Erasmus+-Kooperation mit der Universidad Autónoma del Estado de Quintana Roo

Rahmendaten

  • Projekt: Erasmus+-Kooperation Universität Bamberg – UQROO
  • Partnerhochschule: Universidad Autónoma del Estado de Quintana Roo (UQROO), Standort Cozumel
  • Laufzeit: August 2024 bis Juli 2027
  • Förderung: Erasmus+
  • Schwerpunkte: Nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Partizipation, Social Entrepreneurship
  • Aktivitäten: Lehrmobilitäten, Workshops und Vorträgen sowie Vorbereitung gemeinsamer Lehr- und Forschungsformate

Internationale Zusammenarbeit zu nachhaltiger Tourismus- und Regionalentwicklung

Seit August 2024 baut der Lehrstuhl Geographie I der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Rahmen von Erasmus+ die Zusammenarbeit mit der Universidad Autónoma del Estado de Quintana Roo (UQROO) in Mexiko aus. Im Mittelpunkt steht der Standort Cozumel auf der Halbinsel Yucatán. Die zunächst bis Juli 2027 geförderte Kooperation verbindet die internationale Mobilität von Lehrenden mit gemeinsamen Aktivitäten in Lehre und Forschung und schafft zugleich neue Möglichkeiten für den Austausch von Studierenden.
Ein Schwerpunkt der Kooperation liegt auf regelmäßigen Lehraufenthalten an der UQROO. In Workshops, Lehrveranstaltungen und Vorträgen werden gemeinsam mit mexikanischen Studierenden und Lehrenden aktuelle Fragen einer nachhaltigen Tourismus- und Regionalentwicklung diskutiert. Eine besondere Rolle spielt dabei eine geographische Perspektive, die raumbezogene und lokale Besonderheiten berücksichtigt und unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven auf Entwicklung zusammenführt. Die Studierenden sollen dadurch befähigt werden, touristische Entwicklungen nicht isoliert zu betrachten, sondern ihre wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen auf konkrete Orte und Regionen zu analysieren.
Inhaltlich konzentriert sich die Zusammenarbeit insbesondere auf touristische Großprojekte auf der Halbinsel Yucatán, etwa den Tren Maya, auf Mensch-Umwelt-Beziehungen in und im Umfeld von Schutzgebieten, auf Fragen sozialer und kultureller Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Partizipation sowie auf Social Entrepreneurship als möglichen Ansatz einer nachhaltigeren Regionalentwicklung. Damit sollen insbesondere Studierende darin gestärkt werden, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nachhaltiger Entwicklung in ihren jeweiligen regionalen Kontexten zu wirken.

Aus Mobilität entsteht langfristige Kooperation

Die Erasmus+-Mobilitäten dienen zugleich dazu, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Hochschulen dauerhaft auszubauen. Aus den intensivierten Kontakten ist inzwischen eine vertraglich institutionalisierte Kooperation zwischen der Universität Bamberg und der UQROO entstanden. Damit bestehen nun auch Möglichkeiten für Studierende beider Hochschulen, einen Teil ihres Studiums an der jeweiligen Partneruniversität zu verbringen.
Darüber hinaus werden die Aufenthalte genutzt, um weitere gemeinsame Lehr-, Praxis- und Forschungsformate vorzubereiten. Dazu gehören beispielsweise digitale internationale Lehrveranstaltungen im COIL-Format, gemeinsame Summer Schools sowie studentische Praxisprojekte an der Schnittstelle von Tourismus, Naturschutz und nachhaltiger Regionalentwicklung.
Ein konkretes Ergebnis der Zusammenarbeit ist zudem die Konzeption einer Großen Exkursion zur Tourismusentwicklung auf der Halbinsel Yucatán, die im Frühjahr 2027 erstmals mit Bamberger Studierenden durchgeführt wird. Sie verbindet unterschiedliche Formen touristischer Entwicklung – von international geprägten Tourismuszentren bis zu kleinräumigen und gemeinschaftsbasierten Ansätzen – mit Fragen des Naturschutzes, gesellschaftlicher Teilhabe und nachhaltiger Regionalentwicklung. 

Wissenstransfer in beide Richtungen

Die Kooperation ist bewusst als wechselseitiger Wissens- und Erfahrungsaustausch angelegt. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Bamberg und Quintana Roo ermöglichen es, Ansätze nachhaltiger Tourismus- und Regionalentwicklung vergleichend zu betrachten. Erfahrungen aus Yucatán können damit auch Impulse für die Auseinandersetzung mit Tourismus und Nachhaltigkeit in Bamberg geben – und umgekehrt.
Langfristiges Ziel ist es, aus den einzelnen Mobilitäten eine dauerhafte Zusammenarbeit in Studium, Lehre und Forschung entstehen zu lassen. Geplant sind unter anderem gemeinsame Summer Schools in Cozumel und Bamberg, die den Austausch zwischen deutschen und mexikanischen Studierenden verstetigen und zugleich Interesse an einem längeren Studienaufenthalt an der jeweiligen Partnerhochschule wecken sollen. 

Projektleitung