Early Math: Frühe mathematische Entwicklung und die Bedeutung von Interaktionsqualität in Kindertageseinrichtungen

(gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Projektleitung: Dr. Anja Linberg1, Dr. Simone Lehrl2, Dr. Dorothea Dornheim², Prof. Dr. Sabine Weinert², Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach²

Projektmitarbeiterinnen: Franka Baron1, Johanna Klemm², Nadine Michels²

1 Deutsches Jungeninstitut München (DJI)
² Otto-Friedrich Universität Bamberg

Projektlaufzeit: 01/2020 – 12/2022

Bereits in einem frühen Alter von drei Jahren variieren die mathematischen Kompetenzen von Kindern beträchtlich. Diese Unterschiede scheinen relativ konstant zu sein. So deuten verschiedene Untersuchungen darauf hin, dass vierjährige Kinder bereits vergleichsweise stabile mathematische Kompetenzmuster entwickelt haben, die nur unzureichend durch regelmäßige Kindergarten- und Schulbesuche ausgeglichen werden können. Da die früh erworbenen mathematischen Kompetenzen die spätere mathematische Entwicklung – mehr noch als allgemeine Intelligenz – vorhersagen, weist dies auf die Bedeutsamkeit der mathematischen Kompetenzentwicklung bereits im frühen Alter hin.
Erste Untersuchungen in diesem Bereich zeigen, dass mathematische Kompetenzen von institutionell betreuten Vorschulkindern besonders durch Interaktionen mit den frühpädagogischen Fachkräften beeinflusst werden. Dabei spielen neben allgemeinem Interaktionsverhalten (wie z. B. emotionale Unterstützung und Stimulation) auch Mathematik-spezifische Interaktionen (wie z. B. Nennung von Mengen, Zahlen oder Verhältnissen) eine große Rolle.
Trotz der Bedeutsamkeit der frühen mathematischen Entwicklung von Kindern, gibt es bislang wenige Untersuchungen, die sich auf den Einfluss von Qualitätsaspekten institutioneller frühkindlicher Bildung und Betreuung auf die frühe mathematische Kompetenzentwicklung konzentrieren. Das Projekt EarlyMath nimmt daher die Entwicklung von Kindern ab einem Alter von zwei Jahren in den Blick und untersucht die Zusammenhänge zwischen globalem und domänenspezifischen Interaktionsverhalten frühpädagogischer Fachkräfte und der frühen Entwicklung mathematischer Kompetenzen bis zum Alter von 4 Jahren. Die Implementierung eines interventionsbasierten Ansatzes soll zudem Rückschlüsse auf jene relevanten Faktoren erlauben, die die frühe mathematische Entwicklung beeinflussen und Anhaltspunkte für die künftige Interaktionsgestaltung im U3-Bereich liefern.