Unterrichtsmaterial zu "Unternehmen und Kolonialismus"
Seit Sommer 2023 haben wir an der Juniorprofessur gemeinsam mit Studierenden ein Lernmodul zum Thema “Kolonialismus und Unternehmen” entwickelt. Es ist Lern-Modul 3 des von der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte entwickelten Projektes “Unternehmen und Schule”, das Material zur Vermittlung von wirtschafts- und unternehmenshistorischen Sachverhalten für den Schulunterricht bereitstellt.
Das in Bamberg entwicklete Modul legt die Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten von Unternehmen und staatlicher Kolonialherrschaft in den Kolonien dar. Gerade im Umgang mit lokalen Arbeitskräften waren Unternehmen die Akteure „on the spot“, die hierarchische und rassistische Arbeitsbeziehungen etablierten, gegen die sich die Arbeiter:innen regelmäßig und mit verschiedenen Mitteln wehrten. Auf diese Art und Weise wurde „koloniale Herrschaft“ für die Menschen vor Ort spürbar. Zudem übernahmen Unternehmen oftmals staatliche Macht und Kontrolle etwa in den Chartered Companies. Sie setzten unternehmerische und kolonialpolitische Projekte um, die oftmals zu einer tiefgreifenden Transformation von Umwelt, sozialen Gefügen und wirtschaftlichen Beziehungen führten, wie etwa über den Abbau von Rohstoffen (Konzessionsgesellschaften) oder landwirtschaftlicher Massenproduktion (Plantagen). Die von Bamberger Studierenden entwickleten Lernnbausteine geben Aufschluss über die Bedeutung von Unternehmen im Kontext von Handel, Eisenbahnbau, Plantagen, Kolonialwaren und Konsum.