Fotoserie zum Thema "Bunt"

Jana Baierl - Künstler der Straße

Barcelona ist eine Stadt voller Graffitis. Sie lassen sich an jeder Fassade finden; die unscheinbaren Straßenkünstler bringen Kunst direkt auf die Straßen. Besonders stark in einem Soccer Court (Fußballkäfig) und an der Mauer des Stadtzoos.

Auch Gerard Sanz ist einer der unbekannten Graffitisprayer in Barcelona. Er verewigt sich im Dezember 2024. Wie heißt sein Bild? „No lo sé, no he pensado en un título. Un chico insultando“, sagt Gerard locker, was so viel heißt wie: „Ich weiß es nicht, ich habe noch nicht an einem Titel gedacht. Ein Junge, der beleidigt.“ Er verwendet verschiedenfarbige Spraydosen, um sein Motiv nach Lust und Laune auf die Wand zu sprühen. Nach seiner Aussage ist es in manchen Teilen der Stadt, so wie hier, legal zu sprühen, was sich auch an dem Ausmaß der Graffitis in dem Fußballkäfig erahnen lässt.

Ganz in der Nähe kreiert auch Tosco 69 ein Graffiti. Er verwendet eine besondere Technik: Stencil. Hierbei wird mit Hilfe einer Papierschablone gearbeitet. Tosco 69 erzählt, dass mit dieser Art eher politische Themen angesprochen werden. Mit seinem Motiv macht er aufmerksam auf die „falsos positivos“, einen Skandal aus den Jahren 2002 und 2009 als Militärkräfte mehrere tausend Zivilisten in Kolumbien getötet und als „Kampfopfer“ ausgegeben haben. Nachzulesen auf der Internetseite „Falsos positivos en Colombia: historia, casos y evidencia". Durch den Schriftzug „ni olvido ni perdón", übersetzt: „weder vergessen noch entschuldigt", gedenkt er den Verstorbenen und kritisiert das kolumbianische Militär und die Regierung.

In dem Fußballkäfig an der Außenwand des nahegelegenen Zoos entdeckt man mittlerweile keine freie Stelle mehr, da die Sprayer ein Werk direkt auf ein veraltetes Graffiti sprühen. Dadurch verwandeln sich die Fassaden stetig.