Katholische Religionslehre (Unterrichtsfach): Fachdidaktik - Mittelschulen

Prüfungstermin: Herbst 2018

Thema Nr. 1

Laut Synodenbeschluss soll der katholische Religionsunterricht die Frage nach Gott wecken und reflektieren (Beschluss „Der Religionsunterricht in der Schule", 1974).

1. Beschreiben Sie auf der Grundlage empirischer Daten und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse den Gottesglauben und die Gottesvorstellungen Heranwachsender im Mittelschulalter!
2. Zeigen Sie ausgehend vom Konzept einer Kinder- bzw. Jugendtheologie verschiedene Grundideen auf, wie die Gottesfrage im katholischen Religionsunterricht thematisiert werden kann!
3. Entwerfen Sie eine lehrplankonforme Unterrichtsstunde, in der sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 im katholischen Religionsunterricht einer bayerischen Mittelschule mit der biblischen Gotteserfahrung auseinandersetzen! Erläutern Sie die entworfene Unterrichtsstunde in ihrer Gestaltung!

Thema Nr. 2

1. Nennen Sie pädagogische und theologische Gründe für den Einsatz der Bibel im katholischen Religionsunterricht der Mittelschule und setzen Sie diese in Bezug zu dessen Aufgaben, wie sie im Bischofswort „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" (2005) postuliert wurden!
2. Beschreiben Sie zwei bibeldidaktische Modelle und wägen Sie deren Chancen und Schwierigkeiten hinsichtlich des Einsatzes im katholischen Religionsunterricht der Mittelschule ab!
3. Entwerfen Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule in Bayern eine lehrplankonforme Doppelstunde, die biblisches Lernen ermöglicht und dabei sowohl den Aufgaben
des Religionsunterrichts als auch den skizzierten bibeldidaktischen Modellen gerecht wird!

Thema Nr. 3

Es gehört zum Alltag junger Menschen, dass sie neben dem Christentum anderen Religionen begegnen.

1. Zeigen Sie auf, inwiefern die Pluralisierung als Signum der Postmoderne auch den religiösen Bereich erreicht hat, und benennen Sie Herausforderungen, die sich daraus für religiöse Bildung in der Mittelschule ergeben!
2. Inwieweit ist der konfessionell gebundene Religionsunterricht gefordert, das Phänomen religiöser Pluralität zum Unterrichtsgegenstand zu machen? Erläutern Sie Prinzipien, didaktische Perspektiven
und konkrete Lernschritte für interreligiöses Lernen in der Schule!
3. Machen Sie an einem Unterrichtsbeispiel des katholischen Religionsunterrichts im Umfang von drei Unterrichtsstunden, bezogen auf den gültigen Lehrplan für die Mittelschule in Bayern, deutlich, wie interreligiöse Lernprozesse entsprechend den zu Teilaufgabe 2 angestellten Überlegungen zu gestalten sind!

Prüfungstermin: Frühjahr 2018

Thema Nr. 1

Der Religionsunterricht „wird die Schülerinnen und Schüler auch mit Formen gelebten Glaubens bekannt machen und ihnen eigene Erfahrungen mit Glaube und Kirche ermöglichen." (Die deutschen Bischöfe: Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 2005, S. 24)

1. Ordnen Sie diese Äußerung aus dem Positionspapier der deutschen Bischöfe zum Religions-unterricht in die Diskussion um die Konzeptionen und Ziele des Religionsunterrichts seit 1945 ein!
2. Beziehen Sie die genannte Zielausrichtung auf Erkenntnisse der aktuellen Jugendforschung! Stellen Sie dar, ob und inwiefern diese Zielvorgabe für Jugendliche heute passt!
3. Beschreiben Sie an einem, auf den bayerischen Lehrplan bezogenen Unterrichtsbeispiel Ihrer Wahl, wie es im katholischen Religionsunterricht der Mittelschule didaktisch-methodisch gelingen kann, den im Zitat benannten Anspruch konkret umzusetzen!

Thema Nr. 2

Gleichnisse - nichts für die Mittelschule?

1. Erläutern Sie, warum biblisches Lernen in der Mittelschule sinnvoll ist!
2. Diskutieren Sie den Einsatz von Gleichnissen in der Mittelschule unter Berücksichtigung von entwicklungspsychologischen Erkenntnissen!
3. Zeigen Sie an einer lehrplankonformen Unterrichtsdoppelstunde zu einer Gleichniserzählung methodische Möglichkeiten der Arbeit mit Gleichnissen im katholischen Religionsunterricht der Mittelschule auf!

Thema Nr. 3

Ästhetisches Lernen
1. Klären Sie den Begriff „Ästhetisches Lernen" und beschreiben Sie die Voraussetzungen für das ästhetische Lernen im Alltag heutiger Mittelschüler!
2. Benennen Sie religionsdidaktische Perspektiven des ästhetischen Lernens in der Mittelschule und beurteilen Sie diese in ihrer Bedeutsamkeit für heutige Heranwachsende!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen in einer lehrplankonformen Unterrichtsstunde für den katholischen Religionsunterricht an der bayerischen Mittelschule, welche die Vielgestaltigkeit ästhetischen Lernens erkennen lässt!

