Sprache als Symbol kultureller Divergenz: Sprache und Identität im politischen Diskurs Valencias

Die Arbeit zielt auf den Entwurf eines Modells, mit dem die Entwicklung und Erhaltung von Sprachkonflikten innerhalb einer Sprachgemeinschaft diskursanalytisch nachvollzogen werden kann. Anhand des Beispiels des sprachlichen Sezessionismus der autonomen spanischen Region Valencia von der katalanischen Sprachgemeinschaft sollen die widerstreitenden Positionen als konzeptuelle Ordnung einer idealisierten Selbst- und Fremdwahrnehmung rekonstruiert werden.
Die bisherigen v.a. aus Valencia stammenden Analysen der valencianisch-katalanischen Problematik und ihrer diskursiven Dynamik sind vielfältig, beschränken sich jedoch sehr häufig auf die Analyse einzelner im gesellschaftlichen Diskurs Valencias vertretener Positionen. Der diskursive Zusammenhang der konträren Standpunkte sowie ihre Verortung im gesamtspanischen Kontext wird hierbei allzu oft nur am Rande diskutiert.
Die Beantwortung der folgenden Fragen steht deshalb im Mittelpunkt der Arbeit:

  • Mit welchen Mitteln und Methoden können die zentralen Gruppen dieses Sprach- und Identitätenkonflikts voneinander abgegrenzt, inhaltlich gefasst und kategorisiert werden?

  • In welcher Hinsicht unterscheiden sich die Akteure und polarisieren ihre Positionen, wie sind sie entstanden und welche Konfliktdynamik haben sie entwickelt?

  • Wie vollzieht sich die sprachliche Identitätskonstruktion bzw. die identitäre Konstruktion von Sprache bei den widerstreitenden Parteien, auf welche ideologischen Grundlagen verweist sie?

  • In welchem Verhältnis steht die Entwicklung und Ausformung dieser Positionen zu den soziopolitischen, ökonomischen und kulturellen Ereignissen in Spanien und Katalonien?

  • Welchen Beitrag leistet eine prototypische Rekonstruktion der im valencianischen Sprach- und Identitätskonflikt vertretenen Positionen für ein Verständnis zur gesamtspanischen Zentrum-Peripherie-Problematik?