Fotoserie zum Thema "Vielfalt"

Franziska Schulz - Pflanzen around the world

Die Fotos sind im SNSB – Botanischer Garten München-Nymphenburg entstanden.

Die Temperatur steigt, die Winter werden wärmer, die Sommer immer heißer und Regen seltener. Seit Mitte der 1970er Jahre spukt die Formulierung „menschengemachter Klimawandel“ in politischen Diskussionen und gesellschaftlichen Diskursen herum. Die erste UN-Klimakonferenz fand 1995 in Berlin statt. Seitdem treffen sich die Mitglieder der Vereinten Nationen einmal jährlich, um das Klima zu retten. Das große Ziel: Die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf bestenfalls 1,5 Grad Celsius beschränken. Um das zu erreiche, will die Bundesregierung Deutschland bis 2045 klimaneutral machen. Wie und ob das Gelingen wird, bleibt abzuwarten. Was passiert, wenn diese Ziele nicht erreicht werden, steht bereits lange fest: Überschwemmungen, Hitzewellen und Extremwetterereignisse kosten jedes Jahr unzähligen Menschen das Leben.

Doch was ist mit den Folgen für die Natur? Durch die höheren Temperaturen verschieben sich die geographischen Zonen. Immer mehr Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum. Die Natur kann sich nicht schnell genug an die neuen Bedingungen anpassen. Die Artenvielfalt nimmt ab, die geographische Verteilung und die Zusammensetzung der Ökosysteme verändert sich. Das kann zu einer rasanten Vermehrung von Schädlingen und invasiven Arten führen, die auch für den Menschen gefährlich werden können, warnt die Europäische Kommission. Die Natur hat eine beeindruckende Vielfalt und unglaublich kreative Methoden entwickelt, selbst unter schwersten Bedingungen zu überleben. Wir können dieses Wunder nicht nur bestaunen und für uns nutzen, sondern auch viel von der Natur lernen. Doch dafür müssen wir sie vor uns schützen.

Urweltmammutbaum = Sequoiadendron giganteum

Der Riesenmammutbaum ist an den Westhängen der Sierra Nevada in Kalifornien beheimatet und gehört zur Familie der Zypressengewächse. Der Nadelbaum kann bis zu 95 Meter hoch werden und einen Stammumfang von über 35 Metern entwickeln. Es gibt aber auch kleinere Arten, wie den Urweltmammutbaum. Wie man auf dem Foto erkennen kann, werden diese Bäume nur etwa 50 Meter hoch und erreichen einen Stammumfang von etwa zweieinhalb Metern.

Riesenmammutbäume können bis zu 3.000 Jahre alt werden und waren bis jetzt sehr widerstandsfähig gegen Dürreperioden, Waldbrände und Schädlinge. Doch das muss nicht so bleiben, warnt The Guardian. Vor einigen Jahren wurde ein Teil des Bestandes im Sequoia- und Kings-Canyon-Nationalpark in Kalifornien von einer Borkenkäferart vernichtet, dessen Ausbreitung eine Folge des Klimawandels ist.

Die Echte Vanille = Vanilla planifolia

Die Echte Vanille stammt aus Mexiko, dem nördlichen Südamerika und den Antillen und ist, laut der Universität Wien, eine Orchideenpflanze. Die Kletterpflanze produziert Samenkapseln, aus denen das Gewürz Vanille hergestellt wird, obwohl die Frucht selbst leicht giftig ist und Hautreizungen verursachen kann. Da die Echte Vanille nur von einer in Zentral- und Südamerika lebenden Bienenart bestäubt wird, kann sie in anderen Erdteilen unmöglich überleben. Bei Züchtungen muss die Pflanze von Hand bestäubt werden. Trotzdem sind die Hauptanbaugebiete heute Madagaskar und die Komoren.