 

Prüfungstermin: Herbst 2017

Thema Nr. 1

,,Der Religionsunterricht macht mit Formen gelebten Glaubens vertraut und ermöglicht Erfahrungen mit Glaube und Kirche'' (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen 2005).

1. Legen Sie dar, inwiefern die oben genannte Forderung eine zentrale Aufgabe des Religionsunterrichts darstellt! Berücksichtigen Sie dabei auch die Umstände, unter denen Jugendliche heute aufwachsen!
2. Legen Sie dar, was unter performativem Lernen verstanden werden kann! Erläutern Sie dabei Chancen sowie mögliche Schwierigkeiten und Kritikpunkte!
3. Zeigen Sie anhand von zwei Unterrichtsbeispielen auf, wie im Religionsunterricht der Mittelschule performativ gelernt und gearbeitet werden kann!

Thema Nr. 2

Biografien enthalten reichhaltige Lernmöglichkeiten.

1. Legen Sie im Rückgriff auf ( religions-)soziologische Studien dar, warum Heranwachsenden in der heutigen Zeit vielfältige Orientierungsmöglichkeiten angeboten werden müssen!
2. Entfalten Sie Vor- und Nachteile eines Lernens an und mit Heiligen und sogenannten „Helden des Alltags" im Hinblick auf einen zeitgemäßen Religionsunterricht!
3. Zeigen Sie anhand einer Unterrichtsstunde auf, wie im Religionsunterricht der Mittelschule mit Biografien gearbeitet und an ihnen gelernt werden kann!

Thema Nr. 3

Der katholische Religionsunterricht in der Schule steht angesichts der Postmoderne vor neuen Herausforderungen.

1. Legen Sie - möglichst unter Rückgriff auf aktuelle empirische Studien und auf kirchliche Dokumente zum Religionsunterricht - dar, wie sich die veränderte religiöse Situation der Gegenwart darstellt!
2. Erörtern Sie, welche Probleme und Chancen sich aus dieser Situationsanalyse für die Thematisierung der Gottesfrage im Religionsunterricht der Mittelschule ergeben!
3. Verdeutlichen Sie Ihre Darlegungen zu den Teilaufgaben 1 und 2 an einer Unterrichtseinheit zu einem frei gewählten Unterrichtsthema zur Gottesfrage aus dem Lehrplan der Mittelschule! Gehen Sie bei der Darstellung Ihrer Unterrichtseinheit auf zu erwartende Schwierigkeiten auf Seiten der
Schülerinnen und Schüler, aber auch auf mögliche Lernchancen ein!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2017

Thema Nr. 1

Ethisches Lernen stellt einen inhaltlichen Schwerpunkt des Religionsunterrichts in der Mittelschule dar.

1. Erläutern Sie die Relevanz dieses Lernbereichs unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen!
2. Stellen Sie unterschiedliche Modelle ethischen Lernens vor und wägen Sie deren Vor- und Nachteile ab!
3. Entwickeln Sie eine Unterrichtssequenz (3-4 Unterrichtsstunden) zu einem ausgewählten Lehrplanthema der Bayerischen Mittelschule! Zeigen Sie dabei auf, wie den Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden kann, verantwortungsvoll ethisch handeln zu lernen!

 

Thema Nr. 2

„Nach und nach breitet sich die ( ... ) Erkenntnis aus, dass die als Wirklichkeit ausgegebene Welt des Großen und des Kleinen eine aus sinnlicher Wahrnehmung und geistiger Deutung konstruierte Vorstellung von Wirklichkeit ist - eingespannt in geschichtlich-soziale Kontexte." (Gottfried Bitter,
in: NHRPG, 236)

1. Beschreiben Sie die Aufgaben und Ziele, die der katholische Religionsunterricht verfolgt!
2. Stellen Sie das Modell des ästhetischen Lernens im Religionsunterricht dar und skizzieren Sie, wie die Aufgaben des Religionsunterrichts durch ästhetisches Lernen erreicht werden können!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen anhand einer Unterrichtsstunde, in der ästhetisches Lernen der Schülerinnen und Schüler angeregt wird!

 

Thema Nr. 3

Durch die große Zahl von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen, werden sich Gesellschaft und Kultur nachhaltig verändern.

1. Diskutieren Sie, ob bzw. inwiefern Erfahrungen von Flucht und Vertreibung in biblischen Texten für glaubende, suchende und sich als nicht-gläubig bezeichnende Schülerinnen und Schüler ein Verstehens- und Deutungspotential für die heutige gesellschaftliche Situation bieten können!
2. Stellen Sie ein Modell biblischen Lernens vor, mit dessen Hilfe Sie solche Texte schülergerecht im Unterricht thematisieren können!
3. Konkretisieren Sie Ihre Erkenntnisse an einem biblischen Text Ihrer Wahl zum Thema Flucht und Vertreibung, indem Sie zwei einzelne Unterrichtsbausteine entwickeln!