Forschungsinteressen

Die Forschungsinteressen des Lehrstuhls beziehen sich insbesondere auf Fragen der typisch oder abweichend verlaufenden Sprach- und Kognitionsentwicklung. Ziel ist es, ein besseres Verständnis der Entwicklung und ihrer Bedingungen zu erreichen, das zugleich bedeutsam für Fragen der Förderung typisch entwickelter Kinder als auch der Diagnose und Intervention/Förderung bei abweichenden und gestört verlaufenden Entwicklungsprozessen ist.

 

Laufende Forschungsprojekte / Drittmittelprojekte

BamBI: Bamberger Baby Institut

Im Bamberger Baby Institut untersuchen wir Fragen der geistigen Entwicklung und ihrer Förderung in den ersten Lebensjahren. Darüber hinaus interessieren wir uns für Bedingungen und Prozesse eines verzögerten Wortschatzerwerbs, der ein Risiko für die sprachliche, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung darstellt.

Weitere Informationen: BamBI-Webseite

SEED: Soziale Ungleichheiten und deren Effekte auf die Entwicklung von Kindern: Eine Studie mit Geburtenstichproben in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden

(Social InEquality and its Effects on child Development: A study of birth cohorts in the UK, Germany and the Netherlands)

(gefördert durch das EU NORFACE Programm – mit EU Partnern aus Deutschland, England und den Niederlanden und weiteren internationalen Kooperationspartnern). Sprecher: James Law, England

Leitung des deutschen Teams: Prof. Dr. Sabine Weinert & Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach, Otto-Friedrich Universität Bamberg; Dr. Jutta von Maurice & Dr. Manja Attig, Leibniz Institut für Bildungsverläufte (LIfBi), Bamberg

Bereits lange vor Schulbeginn zeigen sich im Zusammenhang mit sozialen Ungleichheiten deutliche Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern (z.B. im Bereich der Sprache). Diese Disparitäten erweisen sich als sehr stabil und persistieren über das Vorschul- und Schulalter hinweg bis in die berufliche Bildung und den Arbeitsmarkt. Im Projekt 'SEED' werden die Mechanismen der Entstehung, Veränderung und Wirkungen sozialer Disparitäten anhand repräsentativer Längsschnittstudien aus verschiedenen Ländern untersucht. SEED hat zwei zentrale Ziele: 1. Die Untersuchung der Mechanismen, durch die sich soziale Ungleichheiten auf die kindliche Entwicklung, insbesondere den Erwerb sprachlicher und sozio-emotionaler Kompetenzen, auswirken; 2. Die Untersuchung der Auswirkungen der sich entwickelnden sozialen Disparitäten auf Leistungsmuster in der Schule und die weitere Entwicklung der Kinder. Die Analysen basieren auf großen repräsentativen Längsschnittstudien (Kohorten) der drei Antragsländer (England, Niederlande, Deutschland) und werden durch weitere Kooperationen ergänzt und erweitert (USA, Kanada, Australien).

Weitere Informationen: www.uni-bamberg.de/entwicklungspsychologie/forschung/seed/

BRISE: Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (Verbundvorhaben)

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Im Rahmen des Verbundvorhabens BRISE wird eine Langzeitstudie durchgeführt, die untersucht, wie sich eine bereits pränatal einsetzende koordinierte Förderung auf verschiedene Bereiche der kindlichen Entwicklung (u.a. die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung) auswirkt.

BRISE begleitet für mehrere Jahre etwa 1.000 Familien in Bremen, die gerade ein Kind bekommen haben bzw. erwarten und bestimmte soziale oder kulturelle Merkmale aufweisen (z. B. Migrationshintergrund, geringes Einkommen). Alltagsintegrierte, zumeist bereits in Bremen vorhandene Angebote zur frühkindlichen und vorschulischen Förderung in Familien und Kindertageseinrichtungen werden systematisch zu einer Maßnahmenkette verknüpft. Mit BRISE wird somit erstmals in Deutschland eine Langzeitstudie zu einem regional großflächig angelegten Förderprogramm durchgeführt.

Als Vergleichsgruppe werden Kinder betrachtet, deren Familien nach eigenem Ermessen die Förderangebote in der Stadtgemeinde Bremen nutzen. Durch die Anbindung sowohl an das Nationale Bildungspanel (NEPS) als auch an das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) kann BRISE auf weitere hochwertige Vergleichsdaten zurückgreifen. Die Verzahnung von BRISE mit dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) wird gemeinschaftlich durch die Verbundpartner Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. verantwortet.

