Prof. Dr. Manfred Rühl gestorben
Das Institut für Kommunikationswissenschaft trauert um Prof. Dr. Manfred Rühl, der am 5. August 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.
Nur wenige Wissenschaftler haben ein Institut, ja ein ganzes Fach, so geprägt wie Manfred Rühl. Nicht oft kommt es vor, dass schon eine Doktorarbeit zu einem zentralen, wegweisenden Buch einer ganzen Disziplin wird – so geschehen mit Rühls 1969 publizierter Dissertation über „Die Zeitungsredaktion als organisiertes soziales System“, die in den Kanon der „Schlüsselwerke für die Kommunikationswissenschaft“ (Holtz-Bacha/Kutsch 2002) aufgenommen wurde. Gleiches gilt auch für Rühls 1980 veröffentlichte Habilitationsschrift zu „Journalismus und Gesellschaft“.
Als Rühl 1983 den Lehrstuhl für die gerade neu eingerichtete Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg übernahm, lag bereits eine lange akademische Wegstrecke hinter ihm. Zunächst vertrat er das Fach allein, das damals kaum mehr als ein „Anhängsel“ der Germanistik mit dem Studienschwerpunkt Journalistik war, doch Rühl verlieh ihm ein eigenes Forschungsprofil. Als „Papa Rühl“ verabschiedeten ihn seine studentischen Hilfskräfte liebevoll, als er 1999 in den Ruhestand ging.
2007 sprach er selbstironisch von seinem „100. Fachsemester“ in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung – weitere fast 40 Semester sollten noch folgen.
Prof. Dr. Markus Behmer erinnert in einem ausführlichen Nachruf (75.7 KB, 2 Seiten)an das außergewöhnliche Leben und Wirken von Manfred Rühl.
Wir und unser Institut haben ihm viel zu verdanken und werden sein Gedenken in hohem Ansehen halten. Unsere Anteilnahme gilt seiner Witwe, seinem Sohn und den Enkeln.

