Nachhaltigkeit in Hotellerie und Gastronomie in Stadt und Landkreis Bamberg

Rahmendaten

  • Laufzeit: April 2024 bis März 2025
  • Studiengang: Masterstudiengang Sozial- und Bevölkerungsgeographie - M4
  • Kooperationspartner: BAMBERG Tourismus & Kongress Service und Wirtschaftsförderung des Landkreises Bamberg
  • Schwerpunkte: ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit; regionale Wertschöpfung; Digitalisierung
  • Transfer: empirische Grundlage für die nachhaltige Tourismusentwicklung und die Weiterentwicklung des touristischen Leitbildes
     

Wie nachhaltig ist der Tourismus in der Region Bamberg?

Wie setzen Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie Nachhaltigkeit bereits heute um und wo bestehen weitere Entwicklungspotenziale? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein studentisches Forschungsprojekt im Masterstudiengang Sozial- und Bevölkerungsgeographie am Lehrstuhl Geographie I der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Das Projekt wurde von April 2024 bis März 2025 in enger Kooperation mit dem BAMBERG Tourismus & Kongress Service (TKS) sowie der Wirtschaftsförderung des Landkreises Bamberg durchgeführt.
Ausgangspunkt war die zunehmende Bedeutung einer ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung touristischer Destinationen. Gerade auf lokaler und regionaler Ebene fehlen jedoch häufig belastbare Daten darüber, wie Nachhaltigkeit in den einzelnen Betrieben bereits umgesetzt wird. Ziel des Projekts war es daher, den aktuellen Stand in Hotellerie und Gastronomie in Stadt und Landkreis Bamberg systematisch zu erfassen und daraus Ansatzpunkte für die weitere nachhaltige Entwicklung der Tourismusregion abzuleiten. Die Ergebnisse fließen zugleich in die Weiterentwicklung des touristischen Leitbildes für Bamberg und das Bamberger Land ein.

Nachhaltigkeit messbar machen

Eine Besonderheit der Untersuchung ist die Entwicklung eines mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsindex. Dieser verbindet ökologische, soziale und ökonomische Aspekte und führt unterschiedliche betriebliche Aktivitäten in einem Punktesystem zusammen. Die Ergebnisse werden anschließend über ein leicht verständliches Ampelschema dargestellt. Auf diese Weise können komplexe Nachhaltigkeitsaktivitäten der Betriebe vergleichbar gemacht und zugleich praxisnah aufbereitet werden.
Insgesamt zeigt sich bei den untersuchten Betrieben eine „starke Mitte“: Viele Unternehmen haben bereits verschiedene Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt. Dies gilt insbesondere für die Ressourcenschonung, beispielsweise durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Gleichzeitig bestehen weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Diese betreffen unter anderem die stärkere Einbindung in regionale Wertschöpfungsketten, die Übernahme sozialer Verantwortung und die Nutzung von Nachhaltigkeitszertifizierungen. Auch die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit bietet zusätzliche Potenziale, beispielsweise durch digitale Anwendungen zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung.
Die Untersuchung macht darüber hinaus deutlich, dass nachhaltiges Handeln von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders interessant ist dabei der festgestellte positive Zusammenhang zwischen der regionalen Verankerung eines Betriebes und seinen Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Forschung mit unmittelbarem Praxisbezug

Von Beginn an war das Projekt als Verbindung von Forschung, Lehre und Wissenstransfer angelegt. Durch die Zusammenarbeit mit dem TKS und der Wirtschaftsförderung des Landkreises können die Ergebnisse unmittelbar an bestehende Entwicklungsprozesse in der Region anschließen. Sie zeigen einerseits, in welchen Bereichen bereits auf dem Engagement der Betriebe aufgebaut werden kann, und andererseits, wo zusätzliche Unterstützung und neue Impulse für nachhaltigere betriebliche Prozesse sinnvoll erscheinen.
Gleichzeitig ist das Projekt ein Beispiel für forschungsorientierte Hochschullehre. Die beteiligten Masterstudierenden wirkten eigenständig an der Entwicklung des Forschungsdesigns, der Datenerhebung sowie der Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse mit. Damit verbindet das Projekt die wissenschaftliche Qualifizierung der Studierenden mit einer konkreten Fragestellung aus der Region und überführt die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar in einen praktischen Anwendungskontext.


Ausführlicher Beitrag mit den Projektergebnissen hier.

Projektleitung