Spurensicherung Lindner
Inhalt und Ziele
Die Fachoberschule Fränkische Schweiz befindet sich in der ehemaligen Elektroporzellanfabrik Lindner (1948–1996) in Eggolsheim, einem Industriedenkmal, das für den wirtschaftlichen Aufschwung der jungen Bundesrepublik steht. Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit dem Bauhausdesigner Wilhelm Wagenfeld.
Im ersten Förderjahr („Spurensuche Lindner“) entstand eine große Themenvielfalt, die den Blick der Schüler:innen auf ihre Schule als Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft aufeinandertreffen, nachhaltig verändert hat. Das Wissen um die Geschichte stärkte die Identifikation, die Auseinandersetzung mit der Produktion die Inspiration. Daran soll im Schuljahr 2026/27 angeknüpft werden – mit dem Fokus auf „Wissen beschaffen, bewahren und sichtbar machen“.
Wissen beschaffen
Die Schüler:innen nehmen die Architektur bewusst wahr und dokumentieren sie in Raumporträts (Zeichnungen, Fotografie). „Go-along-Interviews“ helfen, den Blick auf vertraute Räume zu schärfen. Zudem wird das Gebäude mit den historischen Quellen (Bauplänen, Fotografien) verglichen, um neue Perspektiven auf die Geschichte zu gewinnen.
Wissen auswerten
Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Umnutzung des Gebäudes und zu zeitgemäßen Schulräumen. Historische Räume werden im Fach Szenisches Gestalten kreativ neu interpretiert. Ergänzend analysieren die Schüler:innen Baumaterialien, werten Zeitzeugeninterviews aus und setzen sich mit Wirtschaftsgeschichte sowie Unternehmertum in der frühen Bundesrepublik auseinander.
Wissen sichtbar machen
Die Ergebnisse werden in Blogbeiträgen, Podcasts sowie Foto- und Videodokumentationen präsentiert, in denen Zeitzeug:innen ihre Erinnerungen an Räume und Objekte teilen.
Die Kooperationspartner, die Kunsthistorikerin Dr. A. E. Albrecht sowie das Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologie (KDwt) unterstützen bei Recherche und kunsthistorischer Analyse, den Fragen der Denkmalpflege mit Einblicken in die Bedeutung, Methoden, Berufsfelder
Methoden des KDwt
Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Einblick in die Tätigkeiten des naturwissenschaftlichen Labor des Fachbereichs der Restaurierungswissenschaften am Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDwt). In kleinen Versuchen, z. B. beim Mikroskopieren oder dem Erstellen einer Sieblinie, können sie sich selber ausprobieren und bekommen praxisnah das Arbeitsfeld nahegebracht.
Projektteam
Antragsteller und Bewilligungsempfänger:
- Fachoberschule Fränkische Schweiz, Eggolsheim
Fachliche Partner:
Fördermittelgeber
Das Vorhaben wird von “denkmal aktiv Kulturerbe macht Schule” der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Förderung durch das “Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus” gefördert.
