Fotoserie zum Thema "Grün"
Ronja Marie Bartel - Greenhorns: Abenteuer anfangen
Das Wort „Greenhorn“ stammt laut Duden eigentlich aus der Viehzucht: gemeint sind Jungtiere, deren Hörner noch weich und grün sind. Sie haben „green horns“. Bekannt geworden ist es in Deutschland aber durch Westernliebhaber Karl May, der seine Winnetou-Figur ‚Old Shatterhand‘ liebevoll „Greenhorn“ taufte – genauso ein Neuling in der Prärie wie die jungen Kühe. Nun sind in der realen Welt nicht alle Anfänge existenzentscheidend: Viele Menschen haben schon Angst davor, ein neues Hobby anzufangen. Denn Greenhorn sein, ist nicht einfach: Man könnte sich ja blöd anstellen, peinlich aussehen, schlecht darin sein. Dabei vergessen viele die andere Seite der Medaille: den Spaß am neuen Anfang, die Aufregung vor dem Start, den Erfolgsmoment, wenn etwas, was man vorher nicht konnte, auf einmal klappt. Das Einzige, was dafür wirklich notwendig ist, ist der erste Schritt, der Sprung in den Sattel. Für dieses Projekt haben drei junge Erwachsene ein Hobby getestet, was schon lange auf ihrer Liste steht. Sie wollen zeigen, dass es sich lohnt, die Angst vor dem Anfangen zu überwinden. Denn für jedes gute Abenteuer braucht es Greenhorns.
Skaten
Donnerstagabend, 20 Grad, der Skateplatz an der Regnitz ist menschenleer: perfekte Bedingungen, um das erste Mal aufs Board zu steigen. Denn Jenny (29) hat eine Liste. Sie trägt den Namen 30 under 30 und zählt Dinge auf, die sie vor ihrem nächsten großen Geburtstag gemacht haben will. Eins davon: Skaten. Das Board leiht sie sich von ihrer Mitbewohnerin aus, die Inlineschoner taugen auch für den Skatepark. Und dann fängt sie einfach an.
Nach vielen, vielen Fahrten und ein paar wenigen Schrammen ist sich Jenny sicher: Das wird nicht das letzte Mal sein, dass sie geskatet ist. Vielleicht klappt ja irgendwann sogar die Halfpipe.



Sticken
Zum Geburtstag hat Isabel (21) eine ganze Kiste buntes Garn bekommen. Auf ihrem Handy finden sich Pinterest-Boards voller Bilder von Blumen, Mustern und Tieren. Denn Isabel will Sticken lernen. Anhand von Youtube-Tutorials ist das gar nicht so schwer, nur eines müsste sie tun: anfangen. Am wohl heißesten Tag des Jahres nimmt sie die Box also einfach mit ins Freibad. Zwischen Abstechern in den Bad Staffelsteiner Nordsee entsteht ihre erste Stickerei.
Am Ende wird Isabel nicht fertig mit dem gestickten Blumenstrauß – das Freibad schließt. Aber sie weiß schon, dass sie weitermachen wird: der Strauß soll, wenn er fertig ist, auf ein Buchcover.



Outdoor-Bouldern
Chris (20) liebt das Bouldern in der Halle seit seiner Kindheit, aber in letzter Zeit lässt ihn eine neue Idee nicht los: einmal Outdoor-Bouldern, so richtig am Felsen. Aber immer stand irgendetwas im Weg: Das Wetter war zu schlecht, die Matte zu teuer, niemand hatte Zeit zum Mitkommen. Dieses Projekt gibt ihm endlich den nötigen Anstoß, loszulegen: zusammen mit der Fotografin leiht er sich für ein Wochenende eine Matte aus, packt die Sonnencreme ein und findet online eine Empfehlung für den Dechsendorfer Boulderfelsen.
Viel Kraxelei und Hunderte von Mückenstichen später schaut Chris auf eine abenteuerliche Bouldersession zurück. Sein Fazit: Auf jeden Fall wieder! Nur nächstes Mal mit eigener Matte – und Autan.



