Gastvortrag von PD Dr. Elisa Kriza zum jiddischen Film
Im Rahmen des Seminars „Jüdische Kultur und Erinnerung in Mittel- und Osteuropa (1920er bis 1950er Jahre)“ von Reinhild Beer (Professur für Judaistik) und PD Dr. Nicolas Dreyer (Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft) findet am Mittwoch, den 25. November, um 18:15 Uhr ein Gastvortrag statt:
Zwischen Baum und Borke: Der jüdische Überlebenskampf in Maurice Schwartz‘ jiddischsprachigem Film Tevye (1939)
PD Dr. Elisa Kriza (Literatur und Medien, Uni Bamberg)
Mittwoch, 25. November 2026 | 18 Uhr c.t. | U5/01.17
Der in der Ukraine geborene und in den USA wirkende Maurice Schwartz (1890-1960) war der prominenteste jiddischsprachige Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Tevye ist seine Filmadaptation von zwei Kurzgeschichten des damals berühmten Autors Scholem Aleichem (1859-1916). Tevye spielt im ukrainischen Teil des russischen Zarenreichs und behandelt den allgegenwärtigen Antisemitismus. Der Film wurde im Spätsommer 1939 in den USA gedreht und thematisiert die existenzielle Bedrohung des jüdischen Lebens in Europa. Der Vortrag durchleuchtet den historischen Hintergrund sowie die künstlerischen Aspekte des Films und hebt dabei die enorme kulturelle Bedeutung dieses Werks hervor.
(Filmausschnitte werden mit englischen Untertiteln gezeigt.)
PD Dr. Elisa Kriza ist die Autorin der Monografie Jiddische Filme verstehen (2018). Ihr Buchkapitel „Going Where? The Trope of Migration in Yiddish Movies from 1939“ (University of Florida Press 2022) behandelt u.a. den Film Tevye. Ihr Aufsatz „Yiddish Cinema as Jewish Film Heritage“ erscheint demnächst im Buch Jüdisches Filmerbe.

