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ISM-Sem-B/M: Managing Digital Innovation – Quantifying Antecedents and Impacts

Dozent: Prof. Dr. Daniel Beimborn

Inhalte:

Seit Schumpeter gilt kontinuierliche Innovation als die entscheidende wirtschaftliche Triebkraft für die Schaffung, den Erhalt und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Die Allgegenwart digitaler Technologien und ihre Auswirkungen auf den Innovationsprozess verändern jedoch die Art und Weise, wie Unternehmen in ihrem Wettbewerbsumfeld agieren (Kohli & Melville 2018). Digitale Innovation, die definiert ist als "[...] new combinations of digital and physical components to produce novel products" (Yoo et al., 2010, S. 725), zeichnet sich durch ihren oft disruptiven Charakter aus (Karimi und Walter, 2015). Auch wenn Beispiele wie Kodak und Nokia anschaulich zeigen, welche Folgen es hat, wenn digitale Innovationen ignoriert werden (Lucas und Goh, 2009), zeigen aktuelle Umfragen, dass viele Unternehmen keine Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Innovation haben (Kane et al., 2015). Die Fähigkeit, sich mit digitaler Technologie auseinanderzusetzen und dadurch interne Prozesse und veraltete Geschäftsmodelle mit den Anforderungen eines zunehmend digitalisierten Marktes in Einklang zu bringen, ist für Unternehmen jedoch entscheidend (Nambisan et al., 2017). Um diese Hürden zu überwinden, müssen Unternehmen und ihre Führungskräfte das Wertschöpfungspotenzial digitaler Innovationen kennen und nutzen können. Unter anderem haben die Unternehmen mit zwei unterschiedlichen Phänomenen zu kämpfen. Erstens ist die Messung der digitalen Innovation und des durch sie geschaffenen Wertes nur teilweise bekannt. Neuartige Ansätze zur Quantifizierung der Auswirkungen digitaler Innovationen scheinen sinnvoll zu sein. Zweitens müssen Unternehmen, um digitale Innovationen überhaupt entdecken und umsetzen zu können, die individuelle Eignung von Mitarbeitenden, Teams oder Organisationseinheiten für die erforderlichen Veränderungen bewerten. Konzepte wie das digitale Mindset, das agile Mindset und die unternehmerische Orientierung greifen dieses Thema auf.

In Übereinstimmung mit diesen unterschiedlichen Forschungsbereichen ist dieses Seminar in zwei Themengruppen gegliedert:

  • Die Themen A-D beziehen sich auf die Messung digitaler Innovationen durch die Analyse von bereits gesammelten App-Store-Daten. Die Daten können mit dem Fokus auf die folgenden App-Kategorien analysiert werden: Digital Health (A), Gaming (B), Financial Apps (C) oder eine eigene Kategorien-Idee (D, bitte geben Sie die genaue Idee bei der Anmeldung zum Seminar im Kommentarbereich an). Diese Themengruppe soll vorzugsweise von Bachelor-Studierenden gewählt werden.
  • Die Themen E-G beziehen sich auf die Datenerhebung und -analyse der oben genannten Mindset- und Orientierungsphänomene in Verbindung mit einer bestimmten theoretischen Linse:  Persönlichkeitseigenschaften (E), Theorie der sozialen Identität (F) oder Theorie des sozialen Kapitals (G). Basierend auf der jeweiligen Linse entwickeln die Studierenden Hypothesen, erheben geeignete Daten und analysieren die gesammelten Daten. Spannend kann u.a. die Untersuchung sein, welche Faktoren diese Phänomene fördern und wie sich diese Phänomene auf Individuen/Organisationen z.B. hinsichtlich Innovationsfähigkeit oder Technologienutzung auswirken. Diese Themengruppe ist vorzugsweise von Masterstudierenden zu wählen.

All dies sind auch aus wissenschaftlicher Perspektive spannende Phänomene, die es zu untersuchen gilt. Insbesondere strukturierte Vorgehensweisen sind dafür gefragt und so sind quantitative Methoden in der Regel die passende Wahl (Bryman 2016). Dabei gibt es eine Vielfalt an verschiedenen quantitativen Methoden, die in diesem Seminar genauer beleuchtet und angewendet werden könnten. In diesem Seminar sollen sich die Studierenden explizit mit der Anwendung einer quantitativen Forschungsmethodik befassen. Konkret sollen Studierende dabei das Auswerten – und Masterstudierende auch das Erheben – von quantitativen Daten (Umfragedaten, Datenbankdaten, etc.) erlernen – sowohl um das Thema inhaltlich zu erarbeiten als auch um methodische Kompetenzen, auch im Hinblick auf mögliche Abschlussarbeiten, zu erwerben. Als typische Forschungsmethode ist daher für alle Themen ein quantitatives Forschungsdesign zu verwenden, in Absprache mit dem Betreuer kann aber auch davon abgewichen und z.B. auch qualitativ gearbeitet werden.

