Neuerscheinungen 2026
Reflexive Kompetenzentwicklung als Führungsaufgabe: Wie die Subjektivierung von Arbeit Führung verändert / Julia Mohr
Bamberg: University of Bamberg Press, 2026
(Schriften aus der Fakultät Humanwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 48)
DOI: 10.20378/irb-112381(Zugriff zum Volltext)
Lizenz: Creative Commons – CC BY – Namensnennung 4.0 International
978-3-98989-096-1
Preis: 32,00
Die Arbeit untersucht die Subjektivierung von Arbeit und deren Einfluss auf Führung im Unternehmen. Subjektivierung bedeutet, dass Organisationen verstärkt auf die individuellen Fähigkeiten, Motive und Wissensbestände der Mitarbeitenden zugreifen. Obwohl Führungskräfte hierbei eine zentrale Rolle spielen, ist deren Bedeutung bislang kaum erforscht. Die Dissertation schließt diese Lücke, indem sie analysiert, wie Unternehmen subjektivierendes Arbeitshandeln einfordern und fördern und wie Mitarbeitende diesen Anspruch bewältigen. Im Fokus steht die entwicklungsbezogene Dimension der Subjektivierung. Die Untersuchung basiert auf einer qualitativ-explorativen Fallstudie mit zwei Fällen: der betrieblichen Perspektive eines Großkonzerns (Ohm AG) und der Mitarbeitendenperspektive einer IT-Abteilung (Mail AG).
Die Ergebnisse zeigen, dass Führungskräfte nicht nur maßgeblich die Rahmenbedingungen für subjektivierendes Handeln, sondern ebenso reflexive Kompetenzentwicklung schaffen. Während Unternehmen formalisierte Prozesse zur Kompetenzentwicklung implementieren, erfolgt die Entwicklung bei Mitarbeitenden überwiegend erfahrungsbasiert und selbstgesteuert. Die Studie führt den Begriff der „Führungsaufgabe der reflexiven Kompetenzentwicklung“ ein und weist auf deren pädagogische Dimension hin.
Für die Praxis ergeben sich neue Anforderungen an die Führungskräfteentwicklung, die aktuell kaum berücksichtigt werden. Theoretisch erweitert die Arbeit das Verständnis von Führung im Kontext subjektivierter Arbeit und eröffnet Perspektiven für die Integration pädagogischer Ansätze in die Führungskräfteentwicklung und in das Führungshandeln selbst.
Zum Leben befähigen: Eine Analyse der Kooperativen Ganztagsbildung mit Hilfe des Capabilities Approach von Martha C. Nussbaum / Sonja Schweikart
Bamberg: University of Bamberg Press, 2026
(Schriften aus der Fakultät Humanwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 47)
DOI: 10.20378/irb-110292(Zugriff zum Volltext)
Lizenz: Creative Commons – CC BY – Namensnennung 4.0 International
978-3-98989-072-5
Preis: 22,00
Schule und Kinder- und Jugendhilfe sind eigenständige Bildungsinstitutionen, die einen bedeutsamen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern ausüben und deren zukünftige Lebensgestaltung maßgeblich beeinflussen. Wie die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen, ist der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark an ökonomische Ressourcen und familiäre Herkunft gekoppelt. Vor diesem Hintergrund wurde ein Forschungsprojekt initiiert, das ein Modellprojekt im Bereich der Ganztagsbildung unter Gerechtigkeitsaspekten analysiert.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die theoretische Analyse eines Ganztagsprojekts. Die Untersuchung widmet sich der Frage, wie die Kooperation zwischen staatlicher Grundschule und kommunaler Kinder- und Jugendhilfe aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive angemessen beschrieben werden kann. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Bildungsgerechtigkeit und der Förderung des Wohlergehens von Kindern. Die Analyse und die sich daraus ergebenden Implikationen erfolgen unter Zuhilfenahme des Capabilities Approach, des sogenannten Befähigungsansatzes von Martha C. Nussbaum. Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte um Bildungsgerechtigkeit leisten. Zur Bearbeitung der Fragestellung wird ein theoretisch-analytischer Ansatz gewählt, der hermeneutisch ausgerichtet ist.
Am Beispiel der Münchner Kooperativen Ganztagsbildung wird die Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungssysteme exemplarisch untersucht. Dabei wird der Capabilities Approach von Martha C. Nussbaum als Analyseinstrument verwendet, um die Ausbildung der von ihr definierten zehn Fähigkeiten für ein gutes Leben zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf kindgerechte und gedeihliche Möglichkeitsräume gelegt. Die Theorie von Martha C. Nussbaum legt nahe, die Mechanismen zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit in ihrer Vielfalt in den Blick zu nehmen. Konkret wird die Kooperative Ganztagsbildung unter Anwendung des Capabilities Approach anhand der Terminologie und der zehn Grundfähigkeiten dargestellt und analysiert. Anschließend werden die darüber hinausgehenden Potenziale aufgezeigt.
