Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Islamische Kunstgeschichte und Archäologie

Universitätsmuseum für Islamische Kunst

Läuft man heute durch die beschaulichen Gassen der Bamberger Altstadt, so ahnt man kaum, dass sich hinter den Mauern des Hauses Austraße 29 die wahrscheinlich weltweit größte Sammlung für islamische Metallarbeiten des 6. bis 13. Jahrhunderts befindet.

Das Museum umfasst heute (2011) etwa 7000 Einzelobjekte, darunter auch Keramik, Glas und Handschriften. [Details zum Museumsbestand und Raumaufteilung hier zum Download(15.0 KB)]

Zusammengestellt wurde die Sammlung von einem in der Wirtschaft tätigen Privatmann, der zunächst keinen Bezug zur islamischen Kunst hatte. Manfred Bumiller (*1928 in Neuss) hatte an der Universität Köln seinen Diplom als Kaufmann (1952) und Volkswirt (1953) erworben und war seit 1958 als Steuerberater selbstständig. Heute kümmert er sich hauptsächlich um seine Sammlung und pendelt zwischen seinen Wohnsitzen Piegaro/Italien, München und Bamberg.

Sammlungsgeschichte, Museumsgebäude und Bestand

Die Idee, eine Sammlung frühislamischer Kunst zu gründen entstand im Herbst 1980 durch den Kontakt zu Professor Siegfried Wichmann, Kunsthistoriker und Spezialist für Malerei des 19. Jahrhunderts. Dieser machte M. Bumiller darauf aufmerksam, dass es in Europa bislang keinen Sammler gab, der auf islamisches Metall spezialisiert sei – ein besonders reizvoller Anlass, im Juni 1981 eine eigene Sammlung zu gründen, die bald zu einer umfassenden Kollektion heranwuchs.

Die ersten drei Objekte, welche die Basis für die heute so umfangreiche Sammlung schufen, waren eine Messingschale mit Jagdmotiv, eine goldtauschierte Stahlschale und ein Räuchergefäß in Form eines Löwen.

Durch den stetigen Zuwachs entstand bald die Notwendigkeit repräsentative Räumlichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig sollte die Sammlung in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben und an eine wissenschaftliche Institution angegliedert werden. Hierfür boten sich mehrere renommierte Institutionen an, wie das University Museum Chicago oder das Museum für Islamische Kunst im damaligen West-Berlin. Da diese jedoch zu weit vom Wohnsitz des Sammlers entfernt lagen, beschloss dieser ein eigenes Museum an seinem deutschen Wohnsitz Bamberg zu gründen. Besonders günstig erwies sich hierbei die Nähe zum Institut für Orientalistik der Universität Bamberg, das u.a. das Fach islamische Archäologie und Kunstgeschichte vertritt.

Als Museumsbau wurde ein historisches Bürgerhaus im Herzen der UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg erworben, dessen Geschichte bis ins Spätmittelalter zurückreicht. [Genaue Informationen zur Gebäudegeschichte finden Sie hier: Zeittafel des Museumsgebäudes(5.3 KB)]

Nach Abschluss der Sanierung wurden die Objekte aus den Räumen des Privathauses des Sammlers in München nach Bamberg überführt. Die Museumseröffnung erfolgte am 13.01.1995.

Das Universitätsmuseum

Das Museum befindet sich heute auf zwei Etagen des Hauses Austraße 29 und einer Etage des Hauses der Austraße 27. Die Räumlichkeiten der beiden Häuser sind durch eine Verbindungstür im 2. OG miteinander verbunden. In der 1. Etage befinden sich sechs Ausstellungsräume und in der 2. Etage acht weitere. Der Zugang befindet sich in der Hasengasse, welche von der Austraße abgeht.

Das Museum, das ursprünglich als Bumiller Collection of Early Islamic Art gegründet wurde, ist seit 2008 an die Universität angegliedert und heißt seitdem Universitätsmuseum für Islamische Kunst. Das Museumsgebäude beherbergt außerdem Seminarräume, welche Studenten und Experten zum Lernen und Forschen zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Größe der Sammlung und des bis heute lückenhaften Forschungsstandes zu islamischer Metallkunst bietet das Museum einen einzigartigen Einblick in dieses Spezialgebiet. Studierende und Fachleute der islamischen Kunstgeschichte haben überdies die außerordentliche Möglichkeit, sich intensiv mit Fragen der Herkunft, Datierung und Stellenwert der einzelnen Objekte innerhalb der islamischen Kunst auseinanderzusetzen.