Weitere Informationen: BRISE

ViVA: Videobasierte Validitätsanalysen von Maßen der Kompetenzentwicklung und Lernumwelt in der frühen Kindheit

(gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Das ViVA-Projekt untersucht u.a. die konvergente und prädiktive Validität frühkindlicher Maße und Indikatoren, die im Rahmen der Geburtskohorte des Nationalen Bildungspanels (NEPS) eingesetzt wurden. In dieser Studie wurden bei 3.500 Kindern ab einem Alter von 6-8 Monaten längsschnittlich direkte und indirekte Maße der Kompetenzentwicklung und häuslichen Lernumwelt erfasst und auf Video aufgezeichnet. Neben der Untersuchung von Zusammenhängen beschäftigt sich ViVA mit der Kodierung der Videodaten (zum Teil mit neu entwickelten Verfahren) und führt zusätzliche Validierungsstudien durch.

Weitere Informationen: www.uni-bamberg.de/entwicklungspsychologie/forschung/viva/ 

BiKSplus: Langfristige bereichsspezifische und globale Effekte frühkindlicher Entwicklungen und Bildungserfahrungen: Eine interdisziplinäre Längsschnittstudie

(gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Seit Mitte 2005 begleitete die Forschergruppe BiKS fast 4.000 Kinder in den beiden Längsschnittstudien BiKS-3-10 und BiKS-8-14 auf ihrem Bildungsweg. Dabei konnten viele wichtige neue Erkenntnisse über kindliche Kompetenzentwicklungsverläufe, Bildungsentscheidungen und der Bedeutung und den Einfluss von verschiedenen Lernumwelten gewonnen werden.

Seit Beginn 2014 werden die beiden Längsschnittstudien als einzelne DFG-Projekte unter den Namen BiKSplus [3-13] und BiKSplus [8-18] fortgeführt.

Weitere Informationen: https://www.uni-bamberg.de/biks/biksplus-3-13/

BiSpra: Bildungssprachliche Kompetenzen - Anforderungen, Sprachverarbeitung und Diagnostik

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Im Rahmen dieses Verbundprojekts werden (1) bildungssprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie damit einhergehende grundständige (entwicklungstypische) Sprachkompetenzen detailliert bestimmt, die Schülerinnen und Schüler benötigen, um im Unterricht erfolgreich agieren zu können und (2) wird daraus ein linguistisch und (sprach-)entwicklungspsychologisch fundiertes Verfahren entwickelt, das zur Einschätzung und Förderung schulrelevanter sprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten von Schülerinnen und Schülern im Grundschulalter verwendet werden kann. Aktuell bearbeitet wird das Projekt „BiSpra-Aufgaben: Weiterentwicklung zu einem diagnostisch nutzbaren Testinstrument und Prüfung der Sensitivität für Fördereffekte“.

Weitere Informationen: BiSpra I; BiSpra II; BiSpra Aufgaben

DFG-Schwerpunktprogramm 1646 “Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study (NEPS)”

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Das Schwerpunktprogramm 1646 "Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study (NEPS)" beinhaltet verschiedene Forschungsprojekte, die sich einem oder mehreren der folgenden Forschungsthemen widmen: (1) Untersuchung der Kompetenzentwicklung über den Lebensverlauf, (2) Verwendung der NEPS-Daten für weitere relevante inhaltliche Analysen und/oder (3) Lösen von methodischen Fragen mit besonderer Relevanz für das NEPS. Das Projekt soll Ausgangspunkt einer weit verbreiteten Verwendung und Analyse der NEPS-Daten sein und die Forschungsmöglichkeiten des NEPS aufzeigen. Das Schwerpunktprogramm mit einer Gesamtdauer von sechs Jahren startete im Jahr 2012 und wird von Prof. Dr. Sabine Weinert (Universität Bamberg) und Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Blossfeld (European University Institute, Florenz) koordiniert. Insgesamt beinhaltet das Schwerpunktprogramm 26 DFG-geförderte Projekte aus fünf Disziplinen. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Projektwebseite spp1646.neps-data.de.

Koordination und Organisation des DFG-Schwerpunktprogramms 1646 “Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study (NEPS)”

Projektleitung: Sabine Weinert (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) und Hans-Peter Blossfeld (European University Institute, Florenz, Italien)

Das Koordinationsprojekt unterstützt die Arbeit der Teilprojekte des DFG-Schwerpunktprogramms, indem es eine effiziente Infrastruktur zur Verfügung stellt, die disziplin- und projektübergreifende Aktivitäten anregt und unterstützt. Die Hauptziele des Koordinationsprojekts sind die Organisation und Durchführung von Tagungen, Kolloquien und Workshops, um Synergien zwischen den einzelnen Projekten zu bündeln sowie einen interdisziplinären Diskurs zu fördern. Für die NachwuchswissenschaftlerInnen wird ein spezielles Programm im Rahmen zweier Summer Schools angeboten. Weitere Informationen finden Sie hier.