Inhaltlich können Studierende beim Bewerben auf dieses Seminar die entsprechend folgend genannten Themen als Präferenz angeben.

Bachelor-Seminar:

  • A –  Digital Health
  • B –  Gaming
  • C –  Financial Apps
  • D – own idea (other industry of choice that is available in the data set)

Master-Seminar:

Agile Mindset/Digital Mindset/Entrepreneurial Orientation und…:

  • E – Personality Traits
  • F – Social Identity
  • G – Social Capital

Allgemeine Literatur zu den Inhalten:

Allgemeine Literatur zum Start in die Methodik

Zur Skalenentwicklung:

  • DeVellis, R. F., & Thorpe, C. T. (2021). Scale development: Theory and applications. Sage publications.

Generell zu Survey Research:

  • Nardi, P. M. (2018). Doing survey research: A guide to quantitative methods. Routledge.
  • Fowler Jr, F. J. (2013). Survey research methods. Sage publications.

Die Allzweckwaffe:

  • Rossi, P. H., Wright, J. D., & Anderson, A. B. (Eds.). (2013). Handbook of survey research. Academic press.

Generell für statistische Methoden zur Auswertung von Fragebögen:

Entrepreneurial Orientation

  • Anderson, B. S., Kreiser, P. M., Kuratko, D. F., Hornsby, J. S., and Eshima, Y. 2015. “Reconceptualizing entrepreneurial orientation,” Strategic Management Journal (36:10), pp. 1579-1596.
  • Covin, J. G., and Wales, W. J. 2012. “The Measurement of Entrepreneurial Orientation,” Entrepreneurship Theory and Practice (36:4), pp. 677-702.
  • Ritala, P., Baiyere, A., Hughes, M., and Kraus, S. 2021. “Digital strategy implementation: The role of individual entrepreneurial orientation and relational capital,” Technological Forecasting and Social Change (171), p. 120961.

 

Literatur zu den spezifischen Themen:

Thema A: - Digital Health:

  • Nouri, R., Niakan Kalhori, S. R., Ghazisaeedi, M., Marchand, G., and Yasini, M. (2018). Criteria for assessing the quality of mHealth apps: a systematic review. Journal of the American Medical Informatics Association : JAMIA 25 (8), 1089–1098. https://doi.org/10.1093/jamia/ocy050.
  • Stoyanov SR, Hides L, Kavanagh DJ, Zelenko O, Tjondronegoro D, Mani MMobile App Rating Scale: A New Tool for Assessing the Quality of Health Mobile Apps JMIR mHealth uHealth 2015;3(1):e27

 

Thema B - Gaming:

  • Rollin, R., Steinmann, S., Schramm-Klein, H., Neus, F., and Nimmermann, F. (2017). Drivers of Market Success for Mobile Gaming Apps - Results of a Choice-Based Conjoint Experiment. In: Proceedings of the International Conference on Information Systems 2017, Seoul, South Korea.

Thema C – Financial Services:

  • Huebner, J., Frey, R. M., Ammendola, C., Fleisch, E., & Ilic, A. (2018, November). What people like in mobile finance apps: An analysis of user reviews. In Proceedings of the 17th International Conference on Mobile and Ubiquitous Multimedia (pp. 293-304).

Thema E: - Personality Traits:

  • Costa Jr, P. T., & McCrae, R. R. (1992). Four ways five factors are basic. Personality and individual differences13(6), 653-665.
  • Gosling, S. D., Rentfrow, P. J., & Swann Jr, W. B. (2003). A very brief measure of the Big-Five personality domains. Journal of Research in personality37(6), 504-528.
  • Maier, C. (2012). Personality within information systems research: A literature analysis. ECIS 2012 Proceedings.

 

Thema F – Social Identity:

  • Ashforth, B. E., & Mael, F. (1989). Social identity theory and the organization. Academy of management review14(1), 20-39.
  • Stets, J. E., & Burke, P. J. (2000). Identity theory and social identity theory. Social psychology quarterly, 224-237.
  • Sergeeva, N. (2017). Labeling projects as innovative: A social identity theory. Project Management Journal48(1), 51-64.

