Kurzskala zu moralischem Absolutismus für das GLES Tracking ausgewählt

Wie stark ist unsere Tendenz, schnelle Urteile zu fällen und unsere Umwelt in einfachen Kategorien zu bewerten? Und welche Rolle spielt diese Tendenz für politische Einstellungen und Wahlentscheidungen? Die Subskala zur Messung von moralischem Absolutismus des von uns entwickelten MAAS-9 wurde im diesjährigen Call for Questions der German Longitudinal Election Study (GLES) ausgewählt. Damit wird die Skala im GLES Tracking im November 2026 eingesetzt.

Moralischer Absolutismus beschreibt die Tendenz, moralische Überzeugungen als grundsätzlich und unabhängig von Umständen gültig zu betrachten. Als eine Dimension von Ambiguitätstoleranz erfasst er damit eine spezifische Einstellung gegenüber Mehrdeutigkeiten: Wie gehen Menschen damit um, wenn moralische Fragen nicht eindeutig zu beantworten sind? Unsere Kurzskala misst diese Dimension mit nur drei Items und ermöglicht es damit, sie auch in groß angelegten sozialwissenschaftlichen Befragungen einzusetzen.

Mit dem Einsatz im GLES Tracking wird moralischer Absolutismus erstmals im Rahmen dieser Studie erhoben. Die Daten ermöglichen es, Zusammenhänge mit politischen Einstellungen zu untersuchen und damit die Rolle des Umgangs mit Mehrdeutigkeit im Kontext politischer Urteilsbildung näher zu beleuchten.

Steger, D., & Schütz, A. (2026). Disambiguating tolerance of ambiguity: Introducing the MAAS-9 as a short, reliable, and multidimensional measure of attitudes toward ambiguity. Journal of Personality Assessment. https://doi.org/10.1080/00223891.2026.2645707

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