Praxisverzahnung der Wirtschaftspädagogik Bamberg
Das Herzstück der Theorie-Praxis-Verzahnung in schulischer Perspektive ist die Kooperation mit unseren Universitätsschulen. Ähnlich wie es im Medizinstudium Universitätskliniken zur Theorie-Praxis-Verzahnung gibt, gibt es im Wirtschaftspädagogik-Studium Universitätsschulen. Im Bamberger Universitätsschulkonzept wird Didaktik, Unterrichtsentwicklung und Forschung zur Wirksamkeit von Unterricht zwischen Wissenschaft und schulischer Praxis verzahnt und darüber Bildungsprozesse für angehende Lehrkräfte hochwertiger gestaltet.
Die Bamberger Universitätsschulen:

Unsere Universitätsschulen in Bamberg, Bayreuth, Forchheim und die Schwabacher BS, FOS sowie WS bieten den Studierenden über das Bachelor- und Masterstudium hinweg in intensivenPraxisphasen von unterschiedlicher Länge einen strukturierten Austausch und Anwendungsmöglichkeiten durch Unterrichtshospitationen bei erfahrenen Lehrkräften und eigene Unterrichtsversuche. Während im Bachelorstudium eine erste „zaghafte‘ Annäherung an die schulische Praxis angestrebt wird (z. B. durch eine eigene kurze Micro-Teaching-Einheit), kommt dem Praxiskontakt mit den Universitätsschulen im Masterstudium eine wesentlich tiefere und breitere Bedeutung zu. Unterstützt werden die Praxisphasen durch einen begleitenden Studienbrief, in dem den Studierenden die theoretisch-konzeptionellen Grundlagen, z. B. zu didaktischen Modellen, nähergebracht werden, sowie aktuelle empirische Forschungsergebnisse, die in die Theorie-Praxis-Verzahnung einfließen.

In allen Praxisphasen stehen den Studierenden ausgebildete Patenlehrkräfte beratend und begleitend zur Seite. Das Bamberger Hospitationskonzept der Wirtschaftspädagogik, welches in Kooperation mit den Patenlehrkräften an den Universitätsschulen entwickelt wurde, geht über die Unterrichtsebene hinaus und nimmt die Bandbreite der Handlungsfelder von Lehrkräften an beruflichen Schulen auf. Dies konkretisiert sich über vier Handlungsbereiche – Klasse (Unterricht), Fachbereich (Bildungsgang), Schule (Bildungsorganisation) und Umwelt (Stakeholder) – sowie die darin verankerten Handlungssituationen – „unterrichten und erziehen“, „beraten und moderieren“, „diagnostizieren und beurteilen", „innovieren, verändern und gestalten" sowie „verwalten und organisieren". Dadurch entsteht eine 4x5-Matrix mit 20 Hospitationsfeldern, denen unterschiedliche Hospitationssituationen bzw. -aufträge zugeordnet werden können.

Ziel des Hospitationskonzeptes ist es, einen möglichen Praxisschock, den viele Lehramtsstudierende später als Lehrkräfte wahrnehmen, zu vermeiden, indem frühzeitig ein realistisches Bild über die Bandbreite aller Tätigkeitsbereiche von Lehrkräften vermittelt wird.
Darüber hinaus stehen in Kooperationsprojekten mit den Universitätsschulen in verschiedenen Lehrveranstaltungen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zwischen Studierenden und Universitätsschulen im Fokus. Dabei erleben Studierende Innovationsarbeit an Schulen in der Praxis und arbeiten nicht an theoretisch konstruierten, sondern an realen Problemstellungen der schulischen Praxis. In diesem Kontext sind bereits viele Unterrichtsmaterialien entstanden, die in unserem Downloadbereich für Schulen (Link: https://www.uni-bamberg.de/wipaed-p/downloadbereich-fuer-schulen/) zur Verfügung stehen.
