Lesung und Gespräch mit Iris Wolff: Lichtungen (2024)

Am Dienstag, 16. Juni 2026, 18 Uhr liest Iris Wolff im Raum U7/01.05 aus ihrem Roman Lichtungen

Iris Wolff wurde 1977 in Hermannstadt geboren und wuchs im Banat und in Siebenbürgen auf. 1985 emigrierte sie nach Deutschland, wo sie Germanistik, Religionswissenschaft, Grafik und Malerei in Marburg an der Lahn studierte. Sie war viele Jahre Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, außerdem als Dozentin für Kunst- und Kulturvermittlung tätig. Ihr Debütroman Halber Stein (2012) markierte den Beginn ihrer literarischen Auseinandersetzung mit Themen wie Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit. Darauf folgten die Romane Leuchtende Schatten (2015), So tun, als ob es regnet (2017) und der Bestseller Die Unschärfe der Welt (2020) ebenso wie zahlreiche Kurzgeschichten. Iris Wolff lebt heute als freie Autorin in Freiburg im Breisgau.

Für ihre Texte wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Marieluise-Fleißer-Preis (2019), dem Eichendorff-Literaturpreis (2021), sowie dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis (2021) und dem Solothurner Literaturpreis (2021). Ihr Roman Lichtungen wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024 nominiert und bekam außerdem den Uwe- Johnson-Preis (2024) und den Spycher: Literaturpreis Leuk (2024).

Der Roman Lichtungen, den Iris Wolff in Bamberg vorstellen wird, entfaltet in einer feinsinnigen Rückwärtserzählung die Geschichte von Lev und Kato, die im Vielvölkerstaat Rumänien ihren Anfang nimmt. Als Lev Jahrzehnte nach dem Mauerfall eine Postkarte von Kato aus Zürich mit der knappen Frage „Wann kommst du?“ erreicht, setzt eine Suche innerhalb der eigenen Biografie ein. Konsequent gegen den Strom der Zeit erzählend, spürt Iris Wolff dem Weg von Lev durch die vergangenen Jahrzehnte nach. Ein Leben, das von Katos frühem Aufbruch in den Westen Europas und seinem eigenen Verbleib in der Provinz geprägt ist.

Aus Levs Perspektive weitet sich der Blick dabei auf ein vielschichtiges Familienpanorama, in dem private Sehnsüchte untrennbar mit der politischen Geschichte Rumäniens verwoben sind. Erzählt wird von Fluchtversuchen des Großvaters und dem Alltag unter dem repressiven Ceaușescu-Regime, während Kato als teils abwesende, aber stete Bezugsgröße Levs Denken bestimmt. Erst am Ende dieser erzählerischen Reise durch die Zeit steht jener ferne Moment der Kindheit, in dem die beiden einander erstmals begegnen und Kato den ans Bett gefesselten Lev aus seiner Isolation löst. Wolffs Erzählung ist ein „Roman in sanften Molltönen, der die Schrecken der rumänischen Vergangenheit keineswegs ausspart“, so Carsten Otte in der taz.

Den Link zum Veranstaltungsplakat finden Sie hier.(1.1 MB)