Promotionsprojekte

Die Rolle von Schulpraktika in der Sekundarstufe I für den Übergang in die Berufsausbildung

Abstract:

Durch die hohe Spezifität des deutschen (Aus-)Bildungssystems ist eine erfolgreiche Berufsorientierung für Jugendliche essenziell, um realistische berufliche Aspirationen entwickeln und diese umzusetzen. Praktika vermitteln Informationen und fördern realistische Einschätzungen sowie die individuelle Entscheidungskompetenz Jugendlicher in der Berufsorientierungsphase (Ostendorf, 2018). Berufliche Kompetenzen werden direkt und kontextbezogen im Arbeitsumfeld erworben und angewendet. Insbesondere das Kennenlernen relevanter Kontaktpersonen sowie die erbrachte Arbeitsleistung ermöglichen zudem eine potenzielle Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis, selbst bei schwachen schulischen Leistungen (Buschfeld, 2005).
Das Promotionsprojekt „Die Rolle von Schulpraktika in der Sekundarstufe I für den Übergang in die Berufsausbildung“ fokussiert sich auf die Relevanz praktischer Erfahrungen im Kontext der sozial-kognitiven Theorie der Berufswahl auf Seiten des Berufsorientierungsprozesses sowie Signal- und Matching-Theorien hinsichtlich des Übergangs in die Ausbildung. Ausgehend von einer Gegenüberstellung der Einschätzung Jugendlicher zu deren Berufsorientierung werden Übergangsverläufe analysiert. Darüber hinaus wird auch die Perspektive von Ausbildungsbetrieben und deren Wahrnehmung von Praktika hinsichtlich der Gewinnung von Auszubildenden untersucht. Ein Schwerpunkt des Projekts zielt dabei auf die Analyse der Übergänge benachteiligter Jugendlicher mit schwachen Schulleistungen oder einem Migrationshintergrund ab.

 

Promovendin:                                                      

Melanie Hochmuth

Kontakt:

melanie.hochmuth(at)arbeitsagentur.de

 

Game-Design im Berufsbildungskontext – Dynamiken von Spielertypen in gamifizierten Lehr-Lern-Arrangements

Abstract:

Durch die zunehmende Fokussierung von Lernprozessen auf den Lernenden und dessen Leistungsfähigkeit sowie motivationaler Aspekte sind didaktische Methoden noch relevanter geworden. Nicht zuletzt die digitale Transformation von Lernprozessen fordert Adaptionen und Innovationen von Lehr-Lern-Arrangements (u.a. Gerholz & Dormann 2017). Unter dem Aspekt, dass Lernen sowohl Spaß machen als auch Wissen vermitteln soll, bietet Game-Design einen ersten Ansatz, Lehr-Lern-Arrangements völlig neu zu gestalten.

Diese Zugang wird im Rahmen des Promotionsprojektes Game-Design im Berufsbildungskontext – Dynamiken von Spielertypen in gamifizierten Lehr-Lern-Arrangements aufgegriffen. Im Zuge der forschungsbegleitenden Gamifizierung eines Hochschulkurses werden Lernende sowohl hinsichtlich Ihrer spieltypologischen Mobilität als auch hinsichtlich der sozialen Interaktionsdynamiken evaluiert. Ziel ist es dabei, motivationale Effekte und Dynamiken von Spieltypen (angelehnt an das HEXAD Modell nach Marczewski 2018) durch gamifizierte Wissensvermittlung und didaktischer Spiel-Settings sowie unter Berücksichtigung zu identifizieren und Potentiale von Gamification für die berufliche Bildung aufzuzeigen.

 

Projektbezogene Veröffentlichungen:

Sailer, S. (2021): Badges, Levels, Leaderboards: Gamification zur Motivation Studierender der Berufs- und Wirtschaftspädagogik in selbstgesteuerten und kollaborativen Lern-Settings. In: bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 40, 1-20. Online: https://www.bwpat.de/ausgabe40/sailer_bwpat40.pdf (19.11.2021).

