Qualifikationsziele – Beispiele und Anregungen zur Formulierung

Diese Seite dient insbesondere als Ergänzung zur Handreichung zur Formulierung von Qualifikationszielen für Studiengänge. Hier finden Sie weiterführende Erläuterungen und Formulierungstipps.

Zu den vier, in der Handreichung aufgeführten Dimensionen von Qualifikationszielen, werden hier je zwei Beispiele für Bachelor- und Master-Studiengänge aufgeführt. Diese vier Dimensionen fußen auf dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (kurz HQR) bzw. auf der Musterrechtsverordnung i. V. m. dem Studienakkreditierungsstaatsvertrag. Ergänzt wurden Erläuterungen des Wissenschaftsrates (2015, S. 40f.), was unter diesen Dimensionen subsumiert wird.

Es ist erforderlich, dass Qualifikationsziele einen deutlichen Bezug zu allen vier Dimensionen aufweisen. Es ist jedoch nicht notwendig, zu jeder Dimension gleichmäßig viele Qualifikationsziele zu nennen. Auch kann es je nach Studiengang vorkommen, dass Master-Niveau-Beispiele bereits in einem Bachelor gefordert werden, insb. was Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliches Engagement angeht.

Die unten aufgeführten Formulierungen sind lediglich Beispiele, welche spezifisch ans eigene Fach angepasst werden müssen. Sie dienen dazu, einen groben Eindruck über die Anwendung der in der Handreichung erwähnten Kriterien zu gewinnen. Wichtig ist zudem, dass Qualifikationsziele unterschiedlicher Studiengänge unterscheidbar sind. Insbesondere bei Bachelor-Studiengängen und ihren konsekutiven Mastern. In diesen Fällen müssen sich die Formulierungen auch nicht so sehr ähneln wie in den angeführten Beispielen; hier dient es nur dem Zweck des besseren Niveau-Vergleichs.

Formulierungshilfe: Qualifikationsziele nach Abschluss

Dimensionen von Qualifikationszielen

Bachelor-Niveau

Master-Niveau

Wissenschaftliche oder künstlerische Befähigung

 

Situationsgerechte Auswahl, Anwendung und Anpassung fachspezifischer Theorien und Methoden; selbstständiger kritischer Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen; Pflege und Fortentwicklung der Disziplinen; personelle Reproduktion der Wissenschaftseinrichtungen; Transfer von Wissen in andere Gesellschaftsbereiche

Studierende können die Modelle XY vergleichen und haben mindestens eines davon in Hausarbeiten charakterisiert.

Studierende können die Modelle XYZ charakterisieren und im gemeinsamen Diskurs hinterfragen.

Studierende haben im Rahmen ihrer Abschlussarbeit gezeigt, dass sie eine Forschungsarbeit gestalten können, in der sie gelerntes Wissens unter Anwendung von Forschungsmethoden auf eine abgeleitete Forschungsfrage angewendet und deren Nutzen für die eigene Disziplin eingeschätzt haben.

Studierende haben im Rahmen ihrer Abschlussarbeit gezeigt, dass sie eine Forschungsarbeit gestalten können, in der sie gelerntes Wissen unter Anwendung und Begründung bestimmter Forschungsmethoden auf eine entworfene Forschungsfrage angewendet und hinsichtlich aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen reflektiert haben.

Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit

 

Vorbereitung auf Erwerbstätigkeit die durch Offenheit der Gestaltung sowie ein breites Aufgabenspektrum gekennzeichnet ist. Dementsprechend:

Entsprechende Fach- und Methodenkenntnisse;

überfachliche Kompetenzen wie Urteilsvermögen, Reflexionsfähigkeit, Projekt- und Zeitmanagement

 

Studierende haben demonstriert, dass sie sich große Mengen an Wissen aneignen und wiedergeben können.

Studierende haben demonstriert, dass sie große Mengen an Wissen erschließen und wiedergeben bzw. hinsichtlich deren Nutzen bewerten können.