Die Analyse führt zu vier zentralen Ergebnissen. Erstens ist das Kindeswohl und nicht die Systemlogik in den Mittelpunkt zu stellen. Zweitens identifiziert die Analyse der unterschiedlichen Systemlogiken von Schule und Kinder- und Jugendhilfe vier Friktionen in Bezug auf Personal, Finanz- und Leitungsstrukturen sowie das Selbstverständnis. Drittens wird festgestellt, dass die Eigenlogiken und Anforderungen von Bildungssystemen in der Erziehungswissenschaft bisher kaum berücksichtigt werden. Ein interdisziplinäres Analyseinstrument mit dem Fokus auf das Kindeswohl ist daher wichtig. Viertens wird evident, dass der Capabilities Approach ein geeignetes Analyseinstrument ist, um Bildungsungerechtigkeit zu identifizieren. Er ermöglicht es, spezifische Kriterien abzuleiten und Anforderungen an die Lernumgebung zu operationalisieren, um einer willkürlichen Interpretation und Umsetzung vorzubeugen.
Die Analyse unterstreicht die Dringlichkeit, Bildungs- und Sozialpolitik als Einheit zu betrachten, das Kind in den Mittelpunkt allen Denkens und Handelns zu stellen und eine gemeinsame Bildungs- und Sozialverantwortung zu fördern. So könnte ein modernes Familien- und Kommunikationszentrum, ein Family Community Centre (FCC), entstehen, das den Bemühungen um mehr Bildungsgerechtigkeit Rechnung trägt.
Etymologische Skizzen und Notizen: Sprache • Kultur • Geschichte / Sebastian Kempgen
Bamberg: University of Bamberg Press, 2026
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 56)
DOI: 10.20378/irb-112785(Zugriff zum Volltext)
Lizenz: Creative Commons – CC BY – Namensnennung 4.0 International
978-3-98989-098-5
Preis: 45,00
Der vorliegende Band setzt die „Ägäischen Etymologien“ von 2025 mit einem breiten Spektrum an neuen Etymologien aus dem Keltischen, Germanischen, Slawischen und Vorgriechischen fort. Einige grundsätzliche Überlegungen zur indogermanischen Wanderung und Expansion schließen sich an. Den Schwerpunkt des Bandes bilden (wiederum) vorgriechische Orts-, Gewässer- und Personennamen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kreta, seiner Sprach- und Kulturgeschichte mit Hinblick auf die sog. ‘minoische’ Sprache hinter Linear A. Die Insel Lemnos steht im Mittelpunkt einer Analyse nach Geographie und den Realien hinter einschlägigen griechischen Epen und Mythen.
Tagungsband der Zweiten Tagung KI und Bildung zusammen mit dem Praxistag KI an Schulen (KIBIS 2025) / hg. von Ute Schmid, Alisa Véronique Münsterberg und Eva-Maria Weiss
Bamberg: University of Bamberg Press, 2026
(Schriften aus der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 46)
DOI: 10.20378/irb-112219(Zugriff zum Volltext)
Lizenz: Creative Commons – CC BY – Namensnennung 4.0 International
Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend Bedeutung im Bildungsbereich. Zum einen ist die Vermittlung grundlegender Kompetenzen im Bereich KI (AI Literacy) als Erweiterung von Medien- und Informatikkompetenzen relevant, um einen sicheren und reflektierten Umgang mit KI-Systemen zu ermöglichen. Zum anderen werden neue, KI-basierte Ansätze zur Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen erforscht und entwickelt. Die Gestaltung von Bildungsprozessen in Schule, Hochschule, Ausbildung und im außerschulischen Bereich kann nur gelingen, wenn Wissenschaft und Anwendung zusammenarbeiten, um relevante fachliche Kompetenzen im Kontext der zunehmenden Verfügbarkeit von KI-Werkzeugen zu identifizieren und daraus Anforderungen an KI-Systeme im Bildungsbereich abzuleiten.
Genau dies ist das Anliegen der Tagung “Künstliche Intelligenz in der Bildung zusammen mit dem Praxistag KI an Schulen” (KIBIS 2025), die am 9. und 10.Oktober 2025 zum zweiten Mal an der Universität Bamberg stattgefunden hat. Der Tagungsband der KIBIS 2025 umfassen Forschungsbeiträge aus den Bereichen KI, Informatikdidaktik, Fachdidaktiken und Pädagogik zur Vermittlung von KI-Kompetenzen für unterschiedliche Zielgruppen. Vertreterinnen und Vertreter aus der Bildungspraxis in Schule, Hochschule, im betrieblichen und außerschulischen Bereich stellen konkrete Anwendungen der KI-Vermittlung sowie beim Einsatz von KI-Werkzeugen vor.




