Prof. Dr. Christian Illies - Lehrstuhl für Philosophie II

Anschrift:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Philosophie II
96045 Bamberg

Tel.: + 49 951 863 1950
christian.illies(at)uni-bamberg.de

Raum: U2/01.02
Sprechzeiten:[Hier klicken]

 

Ausbildung und berufliche Funktion


1982-89 Studium der Biologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Heidelberg und Konstanz (Diplom Biologie 1989). Gefördert von der Studienstiftung des Dt. Volkes

1993 Diplôme Philosophie an der ENS Fontenay   

1995 DPhil in Philosophie (Oxford, Magdalen College, Supervision durch E.G. Taylor, R.C.S. Walker), Rhodes Scholarship

1995-2002 Hochschulassistent Essen (Lehrstuhl Prof. Dr. V. Hösle)

2002 Habilitation Philosophie (RWTH Aachen)

2002-2008 Universitair docent, Managing Board 3TU Centre for Ethics and Technology

2006-2008 Stiftungsprofessur für Philosophie der Kultur und Technik (KIVI-NIRIA Lehrstuhl)

Seit 2008 Lehrstuhl Philosophie 2 (Bamberg)

Seit 2000 Gastdozentur Philosophie / Ethik am Northern Institute of Technology Management (TU Hamburg-Harburg), Visiting Fellowships CRASSH (University of Cambridge), Life Member Clare Hall (University of Cambridge) 

Wissenschaftliche Vorträge (Auswahl)

Um die vollständige Liste wissenschaftliche Vorträge einzusehen, klicken Sie bitte hier(138.0 KB).

  • „Flanier mit mir. Architektur und Moral“, Augsburg, Bund Deutscher Architekten (15.6.2018)
  • "Magisch-mythisches Denken in der Architektur“, Lichtenfels (22.3.2018)
  • „Architektur als Zeit-Kunst“, ÖGFA Wien (5.12.2017)
  • „Schön und Gut“, Architekturtreff Bamberg (18.4.2017)
  • „Building Praying Thinking. Philosophical guidelines for church architecture“, Hendrik van Riessen Lecture, Technical University Delft (23.11.2016)
  • „Moral statt Autonomie? Zum Problem der Manipulation“, Universität Bonn (3.11.2016)
  • „Magico-mythical thinking in architecture“, Conference House of the Mind, Wadham College Oxford (16.3.2016); wiederholt in Coburg (20.9.2016)
  • „Schön und Gut - zum Verhältnis von Ästhetik und Ethik in der Architektur“, Max-Planck-Institut Florenz (13.11.2015)
  • „Es grünt!“ Vortrag/Debatte mit Catherine Larrère, Goethe-Institut/L'Alliance française de Bruxelles-Europe, Brüssel (22.9.2015)

Publikationen (Auswahl)

Um die vollständige Publikationsliste einzusehen, klicken Sie bitte hier(214.8 KB). 

1. Bücher

  •  Darwin, Freiburg i. B.: Herder 1999 (mit Vittorio Hösle). Neuauflage Bamberg: Buchner 2005
  • The Grounds of Ethical Judgement. New Transcendental Arguments in Moral Philosophy, Oxford: Oxford University Press 2003
  • Philosophische Anthropologie im biologischen Zeitalter. Zur Konvergenz von Moral und Natur, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2006
  • Philosophy of Architecture, Cambridge: Cambridge Architectural Press 2014 (mit Nicholas Ray)
    •  Philosophy of Architecture, English/ Chinese Edition, Liverpool University Press 2018 (mit  Nicholas Ray)

2. Bücher/Sondernummer Zeitschriften (Herausgeber)

  • Darwinism and Philosophy, University of Notre Dame Press 2005 (mit Vittorio Hösle)
  • Architecture & Philosophy. (Special Issue: Philosophical Anthropology), AP Vol 3, No 1 (2018) (mit Martin Düchs)

  • Architecture & Philosophy. (Special Issue: Philosophical Anthropology), AP Vol 3, No 2 (2018) (mit Martin Düchs)

3. Aufsätze

  • New debates in old ethical skins“, Kapitel 5 von M. Engelhardt u. N. Budisa (Hrsg.) Synthetic Biology Analysed. Tools for Discussion and Evaluation, Springer 2016, S. 89-126.

  • „Bouwen Bidden Denken. Filosfische bespiegelingen bij kerkarchitectuur“, Sophie 6 (2016), S. 10-17.