BEaST: Bilingualismus, Exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Sprache und Theory of Mind

Im Rahmen der BEaST-Studie beschäftigen wir uns mit den Entwicklungsbedingungen von Kindern, die mit mehr als einer Sprache aufwachsen. Zweisprachig aufwachsende Kinder haben den Vorteil, dass sie von Kleinauf nicht nur mit einer, sondern mit zwei Sprachen konfrontiert sind und diese im Alltag erwerben können. Auch in anderen Bereichen, wie z. B. der Fähigkeit zur Selbststeuerung (exekutive Funktionen) oder in ihrem Verstehen mentaler Zustände und Prozesse (Theory of Mind) wird von Vorteilen von zweisprachig aufwachsenden Kindern berichtet. Andererseits scheinen zweisprachig aufwachsende Kinder unter gewissen Bedingungen auch Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung und damit später im schulischen Lernen zu haben.

Vor diesem Hintergrund werden in der BEaST-Studie die sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten und Herausforderungen von mehrsprachig aufwachsenden Kindern genauer in den Blick genommen und es wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die sprachliche Anregung einerseits und die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder andererseits für die sprachliche und kognitive Entwicklung von zweisprachigen Kindern haben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Frau Dr. Susanne Ebert und/oder Dipl.-Psych. Katharina Mursin.

Bamberger Projekt WegE für Bund-Länder-Programm "Qualitätsoffensive Lehrerbildung"

Kern der Bamberger Qualitätsoffensive ‚Wegweisende Lehrerbildung‘ (WegE) ist die systematische Weiterentwicklung der Kommunikation und der fachlichen Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaften sowie den Lehramtsausbildungs- und Beratungsangeboten der Universität Bamberg und der Schulpraxis.

Der Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie ist speziell beteiligt an den Teilprojekten

(1) Bildungswissenschaft im Verbund (BilVer), fallbezogene Vernetzung der bildungswissenschaftlichen Ausbildungsteile und

(2) Profilierung der Lehrämter „Berufliche Bildung“ in den Fachrichtungen Sozialpädagogik sowie Wirtschaftspädagogik (BeBi).

Weitere Informationen: https://www.uni-bamberg.de/wege/

NEPS: Nationales Bildungspanel (National Educational Panel Study)

(bis 2013 gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung; seit 2014 Studie am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V.)

Das Nationale Bildungspanel beschäftigt sich mit den Fragen, wie sich Kompetenzen im Lebenslauf entfalten, wie Kompetenzen Entscheidungsprozesse an verschiedenen kritischen Übergängen der Bildungskarriere beeinflussen (und umgekehrt), wie und in welchem Umfang Kompetenzen von Lerngelegenheiten in der Familie, der Gleichaltrigengruppe und der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in Kindergarten, Schule, Hochschule und Berufsausbildung sowie Weiterbildung beeinflusst werden. Zudem soll geklärt werden, welche Kompetenzen für das Erreichen von Bildungsabschlüssen, welche für lebenslanges Lernen und welche für ein erfolgreiches individuelles und gesellschaftliches Leben maßgeblich sind. Deshalb werden Kompetenzentwicklungen nicht nur im Kindergarten oder im allgemeinbildenden Schulsystem, sondern auch in der beruflichen Ausbildung, im Studium und nach Verlassen des Bildungssystems gemessen.

Weitere Informationen: https://www.neps-data.de/

FISS: Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Die Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS) hat zum Ziel, empirisch fundiertes Wissen über die Aneignung, Diagnose und Förderung sprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen sprachlichen Anforderungen in den Bildungsinstitutionen zu erarbeiten. Im Rahmen der Forschungsinitiative werden empirisch ausgerichtete Forschungsvorhaben gefördert, die die Sprachaneignung und die diagnosegestützte Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen (4 bis 16 Jahre) mit nicht wesentlich beeinträchtigter Sprachlernfähigkeit zum Gegenstand haben. Im Fokus stehen Erwerb, Feststellung und Förderung von Kompetenzen in der deutschen Sprache bei Kindern ohne und mit Migrationshintergrund.

Die Forschungsinitiative wurde bis 31.07.2012 interdisziplinär geführt. Seit 01.08.2012 wird sie ausschließlich linguistisch (Prof. Dr. A. Redder) verantwortet.

Weitere Informationen: http://www.fiss-bmbf.uni-hamburg.de/

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Eine Auswahl unserer abgeschlossenen Forschungsprojekte finden Sie hier.