Etymologische Skizzen und Notizen: Sprache • Kultur • Geschichte
Kommentar
Der vorliegende Band setzt die „Ägäischen Etymologien“ von 2025 mit einem breiten Spektrum an neuen Etymologien aus dem Keltischen, Germanischen, Slawischen und Vorgriechischen fort. Einige grundsätzliche Überlegungen zur indogermanischen Wanderung und Expansion schließen sich an. Den Schwerpunkt des Bandes bilden (wiederum) vorgriechische Orts-, Gewässer- und Personennamen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kreta, seiner Sprach- und Kulturgeschichte mit Hinblick auf die sog. ‘minoische’ Sprache hinter Linear A. Die Insel Lemnos steht im Mittelpunkt einer Analyse nach Geographie und den Realien hinter einschlägigen griechischen Epen und Mythen.
Erstmals klärt der Band die (idg.) Etymologien von Kydonia (= Chania), Rethymnon, Knossos, Phaistos und viele andere kretische Ortsnamen. Zusammen mit den Etymologien des Bandes von 2025 (Tylissos, Amnissos…) ergeben sie eine teilweise idg. geprägte “minoische” Sprache, die in Linear A geschrieben wurde. Aus den Etymologien lassen sich klare Schlußfolgerungen über die minoische Sprache herleiten, die sich als richtungsweisend herausstellen könnten: Das Minoische war eine Mischsprache und gehört somit keiner Sprachfamilie an. Die bisherigen Versuche, die Sprache von Linear A eindeutig als eine bestimmte Sprache zu erweisen, gehen demnach zwangsläufig ins Leere.
Der Band zeichnet ebenso ein klareres Bild als bisher von der vorgriechischen idg. Einwanderung nach Griechenland, spricht sich eindeutig für die klassische Annahme einer idg. ‘Urheimat’ nördlich des Schwarzen Meeres aus und nimmt zu weiteren strittigen Fragen in diesem Kontexxt Stellung.
Daneben versammelt der reich bebilderte und mit vielen Karten versehene Band eine Fülle von keltischen, germanischen, slawischen und anderen vorgriechischen Etymologien.
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Der Band wird auf dem OpenAccess-Publikationsserver der Universität Bamberg frei zur Verfügung stehen.
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