Projekt "Reißverschluss"

Projektleitung: Prof. (Univ. Thess.) Dr. Jutta Wolfrum

Weitere Betreuung: Laura Mogl 

 

Als Reaktion auf die stark gestiegenen Anfragen von Schulleitenden aus dem Landkreis Bamberg wurde 2017 das Service Learning Projekt „Reißverschluss“ in Kooperation mit dem Bildungsbüro des Landkreises Bamberg etabliert.

Wie bei seinem Namensvetter werden bei „Reißverschluss“ Elemente miteinander verbunden, die in enger Verzahnung zum angestrebten Ziel, hier einer effektiven Sprachförderung, führen.
Die beiden Seiten, die dabei verknüpft werden, sind einerseits Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund in Grund- und Mittelschulen des Landkreises Bamberg, deren besondere Schwächen und Stärken im Regelunterricht nicht ausreichend berücksichtigt werden können und andererseits fortgeschrittene Studierende der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache, die ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse in Kleingruppenunterricht umsetzen und Praxiserfahrungen sammeln möchten. In der Kleingruppenförderung werden sowohl die individuellen Lernbiographien berücksichtigt als auch die Herkunftssprachen mit einbezogen. Letzteres ist gerade für Seiteneinsteiger elementar und zugleich auch eine Besonderheit des Projektes.

Eine Win-Win-Situation für alle daran Beteiligten

Die Lernende werden individuell gefördert, deren Lehrkräfte zum einen entlastet, zum anderen evtl. auch inspiriert durch Ideen, die von den Studierenden in die Schulen hineingetragen werden.
Die Studierenden werden um Praxiserfahrungen reicher, an welchen es  nach eigenen Angaben im Studium fehlt; sie werden auf den Sprachunterricht in heterogenen Regelklassen vorbereitet, da auch in Kleingruppen Lernende unterschiedliche (Lern-)biographien und Herkunftssprachen mitbringen. Wie damit umzugehen ist und wie Unterricht mit mehrsprachigen Lernenden gestaltet werden kann, wird den Studierenden im Begleitseminar vermittelt, welches maßgeblich zu deren Professionalisierung beiträgt, aber auch ein Forum für die Reflexion über deren Unterrichtserfahrungen bietet.
Betrachtet man aktuelle Zahlen der ausländischen Bevölkerung in Deutschland, so ist es wichtig, neben geflüchteten Lernenden auch die aus EU-Mitgliedstaaten zu fördern, zumal letztere Zielgruppe in aktuellen Förderprogrammen häufig nicht mehr vorkommen.

Konkretes

Das Service-Learning-Projekt ist bereits seit SoSe 2017 in einer Erprobungsphase und wird im SoSe 2018 für eine große Gruppe Studierender geöffnet.
Die Studierenden werden an Kooperationsgrund- und -mittelschulen im Landkreis Bamberg vermittelt.
Die Kommunen beteiligen sich finanziell, indem Sie für die Fahrtkosten der Studierenden aufkommen und nach Möglichkeit auch das Engagement der Studierenden in den Schulen honorieren.
Die Studierenden arbeiten mindestens vier, max. acht,  Unterrichtsstunden in der Schule, jedoch nicht im Unterricht, sondern parallel dazu mit ihrer Kleingruppe. Parallel dazu besuchen sie das Begleitseminar, welches im Vertiefungsmodul DiDaZ verortet ist.