Unsere Herausforderung

Engagierte Initiativen, Bauteilbörsen und Bauhöfe arbeiten bereits regional, doch abgestimmte Verfahren mit Unterer Denkmalschutzbehörde, Bauverwaltung, Handwerk und Eigentümer:innen sind selten. Praxisnahe Leitfäden für eine integrierte Steuerung dieser Prozesse in Kommunen liegen bislang nicht vor. Daher werden beim Rückbau in der kommunalen Praxis viele Bauteile und Materialien weiterhin zu Abfall. Es fehlen tragfähige Strukturen für Bergung, Lagerung, Bewertung und Wiederverwendung.

Das Projekt “BauTeilHütte kommunal” will diese Lücke schließen. Es untersucht und erprobt prototypisch, wie der selektive Rückbau und die Wiederverwendung historischer Baumaterialien dauerhaft in kommunale Abläufe eingebunden werden können. Unter dem Begriff Bauteilmanagement werden zentrale Elemente wie Bergung, Lagerung, Bewertung und digitale Erfassung historischer Bauteile ebenso berücksichtigt wie die Einbindung von Eigentümer:innen, Denkmalbehörden, Vereinen, Handwerk und kommunalen Betrieben. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Analyse, lokales handwerkliches Erfahrungswissen und zivilgesellschaftliches Engagement zu einem übertragbaren Modell für andere Kommunen.

Unsere Ziele

Ansätze für ressourcenschonendes und kreislaufgerechtes Bauen sind bereits gut beschrieben. Bestehende Bauteilbörsen konzentrieren sich vor allem auf die Vermittlung von Bauteilen, ohne die besonderen Anforderungen kommunaler Prozesse und der Denkmalpflege ausreichend zu berücksichtigen. Die Verbindung zur Denkmalpflege mit ihren bestandssensiblen Praktiken – Instandhaltung, Reparatur und selektivem Rückbau – ist bisher nur wenig untersucht.

Wir wollen diese Lücke schließen und im Projekt erarbeiten, welche Schritte, Anforderungen und Handlungsoptionen für den Aufbau kommunaler Bauteilhütten relevant sind. Gemeinsam mit Praxispartnern werden diese Ansätze untersucht, weiterentwickelt und auf ihre Übertragbarkeit geprüft.

Die praktische Erprobung erfolgt im denkmalgeschützten Altstadtkontext von Meißen. Dabei werden die notwendigen organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen analysiert und bestehende Hemmnisse untersucht. Ziel ist es, Erkenntnisse für die kommunale Praxis zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit von Akteur:innen aus kommunalen Bauverwaltungen, der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem lokalen Handwerk sowie Initiativen, Vereinen und Verbänden im Bereich der Bauwende.

Unser Transferansatz

Mit dem Vorhaben verbinden wir Partner:innen aus fünf Handlungsfeldern mit Wissenschaft, fachbezogene Netzwerke, Handwerk und Verwaltung sowie Multiplikatoren. Eine besondere Bedeutung in dem Prozess kommt der Netzwerkarbeit zu.

Der Transfer ruht auf einem dreistufigen Werkstattprozess und einer wissenschaftlichen Begleitung mit regelmäßigen gemeinsamen Reflexionsschleifen
• Die Identifizierung von Stakeholdern, leitfadengestützte Interviews und eine Stakeholder-Landkarte schaffen die analytische Grundlage. 
• Drei modulare Pilot-Workshops mit Runden Tischen mit Praxis- und Wissensmodulen erproben Verfahren am realen Gegenstand.
• Eine Best-Practice-Exkursion zum Bauhof Nebelschütz ergänzt den Wissenstransfer.  
• Die wissenschaftliche Begleitung sichert Qualität und Übertragbarkeit. Die Handlungsanalyse erscheint als Leitfaden und wird über Netzwerke und Fachverbände verbreitet.

Beschleunigt wird der Transfer durch zwei Hebel: die InTraBau-Community als sektorübergreifender Resonanzraum sowie die digitale Bauteilbörse des Denkmalnetzes Sachsen als dauerhafte Plattform. 

Projektteam

Weitere Projektpartner:innen werden im Rahmen des Projektes identifiziert und aktiv eingebunden. Sie stammen aus den Bereichen Verwaltung, Handwerk, organisierte Zivilgesellschaft, Multiplikatoren und Hochschulen.

Innovationscommunity “InTraBau”

Das Projekt, ein Verbundvorhaben mit dem Denkmalnetz Sachsen, ist Teil der Innovationscommunity "Innovation aus Tradition – Transferstrukturen für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege (InTraBau)“ und wird durch die Innovations- und Forschungsinitiative DATIpilot des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.