacks vertieft – es wurden keine Videos eingesetzt. In Kurs 2, 3 und 4 setzten sich die Studierenden mit Videoaufnahmen fremder Lehrpersonen auseinander und analysierten diese in Kleingruppen. Dabei unterschied sich in den drei Gruppen der Grad an Strukturiertheit des Arbeitsauftrags für die Videoanalysen. Die Treatmentbedingungen wurden somit in Erweiterung des Projekts an der Universität Kassel um eine vierte Variante ergänzt, um noch differenziertere Aussagen zum optimalen Grad der Strukturiertheit treffen zu können.

Mittels Varianzanalysen werden die Veränderungen in den professionellen Kompetenzen der Studierenden zwischen den einzelnen Gruppen verglichen.

Bedeutsamkeit

  • Die Studie gibt einen ersten Einblick, wie Videoanalysen in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung gewinnbringend eingesetzt werden können und welche Rolle dabei der Arbeitsauftrag zur Analyse der Videos spielt.
  • Mit Feedback wurde in den Seminaren ein Thema adressiert, dem für das Lernen der Schülerinnen und Schüler eine hohe Bedeutung zukommt und das daher eine wichtige Kernkompetenz für Lehrpersonen darstellt.

Hess, M. (2019a). Die Handlungskompetenz von Lehrpersonen beim Erteilen von Feedback beurteilen: Ein Beurteilungssystem für unterrichtliche Interaktionssituationen. In K. Schöppe & F. Schulz (Hrsg.), Kreativität & Bildung: nachhaltiges Lernen (S. 465–520). München: kopaed.

Hess, M. (2019b). Professionell Feedback geben: Lernen mit Videos in der ersten Phase der Grundschullehramtsbildung. Grundschulpädagogik zwischen Wissenschaft und Transfer (S. 102–107). Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Hess, M. (2019c). Feedback lernen durch Videoanalyse: Vorstellung eines Seminarkonzepts für die Lehrerbildung. Friedrich-Jahresheft, 78–79. Hannover: Friedrich.

Vorträge und Posterpräsentationen

Hess, M. (2016). Kontrastieren und Vergleichen in der Lehramtsausbildung am Beispiel des Projekts ProFee (Professionell Feedback geben – Lernen mit Videos). Eingeladener Vortrag auf dem Forschungstag 2016 „Schul- und Unterrichtsforschung: Beobachtungen, Orientierungen und Entwicklungen der Praxis“. Basel, 25. November 2016.

Hess, M. & Werker, K. (2017). Wie geben Grundschullehramtsstudierende Schülerinnen und Schülern Feedback? Vergleich zwischen Selbsteinschätzungen und Videoanalysen. Vortrag im Rahmen des Symposiums „Bewertung professionellen Handelns von Lehrenden durch Videographie“ (Jennifer Igler, Dr. Annika Ohle & Prof. Dr. Nele McElvany) auf der 6. Tagung der Gesellschaft für Empirischen Bildungsforschung (GEBF). Basel, 15. – 17. Februar 2018.

Hess, M. (2017). Wie können Studierende lernen, Schülerinnen und Schülern gutes Feedback zu geben? Erste Ergebnisse aus dem Projekt ProFee zum Einsatz von Videos in der Hochschullehre. Vortrag auf der Jahrestagung der Grundschulpädagogen und -didaktiker an bayerischen Universitäten. Nürnberg, 20. – 21. Februar 2017.

Workshops und Fortbildungen

Hess, M. & Keimerl, V. (2021). Videoanalyse als Chance in der Seminararbeit. Workshop im Rahmen des Forums der Ausbildungskräfte - Neue Fremdsprachen der Hessischen Lehrkräfte-Akademie. Online-Konferenz, 15. Juli 2021.

Hess, M. (2018). Gutes Feedback ist mehr als „toll gemacht!“ – Möglichkeiten zur Reflexion über die Qualität von Feedback in der Lehrer-Schüler-Interaktion. Fortbildung für Grundschullehrpersonen. Weißenburg, 06. März 2018.

Hess, M. (2018). Wie können Studierende lernen, Schülerinnen und Schüler durch konstruktives Feedback individuell zu fördern? Design und Befunde des ProFee-Projekts. Vortrag auf der Tagung „individuell fördern“ – Bildungschancen durch Diversity-Kompetenz. Nürnberg, 23. Februar 2018.

Hier geht es zurück zur Übersicht der Forschungsbereiche und -schwerpunkte.