Studie zur Tourismuswahrnehmung der Bamberger Bevölkerung (WS2025/2026)

Rahmendaten

Bürgerbefragung liefert wichtige Impulse für die nachhaltige Tourismusentwicklung in Bamberg

Wie nehmen die Bambergerinnen und Bamberger den Tourismus in ihrer Stadt wahr? Welche Chancen und Herausforderungen verbinden sie mit der touristischen Entwicklung und welche Erwartungen haben sie an das zukünftige Tourismusmanagement? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Lehrforschungsprojekt im Bachelor- und Lehramtsstudium Geographie am Lehrstuhl für Geographie I (Kulturgeographie) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg unter der Leitung von Dr. Sebastian Scholl. Das Projekt wurde in enger Kooperation mit dem Tourismus & Kongress Service Bamberg durchgeführt.
Im Wintersemester 2025/26 wurden insgesamt 561 Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Bamberg zu ihrer Wahrnehmung des Tourismus befragt. Im Mittelpunkt standen die Bewertung der wirtschaftlichen, sozialen und räumlichen Auswirkungen des Tourismus, der Informationsstand über das Tourismusmanagement sowie Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der Destination.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild. Die große Mehrheit der Befragten erkennt die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Tourismus für Bamberg ausdrücklich an. Gleichzeitig werden Belastungen – insbesondere in stark frequentierten Bereichen der Altstadt und an besucherstarken Tagen – deutlich wahrgenommen. Die Untersuchung zeigt zudem, dass die Wahrnehmung des Tourismus räumlich variiert und von den Wohnstandorten der Befragten beeinflusst wird. Darüber hinaus wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger mehr Informationen über tourismuspolitische Maßnahmen sowie stärkere Möglichkeiten zur Beteiligung an touristischen Entwicklungsprozessen.

Aus den Ergebnissen lassen sich zwei zentrale Handlungsfelder ableiten. Zum einen kommt einer transparenten Kommunikation sowie dem kontinuierlichen Dialog mit der Bevölkerung eine wichtige Bedeutung zu. Zum anderen verdeutlicht die Untersuchung den Stellenwert einer räumlich und zeitlich differenzierten Besucherlenkung, um Nutzungskonflikte zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität sowohl für Einwohnerinnen und Einwohner als auch für Gäste weiter zu verbessern. Dabei können bestehende Ansätze durch digitale Analyse- und Steuerungsinstrumente sowie eine stärkere Verzahnung mit den Aktivitäten der Smart City Bamberg sinnvoll ergänzt werden.

Die Studie zeigt zugleich den Mehrwert regelmäßiger Bevölkerungsbefragungen für die kommunale Tourismusentwicklung. Sie ermöglichen es, Erwartungen, Akzeptanz und wahrgenommene Belastungen systematisch zu erfassen und frühzeitig in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer sozial nachhaltigen Destinationsentwicklung, die wirtschaftliche Interessen mit den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft verbindet. Langfristig kann Tourismus nur dann erfolgreich sein, wenn Bamberg gleichermaßen ein attraktiver Wohn-, Lebens- und Arbeitsort sowie ein attraktives Reiseziel bleibt.

Projektleitung