Thema G – Social Capital:

  • Payne, G. T., Moore, C. B., Griffis, S. E., & Autry, C. W. (2011). Multilevel challenges and opportunities in social capital research. Journal of management37(2), 491-520.
  • Van der Gaag, M., & Snijders, T. A. (2004). Proposals for the measurement of individual social capital. Creation and returns of social capital9, 154.
  • Robert Jr, L. P., Dennis, A. R., & Ahuja, M. K. (2008). Social capital and knowledge integration in digitally enabled teams. Information systems research19(3), 314-334.
  • Wagner, H. T., Beimborn, D., & Weitzel, T. (2014). How social capital among information technology and business units drives operational alignment and IT business value. Journal of Management Information Systems31(1), 241-272.

Organisatorisches

  • Dieses Seminar richtet sich an Studierende der Bachelor- und Master-Studiengänge IISM, Wirtschaftsinformatik und WiPäd/WI.
  • Das Seminar wird vorbehaltlich der geltenden Bestimmungen im Zuge von COVID-19 u.a. vom 08.- 12.07.2022 im Studienheim der Uni Marburg im Kleinwalsertal, Österreich stattfinden. Sollte eine Präsenzdurchführung nicht möglich sein, finden die Blocktage im gleichen Zeitraum digital statt.
  • Die zu erwartenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung (Frühstück, 3-gängiges Abendessen sowie Möglichkeit eines Lunch-Pakets) belaufen sich auf ca. 180 EUR/Person. In diesem Preis enthalten sind die Nutzung der Gemeinschaftsräume und Sportanlagen sowie W-Lan Zugang.
  • Nicht im Preis inbegriffen sind Kosten für Getränke. Ebenso kommt die in Eigeninitiative zu organisierende An- und Abreise hinzu (per Bahn&Bus oder bilden von Fahrgemeinschaften).
  • Während der Seminartermine besteht Pflicht zur Anwesenheit und Mitarbeit. Die Seminarleistung besteht aus einer individuell anzufertigenden Seminararbeit (60% der Gesamtnote), einem Seminarvortrag (25%) sowie dem Verfassen von Reviews und der mündlichen Beteiligung bei der Diskussion der anderen Vorträge (15%). Das Seminar gilt nur dann als bestanden, wenn alle Bestandteile mindestens mit ausreichend (Note 4,0) bewertet wurden.
  • Das Seminar findet grundsätzlich auf deutscher Sprache statt, es besteht jedoch die Möglichkeit, die Seminararbeit zu Übungszwecken auf Englisch zu verfassen und/oder den Vortrag in englischer Sprache zu halten.
  • Hinweis: Bitte bewerben Sie sich bis 21.04.2022 per untenstehendem Online-Formular und geben dabei Ihre Themenpräferenzen an. Sie erhalten am 22.04.2022 die Mitteilung über die Zulassung zum Seminar.
  • Die zugelassenen Teilnehmer/innen werden vom Lehrstuhl im VC Kurs eingetragen.

Termine und Ablauf des Seminars

  • Bewerbungsdeadline bis 21.04.2022, end of day
  • Zusage/Absage über Teilnahme bis 22.04.2022
  • Einführung ins Thema und Themenvergabe: 26.04.2022, 16 - 18 Uhr (s.t.), Anwesenheitspflicht
  • Verbindliche Zusage per E-Mail und Nachweis der Überweisung der Kostenpauschale bis 29.04.2022, 12:00 Uhr. Sollte keine Zusage (und Überweisung) Ihrerseits bis zur genannten Frist eingehen, wird der Platz anderweitig vergeben.
  • Einführung in Wissenschaftliches Arbeiten: 03.05.2022, 16 -20 Uhr (s.t.), Raum tbd.
  • Halbzeitfeedback (Roundtable-Discussion und Präsentation des aktuellen Stands): 24.05.2022*, 16 - 20 Uhr (s.t.). Raum tbd. Anwesenheitspflicht.
  • Abgabe der finalen schriftlichen Arbeit: bis Freitag 24.06.2022, 12:00 Uhr. Die digitale Version per Upload im Virtuellen Campus (VC) und die Printversion inkl. unterschriebener eidesstattlicher Erklärung im Sekretariat des Lehrstuhls (WE5/01.029)
  • Vortragsschulung ("how to present"): 28.06.2022, 16 - 18 Uhr (s.t.), Raum tbd. Optional, aber empfohlen.
  • Blockseminar im Kleinwalsertal*: 08.- 12.07.2022, Anwesenheitspflicht.

* Änderungen vorbehalten

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an julian.frey(at)uni-bamberg.de