  • “Wer wohnt hier eigentlich? Eine unzeitgemäße anthropologische Fußnote zu The Ethical Function of Architecture“, Wolckenkuckucksheim / Cloud-Cukoo-Land 22/ 2017 (36), S. 87-113 (mit Martin Düchs) (online: http://cloud-cuckoo.net/fileadmin/issues_en/issue_36/article_duechs_illies.pdf)
  • „Neither for Beasts nor for Gods: Why only morally committed Human Beings can accept Transcendental Arguments“, in J. Brune, R. Stern, M. Werner (Hrsg.), Transcendental Arguments in Moral Theory, Berlin: De Gruyter 2017, S. 195-210.
  • „The Ethical Obligation to Beauty in the Design of Buildings“, in: J van den Hoven, S. Miller, Th. Pogge (Hrsg.), Designing in Ethics, Cambridge University Press 2017, S. 211-228. (erweiterte Fassung des Aufsatzes 58) (mit Nicholas Ray).

  • “Modulated Feelings: The Pleasurable-Ends-Model of Manipulation”, Philosophical Inquiries, 2018, vol. 8/ 2, S. 25-44 (mit Alexander Fischer)
  • „Transcendental Aristotelism: Can the „Fresh Start“ of Ethics Find a Happy End?“, Journal of Value Enquiry 2018, vol. 52.

 4. Buchbeiträge

  • „Bauen und Denken, Warum sich die Gegenwart mit dem Ensemble so schwer tut.“, in C. Mäckler und W. Sonne (Hrsg.), Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt, Institut für Stadtbaukunst Dortmund 2011, S. 113-121.
  • „Die Selbstübersteigung der Natur im Schönen. Zum Beitrag der Evolution für eine allgemeine Ästhetik”, in C. Tewes, K. Vieweg (Hrsg.):  Natur und Geist. Über ihre evolutionäre Verhältnisbestimmung, Berlin: Akademie 2011, S. 227 – 260..
  • “How to think about Global Duties”, in: M. Boylan (Hrsg.), Morality and Global Justice: A Reader of Original Essays. Westview Press 2011, S. 103 – 127.
  • „Vom Glück des sich entziehenden Glücks. Philosophisch-anthropologische Übrlegungen“, in H. Bedford-Strohm (Hrsg.), Glückseligkeit, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2011,  S. 37-50.

5. Varia

  • „Baukultur ist ….“ Kolumne 09 der Bundesstiftung Baukultur (Juni 2011) (http://www.bundesstiftung-baukultur.de/uploads/media/09_Baukultur_ist.pdf)
  • „Bedrohtes Bamberg“, Die Zeit 30/ 2011 (http://www.zeit.de/2011/30/Weltkulturerbe-Bamberg)
  • „Böse Moral, gute Politik“  Fränkischer Tag  S. 2 (6. Juni 2011)
  • „Hauptbahnhof Heidegger“,  Süddeutsche Zeitung (6.9.2010)
  • “Wie die Unterstadt in Metropolis”, Interview mit Wirtschaftswoche (Online) zum Bahnhof Stuttgart 21 (16.11.2010) http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/wie-die-unterstadt-in-metropolis-447501/2/

6. Interviews/Gespräche

  • Aktuelle Architektur in Oberfranken Bd. 2. Ein Architekturführer
    - „Nachhaltig ist ein Gebäude, das die Nachgeborenen erhalten wollen“ (Enrico Santifaller/ Initiative Baukunst in Oberfranken 2016)

  • Volkwin Marg. Gespräche über Architektur
    - „Schönheit würde ich geradezu als moralische Forderung betrachten“, im Gespräch mit Volkwin Marg (in Volkwin Marg. Gespräche über Architektur. ‚Der Verstand so schnell, die Seele so langsam‘, Zürich: Niggli 2016, S. 268-293)

  • Gerhard Stamer, Infinitum mobile.
    - „Die Globalisierung ist eine Steilvorlage für die Philosophie“. Ein Gespräch zwischen Christian Illies und Gerhard Stamer (in Infinitum mobile. Philosophische Lektionen zur Gegenwart. Dokumentation eines Webblogs von Gerhard Stamer, REFLEX 2017, S. 9-15)

Aktuelle Projekte/Forschungsvorhaben

  • Arbeit an einer Monographie „Making People Make Things – an Ethics of  Influence and Manipulation“
  • Vorbereitung eines Drittmittelprojekts zur Politischen Anthropologie
  • Edition verschiedener Sammelbände (zu biologischen Wurzeln der Kultur sowie zur Philosophie der Architektur)

