Fotoserie zum Thema "Nachhaltigkeit"
Sunna Bitzer - Weil neu nicht immer besser ist: Do It Yourself!
Fast Fashion ist ein fester Bestandteil unserer Konsumgesellschaft. Mit jeder Saison kommen neue Trends, die verlangen, Kleidungsstücke aus dem letzten Frühling kein zweites Mal anziehen zu können. Diese Kleidung ist oftmals noch vollkommen funktionstüchtig – landet aber trotzdem im Müll. Diese Verschwendung wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass 2020 der Textilsektor die drittgrößte Ursache von Wasserverschmutzung und Flächenverbrauch war, wie das europäische Parlament in einem Artikel zur Umweltverschmutzung durch Textilproduktion bestätigt. Ein weiteres Problem besteht darin, dass in der EU nur 22 Prozent der Textilien vom Haushaltsmüll getrennt gesammelt werden. Eine korrekte Trennung von Müll und Kleidung ist die Voraussetzung für das Recycling. Weltweit liegt der Anteil der Altkleider, welche recycelt werden, bei unter einem Prozent, wie der ZDF-Artikel „Altkleider richtig entsorgen“ berichtet. Es besteht also Handlungsbedarf.
Dem stimmt die EU-Kommission zu und verkündet ab Januar 2025 strengere Vorgaben. Neue EU-Richtlinien geben vor, dass Altkleider gesammelt werden sollen, anstatt sie im Restmüll zu entsorgen. Das Ziel sei laut Karen Grass, einer Journalistin bei ZDF-heute in einem Artikel zur neuen Gesetzgebung, mehr Kleidung zu recyclen, statt tonnenweise zu verbrennen.
Eine Alternative zur korrekten Trennung von Textilien und Müll ist das Umsetzen von DIY-Projekten. Nachhaltigkeit fängt bei dir an! Es ist selbstverständlich, dass das Kaufen von nachhaltiger Mode finanziell oft außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegt. Aber Fast Fashion muss nicht gleich Wegwerfkultur bedeuten. Durch eigene Recycling- oder Upcycling-Projekte gibt man seinen Kleidungsstücken eine Chance auf ein zweites Leben.
So einfach ist Nachhaltigkeit.

Müll ist nicht gleich Müll
Aus Socken werden Handstulpen. Dieses DIY-Projekt zeigt, dass es möglich ist, aus abgenutzter Kleidung etwas Neues zu kreieren. So auch dieses blaue und gemusterte Paar Socken, welches die Redakteurin bei sich zuhause gefunden hat und dem ersten Anschein nach entsorgt werden muss. Kaputt heißt aber nicht gleich unbrauchbar! Vor allem Socken sind im Vergleich zu Oberteilen oder Hosen schneller abgenutzt und werden deshalb oft im Restmüll entsorgt. Beschädigte Kleidungsstücke gehören zudem nicht in Altkleidersammlungen. Karen Grass erwähnt im ZDF-heute Artikel, dass laut Rotem Kreuz nur 50 Prozent der Textilspenden, verwendet werden können, da sie beschädigt sind. Anstatt das Sockenpaar im Restmüll verschwinden zu lassen, widmen wir uns dem Upcycling-DIY „Socken zu Handstulpen“.
Ihr braucht für das DIY-Projekt: Schere, Nadel, Faden. Wenn ihr eine Nähmaschine besitzt auch gut – ist aber kein Muss.

Der erste Schnitt in Richtung Nachhaltigkeit
Kleine Veränderung aber eine große Wirkung. Für den ersten Schritt von Socke zur Stulpe wird lediglich eine Schere benötigt. Ihr schneidet das Zehenteil je nach Belieben der späteren Stulpenlänge ab. Danach fehlt noch das Loch für euren Daumen. Hierfür trennt ihr den Teil der Ferse ab – je nach individuellen Wünschen könnt ihr die Größe der Schnitte anpassen. Praktisch hierbei ist, dass sich die meisten Socken im Bereich der Zehen oder Hacken am schnellsten abnutzen – diese beiden Teile werden entfernt.
Aus alt näh neu
Fast geschafft! Jetzt noch die Schnittkanten umnähen, um den Stoff zu versäubern. Ob mit der Hand oder Nähmaschine ist euch überlassen. Wenn ihr mit der Hand näht, empfehle ich den Steppstich. Bei der Nähmaschine nehmt die Geradnaht. Für die kreativen Köpfe unter euch: probiert (bunte) Ziernähte für einen noch individuelleren Look.



Mode mit Haltung
Die Handstulpen sind nach nur wenigen Schritten des Upcyclings fertig! Jetzt liegt es an euch, ob ihr diese schlicht kombiniert oder ob die Stulpen zum Star des Outfits werden. Mit Ringen, Armbändern oder anderen Accessoires und den Handstulpen könnt ihr individuelle und nachhaltige Styles kreieren. So muss niemand auf Mode verzichten und es werden gleichzeitig Ressourcen gespart. Bereits gekaufte Fast Fashion kann also auch nachhaltig gemacht werden. Thrifting und Recycling bieten umweltschonende Alternativen zur Konsumgesellschaft. Wichtig ist das Entwickeln eines Bewusstseins über den eigenen Konsum. So wird nachhaltige Mode nicht nur zum Trend, sondern zu unserer umweltfreundlichen Zukunft.