Studierende haben einschlägige Methoden (insb. WX) im Rahmen von Hausarbeiten und Referaten eingesetzt und hinsichtlich deren Umsetzung reflektiert.

Studierende haben die (komplexeren) Methoden YZ im Rahmen von Hausarbeiten und Referaten auf bestimmte Fragestellungen hin ausgesucht, angepasst und eingesetzt. Zudem haben sie eigene Ideen konzipiert und deren Umsetzung reflektiert.

Persönlichkeitsentwicklung

 

Sozialisation in die Wissenschaft; Identifizierung mit einem Fach; Entwicklung eines wissenschaftlichen und beruflichen Ethos;

Selbstorganisations-, Kommunikations-, Team- und Konfliktfähigkeiten

Studierende haben sich in Gruppenarbeiten kritisch mit WXY auseinandergesetzt und ihr Anliegen fundiert argumentiert. Dabei berücksichtigen sie die Sichtweisen anderer Studierender und gehen darauf ein.

Studierende haben sich in Gruppenarbeiten kritisch mit XYZ auseinandergesetzt und ihr Anliegen auch für fachfremde Personen verständlich fundiert argumentiert. Dabei erkennen sie Konfliktpotenziale und wirken konstruktiv auf adäquate Lösungen hin.

Studierende haben ein berufliches Selbstbild entwickelt [Wie sieht ein solches Selbstbild aus?], welches sich in unterschiedlichen (beruflichen) Situationen beobachten lässt und von den Studierenden dargelegt werden kann. Möglich: Sie kennen alternative Entwürfe.

Studierende haben ein berufliches Selbstbild entwickelt [Wie sieht ein solches Selbstbild aus?], welches sie in unterschiedlichen (beruflichen, wissenschaftlichen) Situationen einbringen und erläutern können. Sie haben sich hinsichtlich alternativer Entwürfe hinterfragt und können entsprechende Abgrenzung begründen.

Sie können ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen [Welche Fähigkeiten sieht der Studiengang für alle vor?] und haben bereits Ideen zu deren Weiterentwicklung.

Sie können ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen [Welche Fähigkeiten sieht der Studiengang für alle vor?] und Pläne nennen, wie und wohin sie diese weiterentwickeln wollen.

Gesellschaftliches Engagement


(eigentlich eine „Unterkategorie“ von Persönlichkeitsentwicklung, hier aber getrennt betrachtet)

 

Befähigung um gesellschaftliche, politische und kulturelle Prozesse kritisch, reflektiert sowie mit Verantwortungsbewusstsein und in demokratischem Gemeinsinn maßgeblich mitgestalten zu können

Studierende reflektieren die gesellschaftliche/ politische/ kulturelle Bedeutung ihrer Fähigkeiten/ Kompetenzen/ Fachdisziplin.

[Welche besonderen Bedeutungen von Fähigkeiten/ Disziplin/ … sollen bewusstwerden?]

Studierende reflektieren die gesellschaftliche/ politische/ kulturelle Bedeutung ihrer Fähigkeiten/ Kompetenzen/ Fachdisziplin und beziehen diese Erkenntnisse in ihr Handeln ein.

[Welche besonderen Bedeutungen von Fähigkeiten/ Disziplin/ … sollen bewusstwerden?]

Studierende haben den gesellschaftlichen/ politischen/ kulturellen Hintergrund ihrer Disziplin kennengelernt und gezeigt, dass sie deren Bedeutung für die Gegenwart erläutern können.

Studierende haben den gesellschaftlichen/ politischen/ kulturellen Hintergrund ihrer Disziplin aus anderen Perspektiven [Welche?] heraus betrachtet und gezeigt, dass sie Erkenntnisse auf Gegenwart und Zukunft übertragen können.

Studierende haben in mehreren Gruppenarbeiten/ -referaten Entscheidungen getroffen, Schwerpunkte gesetzt und Aufgaben verteilt. Dabei übernahm jeder Verantwortung für sich bzw. seine Aufgabe in der Gruppe.

Identisch