Slavistische Dissertation erschienen
Gerade (Febr. 26) erschienen: Alisa Müllers herausragende Dissertation zur “Linguistic Landscape” von Minsk, im Druck (bei der University of Bamberg Press) wie elektronisch im Open Access. Die Dissertation untersucht aber nicht nur die Sprachverhältnisse im öffentlichen Raum der belarussischen Hauptstadt, sondern enthält einen ganz grundlegenden Beitrag zur Methodik solcher Untersuchungen. “Theoretische Grundlagen, quantitative Korpusuntersuchung und explorative Statistik” lautet denn auch der Untertitel der 525 Seiten dicken Arbeit.
Der U4-Text des Bandes lautet:
"Eine groß angelegte Studie der Linguistic Landscape des Stadtzentrums von Minsk mit über 7.000 analysierten Einheiten untersucht in dieser Publikation die Frage, ob die beiden Amtssprachen von Belarus, Russischund Belarussisch, im öffentlichen Raum verschiedene Funktionen übernehmen.
Als Grundlage dient eine linguistische Linguistic-Landscapes-Forschung, die aus der Perspektive der Pragmatik heraus Linguistic Landscapes als Kommunikation versteht. So werden Eigenschaften von ortsgebundener Schrift im öffentlichen Raum beschrieben, die als Untersuchungskriterien für jede Art von Linguistic-Landscapes-Forschung dienen können.
Der Zusammenhang von Sprache und Funktion mit einem besonde ren Fokus auf dem Verhältnis vom Belarussischen und Russischen wird über Methoden der deskriptiven und explorativen Statistik untersucht: Die Korrespondenzanalyse und Point Pattern Analysis werden in dieser Arbeit zum ersten Mal auf Linguistic-Landscapes-Daten angewendet. Eine qualitative Betrachtung exemplarischer Einzelfälle vertieft das Ver ständnis der komplexen Mechanismen, die zur Entscheidung für eine der beiden Sprachen in einer bestimmten Funktion führen. Schließlich werden auch physische Eigenschaften der Schilder im Hinblick auf ihre Relevanz für die Sprachwahl auf den Schildern analysiert.
Die Studie zeigt, dass das Russische in der Linguistic Landscape von Minsk für alltagsrelevante und kommerzielle Zwecke verwendet wird. Das Belarussische hingegen übernimmt räumlich-indexikalische Funktionen, die zur Beschreibung des öffentlichen Raums dienen. Diese Sprachverwendung ermöglicht es, dass das Belarussische in anderen Kontexten als Symbol für die belarussische Nation dienen kann."
Einen ganz herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung der Arbeit und damit zum endgültigen Abschluß des Promotionsverfahrens, Dr. Alisa Müller!