Pfirsichblättrige Glockenblume = Campanula persicifolia

Die Pfirsichblättrige Glockenblume wächst vor allem am Waldrand und auf den Frischwiesen Europas. In Österreich findet man sie häufig in allen Regionen, in Deutschland ist sie zerstreut im Süden und Osten anzutreffen. Sie kann bis zu 80 Zentimeter hoch werde, ist dabei aber fast kahl. Von Juni bis August bieten die stark duftenden, kronenförmigen Blüten Nahrung für über 30 Wildbienenarten und 15 Raupenarten in Form von Nektar und Pollen. Die Glockenblume eignet sich schon deshalb gut als Zierpflanze, schreibt das Bundesamt für Naturschutz.

Aloe = Aloe cremnophila

Die Aloe zählt über 600 Arten und gehört zur Familie der Affodillgewächse. Der botanische Garten München beschreibt die Aloe cremnophila, welche hauptsächlich in den Wüsten und trockenem Buschland von Somalia wächst. Die graugrünen Laubblätter werden bis zu zehn Zentimeter breit und bilden stechende, hellbraune Zähe aus. Mit Ausnahme der Echten Aloe (Aloe Vera), welche aufgrund ihrer positiven Wirkung für die Haut häufig in der Kosmetikindustrie verwendet und systematisch angebaut wird, ist der Fortbestand aller Aloe-Arten gefährdet.

Taglilie = Hemerocallis

Taglilien finden sich in einem großen Verbreitungsgebiet von Mitteleuropa bis Ostasien. Die trichterförmigen Blüten können die unterschiedlichsten Farben annehmen: Orange, gelb und rot, weiß, violett und pink kommen am häufigsten vor, schreibt Gartenrat.de. Leider zeigen die Blüten ihre Schönheit nur einen Tag bevor sie verwelken. In China oft als Heilpflanzen geschätzt, sind Taglilien in Europa eher Zierde. Jedoch sind die Blüten essbar, weshalb man sie oft als Dekoration in Salaten oder Süßspeisen findet.

Riesenbambus = Dendrocalamus giganteus

Der Riesenbambus stammt ursprünglich aus Myanmar, Indien und Thailand und kann eine Wuchshöhe von 40 Metern erreichen. Dabei wächst er täglich bis zu 70 Zentimeter. Die Markierungen auf der Messlatte auf dem Foto, zeigen das tägliche Wachstum dieses Exemplars. Wie alle Bambusarten, blüht auch dieser nur alle 30 bis 40 Jahre und stirbt anschließend ab. Die Halme sind gleichzeitig stabil und biegsam und lassen sich hervorragend als Baumaterial für einfache Häuser, Brücken und Bootsmasten verwenden. Außerdem kann man ihn zur Papierherstellung nutzen. Die Sprossen sind gekocht essbar. Für viele Tierarten bieten Bambuswälder hervorragende Lebensbedingungen und über zweieinhalb Milliarden Menschen leben vom Bambushandel, schreibt innovations-report. Dabei sind die meisten Arten massiv vom Aussterben bedroht.

Eichenblatt-Korbfarn = Drynaria quercifolia

Der Eichenblatt-Korbfarn ist in trockenen Regionen Australiens und Südostasiens zu Hause und wächst auf anderen Pflanzen oder Gesteinen, zum Beispiel auf einer Schraubenpalme, wie auf dem Foto zu sehen. Das besondere an der Drynaria quercifolia ist, dass sie zwei verschiedene Arten von Blättern ausbildet: Die normalen Wedel werden bis zu 50 Zentimeter lang und erinnern an Palmenwedel. Zunächst bildet die Pflanze Korbfarne aus, die stark an Eichenblätter erinnern und als Trichter für Laub und Steinchen verwendet werden. Diese zersetzen sich im Laufe der Zeit und liefern wichtige Nähstoffe. „Die Pflanze baut sich praktisch ihren eigenen Blumentopf!“, wie es jungle-leaves.de passend beschreibt.