Promovendin:                                                      

Sabrina Sailer

Kontakt:

sabrina.sailer(at)uni-bamberg.de

 

Global Learning in the Workplace: A Cross-Country Multi-Level Analysis

Abstract:

Local and global social inequalities, climate change, species extinction, plastic pollution, pandemics – the crises of our time make it clear that a transformation is needed in various areas, including education. Any form of education should equip young people with skills to deal with relevant tensions and responsibilities of individual stakeholders. Concepts such as Global Learning, Education for Sustainable Development (ESD) and Global Citizenship Education (GCE) address how to contribute to global sustainable development and fulfill the Sustainable Development Goals (SDGs) with a holistic global understanding. Global Learning is considered one of the key abilities of the 21st century (Scheunpflug, 2022, p. 10). While Global Learning has already been subject to research in the general education school context, in volunteer work settings, and in higher education (e.g., Anderberg et al., 2009; Hunt, 2020; Richter, 2018), there is a lack of information on Global Learning in Vocational Education and Training (VET). Nevertheless, organizations increasingly must provide learning opportunities at the workplace to be successful in today’s ‘war for talent’ (Baert, 2018, p. 154). This is the starting point of my dissertation, which will shed light on company’s Global Learning activities and employee’s informal Global Learning behavior.At the macro level, I will provide an overview of the policy framework for Global Learning and on the strategies applied in companies. At the meso level, a mixed-methods approach will investigate in more detail which educational strategies companies are pursuing to implement Global Learning. Furthermore, corporate profiles with regard to their Global Learning strategies will be identified. The micro level regards employees’ personnel development and learning strategies. As a result, strategies and profiles with regard to Global Learning in companies are identified from both a corporate and an individual perspective, and the environment in which companies and individuals operate is defined. The dissertation provides valuable insights into lifelong learning in times of increasing shortage of skilled workers and migration movements in a globalized world. Keine projektbezogenen Veröffentlichungen.

 

Projektbezogene Veröffentlichungen:

keine

Promovendin:                                                      

Julia Hufnagl

Kontakt:

julia.hufnagl(at)uni-bamberg.de

 

Influence of training on employees' satisfaction with their organizations - Three classification studies

Abstract:

Das englischsprachige Promotionsvorhaben "Influence of training on employees' satisfaction with their organizations -- Three classification studies" erforscht den Einfluss betrieblicher Aus- und Weiterbildung auf das Verhältnis von Angestellten zu ihrer Arbeitsstelle. 

Es knüpft dabei an die Idee der Analyse von Arbeitendendaten in Unternehmen an und generiert personalentwicklungsrelevante Erkenntnisse. Das Projekt nutzt dafür unterschiedliche repräsentative Stichproben der National Educational Panel Study (NEPS) des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung (LIfBi).

In einem ersten Beitrag mit dem Titel "Influence of Gender and Prior Education Intersectionality on Further Education Investments and Job Satisfaction" geht es darum, wie die Kombination fortbildungsrelevanter sozialer Attribute die Fortbildung in Unternehmen beeinflusst. Dazu wird auf der Basis der intersektionalen Theorie eine Stichprobe Berufstätiger mittels eines k-medoid-Verfahrens klassifiziert und die Klassen danach bewertet. Bewertungskriterium ist inwieweit unterschiedliche Angestelltenprofile mit einer großen Anzahl an Fortbildungsstunden berufszufriedener werden.

Der zweite Beitrag mit dem Titel "Prediction of follow-up contract refusals by apprentices from individual embeddedness foci with logistic regression in a validation sample" zeigt mithilfe der Embeddedness-Theorie Faktoren auf, welche die Ablehnung eines Anschlussvertrags nach der Berufsausbildung vorhersagen. Er konstruiert dazu ein Logit-Modell auf der Grundlage einer Stichprobe von Auszubildenden (Training-Datensatz) und wendet dieses auf eine unabhängige zweite Stichprobe (Testdatensatz) an. 

Der dritte Forschungsbeitrag behandelt das Thema "Estimation of intersectional inequalities in the logistic regression probabilities for job satisfaction after further education and training". Mit einem Mixed-Effects-Modell und auf der Grundlage der Theorie zu "Inequality Regimes" von Acker (2011) stellt dieser heraus, unter welchen diskriminierungssensiblen gesellschaftlichen Eigenschaften - insbesondere Alter und Behinderung - Fortbildungen unmittelbar zu höherer oder niedrigerer Berufszufriedenheit führen.

 

Projektbezogene Veröffentlichungen:

keine

Promovendin:                                                      

Simon Reinwald

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Kontakt:

simon.reinwald(at)uni-bamberg.de