Genuss und Gemeinsinn: Gesellschaftlicher Mehrwert von Wirtshäusern – lokal, sozial, multifunktional (GeGe)
Rahmendaten
- Projektlaufzeit: 1. Dezember 2024 – 31. Mai 2028
- Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Finanzen und Heimat

Erkenntnisinteresse
Wirtshäuser in ländlichen Räumen fungieren als multifunktionale Einrichtungen: Sie sind nicht nur Orte der Gastversorgung, sondern auch wichtige soziale und kulturelle Treffpunkte, Identitätskerne ländlicher Regionen und Orte intergenerationellen Austauschs. Zudem fördern sie den regionalen Tourismus, indem sie Wandernden und Radfahrenden Versorgungsmöglichkeiten bieten.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Wirtshaussterbens liegt das Hauptinteresse des Projekts erstens in der Untersuchung aktueller Herausforderungen bayerischer Wirtshäuser; und zweitens darin, wie deren gesellschaftlicher Mehrwert durch multifunktionale Nutzung und Diversifizierung gestärkt werden kann. Im Fokus steht dabei das Wirtshaus als sozialer Ort, der über den klassischen Gastronomiebetrieb hinaus zusätzliche Funktionen für unterschiedliche Anspruchsgruppen erfüllt.
Ziel ist die Entwicklung einer Toolbox (‚Werkzeugkiste‘) für Wirtshausbetreibende, Kommunen und lokale Akteure, mit handlungsorientierten Lösungsvorschlägen zur Diversifizierung und Weiterentwicklung bestehender Wirtshausstrukturen. Indem das Projekt die multifunktionale Nutzung stärkt und den gesellschaftlichen Mehrwert sichtbar macht, zielt es darauf ab, Wirtshäuser langfristig zu stabilisieren sowie sozialen Zusammenhalt und lokale Identität in ländlichen Räumen zu fördern.
Methodisches Vorgehen
Das Forschungsdesign des Projekts gliedert sich in drei zentrale Arbeitspakete.
Im ersten Arbeitspaket werden quantitative Daten sowie bestehende Erhebungen ausgewertet, um zentrale Herausforderungen, Nutzungsmuster und Ursachen für den Funktionsverlust von Wirtshäusern zu identifizieren. Ergänzend werden Forschungsstand und Best-Practice-Beispiele multifunktionaler Wirtshauskonzepte analysiert.
Im zweiten Arbeitspaket folgt eine qualitative Teilstudie mit vertiefenden Interviews ausgewählter Wirtshäuser sowie relevanter lokaler Akteure. Ergänzend werden partizipative Workshop-Formate umgesetzt, um den gesellschaftlichen Mehrwert aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfassen und gemeinsam Strategien zur Stärkung der Multifunktionalität zu entwickeln.
Den Abschluss bildet das dritte Arbeitspaket, in dessen Rahmen eine modulare Toolbox bzw. ‚Werkzeugkiste‘ entwickelt wird. Sie bietet Wirtshausbetreibenden und weiteren Akteuren spezifische Handlungsmöglichkeiten zur Diversifizierung und wird durch Ansätze zur praxisnahen Wirkungsbeschreibung ergänzt. Abschließend wird die Toolbox gemeinsam mit Akteuren aus Wirtshäusern, Politik/Verwaltung und Zivilgesellschaft überprüft, um ihre Praktikabilität und Nutzerfreundlichkeit sicherzustellen.
Für weitere Fragen wenden Sie sich an das Projektteam



Kooperationspartner

- Landkreis Bamberg
- Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
- Steigerwald Tourismus e.V.