Neue Publikation: Macht und Sexualität in Paarbeziehungen

Eine neue Publikation mit dem Titel: „Power and Sexuality: Associations of Experienced and Desired Power with Sexual Aspects of Couples’ Lives” von Robert Körner und Astrid Schütz ist in der Fachzeitschrift The Journal of Sex Research erschienen.

Wir untersuchten die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Machtformen und Sexualität in romantischen Paarbeziehungen. Dabei verstehen wir Macht als sozialen Einfluss und Möglichkeit, Entscheidungen zu beeinflussen (persönliches Machtgefühl). Das Machtmotiv bezeichnet dagegen das Streben nach mehr Einfluss und Kontrolle in der Beziehung. An vier Studien nahmen insgesamt über 1100 Versuchspersonen aus Deutschland teil, die sich in heterosexuellen oder queeren Beziehungen befanden. 
Die Ergebnisse zeigten, dass höhere Macht in der Beziehung mit mehr sexueller Zufriedenheit, sexueller Motivation und sexueller Durchsetzungsstärke in Zusammenhang standen. Das heißt, wer Einfluss und Kontrolle in der Beziehung erlebte, war sexuell zufriedener, hatte stärkeres Verlangen nach Sex und konnte eigene sexuelle Wünsche besser äußern und durchsetzen. Zudem waren die Partnerinnen und Partner von Personen mit hoher Macht sexuell ebenfalls zufriedener. Das Machtmotiv stand nicht mit den anderen untersuchten Aspekten in Zusammenhang. 

Diese Befunde wurden über die vier Studien hinweg weitgehend repliziert. Das galt unabhängig davon ob Macht als stabiles Machtgefühl oder als aktueller Zustand erfasst wurde. Zudem zeigten sich in den Zusammenhängen kaum Unterschiede zwischen Frauen und Männern und nur teilweise Unterschiede zwischen heterosexuellen und LGBTQ-Personen. Insgesamt verdeutlichen die Befunde, dass Macht ein relevanter Prädiktor sexueller Aspekte in Beziehungen ist und dass verschiedene Machtformen (eigene Macht, Macht der Beziehungsperson, Machtmotiv) in unterschiedlicher Weise mit Aspekten von Sexualität in Zusammenhang stehen.

Referenz:
Körner, R., & Schütz, A. (in press). Power and sexuality: Associations of experienced and desired power with sexual aspects of couples’ lives. The Journal of Sex Research. doi.org/10.1080/00224499.2025.2599941