Mitgliedschaften und Funktionen in akademischen Gesellschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Philosophie
  • Gesellschaft für Analytische Philosophie
  • Hans-Jonas Gesellschaft (Stellv. Vorsitzender 2006-2010)
  • Helmuth Plessner Gesellschaft
  • Fränkische Gesellschaft für Philosophie

Kooperationen

  • In Kooperation mit dem Department of Politics and International Studies/ University Cambridge (H. Wydra) Arbeit an Grundfragen der politischen Anthropologie.
  • Mitglied der interdisziplinären Arbeitsgruppe ‚Anthropologie’ der FEST Heidelberg, in dem es um die Bedeutung der Wissenschaften für ein adäquates Menschenbild geht (Leitung G. Hartung).
  • Kooperation mit der Europäischen Akademie für Technikfolgenabschätzung Bad Neuenahr als Mitglied im Arbeitskreis „Synthetische Biologie“.
  • Kooperation mit N. Ray (Cambridge University, Department of Architecture) im Projekt „Value Sensitive Design - Beauty and Morality in Architecture“.
  • Kooperation mit der Technischen Universität Eindhoven (A. W. M. Meijers und seiner Arbeitsgruppe) zur Philosophie technischer Artefakte.

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Übersicht über die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Christian Illies.

Politische Anthropologie

Die Politische Philosophie denkt über das menschliche Zusammenleben nach und stützt sich dabei auf ein oft nur implizit gegebenes Bild des Menschen; denn in welcher Weise wir leben wollen hat viel damit zu tun, wie wir uns selbst verstehen. Die verschiedenen anthropologischen Konzepte hinter politischen Theorien sollen genauer bestimmt und kritisch evaluiert werden, vor allem hinsichtlich ihrer Kompatibilität mit den Ergebnissen der empirischen Wissenschaften des Menschen. Eine Kernfrage ist dabei, wie eine liberale politische Theorie mit Forschungsergebnissen umgehen kann, die die Vorstellung eines autonomen Subjekts in Frage stellen.

Ethik der Manipulation und Einflussnahme

Der eigentliche Sinn ethischer Reflexionen liegt darin, praktisch zu werden. Aber oft, vielleicht meistens handeln wir nicht als autonome, reflektierende moralische Wesen (das Subjekt der traditionellen Ethik), sondern werden durch äußere Umstände und Einflüsse (z.B. Institutionen, Policy, Artefakte) dazu gebracht, etwas zu tun – oft ohne uns dessen bewusst zu sein. Doch die uns lenkenden Einflüsse fanden und finden wenig Aufmerksamkeit bei Ethikern, obgleich sie oftmals von großer moralischer Relevanz sind. Es geht darum, diesen lebenspraktisch zentralen, aber von der Ethik vernachlässigten Bereich zu erhellen und Kriterien zu finden, mit denen Weisen der Einflussnahme bis hin zur Manipulation ethisch bewertet werden können. (Dieses Forschungsprojekt steht in Zusammenhang mit Fragen der Technikphilosophie, aber auch mit der Politischen Anthropologie.)

Evolution und Ethik

Im Anschluss an Arbeiten zur Philosophie der Biologie (z. B. Darwin, Freiburg 1999; mit V. Hösle) geht es darum, was es für die Ethik bedeutet, wenn der Mensch als Produkt der Evolution verstanden wird. Denn auch als Kulturwesen sind wir ein biologischer Organismus ist und unserem Handeln, Fühlen und sogar Urteilen vielleicht weiter gehend von der Natur bestimmt als die Ethik lange Zeit annahm. Ist es möglich, an einer Ethik für Vernunftwesen festzuhalten? Bei diesem Forschungsschwerpunkt geht es also darum, inwieweit Kant und Darwin philosophisch kompatibel sind.

Philosophie der Architektur

In der Architektur drücken sich Überzeugungen und Antworten aus, die eine Zeit auf viele Fragen gibt, technische, politische, ethische, metaphysische oder anthropologische. Gebäude spiegeln daher Weltbilder – aber sie gestalten diese zugleich Denn unsere Bauweise legt Lebensformen und Überzeugungen nahe und hat so auch eine große gesellschaftliche wie theoretische Gestaltungskraft. In dem Projekt zur Architektur wird versucht, dieses spannende Potential der Architektur philosophisch auf den Begriff zu bringen und so vielleicht gedankliche Bausteine für eine bessere (oder wenigstens reflektiertere) Bauweise zu liefern.