Forschung

Die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls fokussieren sich auf aktuelle Fragestellungen im Bereich Digitale Innovation & Transformation. Wir beschäftigen uns dabei vor allem mit der Frage, wie die Zusammenarbeit von IT und Business effektiv gestaltet werden kann und Organisationen aus dieser Zusammenarbeit digitale Innovationen für ihr Geschäft schöpfen können. Konkret arbeiten wir dabei unter anderem an folgenden Forschungsprojekten:

Unterstützungssysteme für Startups - Digital Company Building

Unterstützungssysteme für Startups - Digital Company Building

Trotz des Bewusstseins für das Potenzial, das die Digitalisierung für Innovation und Unternehmertum birgt, liegt die Misserfolgsquote von Technologie-Startups immer noch bei fast 90 %. Startup Support Systeme, wie z.B. Inkubatoren oder Acceleratoren, werden als wichtige Instrumente angesehen, um aufstrebende Unternehmen bei der Bewältigung der Herausforderungen in der frühen Gründungsphase zu unterstützen. Während die Erforschung dieser frühen Gründungsphase eine Herausforderung darstellt (da viele neue Unternehmungen bereits scheitern, bevor sie sichtbar werden), scheint die Analyse von Support Systemen vielversprechend, um tiefere Einblicke in den Prozess der Gründung neuer Unternehmen zu gewinnen. Insbesondere Company Builders (auch bekannt als Startup Studios, Startup Factories oder Venture Builders) bieten ein erweitertes Unterstützungsportfolio, das sich von dem anderer Inkubationsmodelle dadurch unterscheidet, dass es "traditionelle" Angebote wie finanzielle Ressourcen, Managementkompetenzen, Networking und physische Infrastruktur mit technischen Kompetenzen und aktiver Beteiligung am Innovationsprozess und Prototyping kombiniert. Kürzlich veröffentlichte White Papers behaupten, dass dieser Ansatz, verglichen mit traditionellen Startups, zu einer 30% höheren Erfolgsrate in den Seed-Runden führt (GSSN 2020). Anhand von Fallstudien und Survey-basierten Instrumenten untersuchen wir in diesem Projekt, wie Digital Company Builders idealerweise strukturiert und die digitalen Startups/Unternehmer in dieser Organisation integriert werden sollten.

Erste Publikationen:

  • Mittermeier, F., Hund, A., and Beimborn, D. (2020):Digital Company Builders - Exploring a new Phenomenon of Start-up Incubation. Proceedings of the Special Interest Group on Digital Innovation, Transformation and Entrepreneurship (DITE), Cologne, Germany

Ansprechpartner: Ferdinand Mittermeier

Gestaltung und Wertbeitrag von Digital Innovation Labs

In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen sog. Digital Innovation Labs eingerichtet, die helfen sollen, schneller und erfolgreicher digitale Innovationen für das Unternehmen zu entwickeln. Dabei gibt es vielfältige Zielsetzungen und unterschiedliche Ausrichtungen. Wir betrachten in diesem Projekt, welche organisationalen Designs die unterschiedlichen Zielsetzungen bestmöglich unterstützen und wie Digital Innovation Labs in das Gesamtunternehmen integriert sein müssen, um Ressourcen-, Wissens- und Kulturaustausch effektiv zu unterstützen und zu einer Ambidextrie des Unternehmens beizutragen. Die Studie findet in Zusammenarbeit mit dem ProcessLab der Frankfurt School statt.

Erste Veröffentlichungen

  • Holotiuk, F., Beimborn, D. (2019): Temporal Ambidexterity: How Digital Innovation Labs Connect Exploration and Exploitation for Digital Innovation. Proceedings of the 40th International Conference on Information Systems (ICIS), München.
  • Hund, A., Holotiuk, F., Wagner, H., and Beimborn, D. (2019): Knowledge Management in the Digital Era: How Digital Innovation Labs Facilitate Knowledge Recombination. Proceedings of the 27th European Conference on Information Systems (ECIS), Stockholm-Uppsala.

 

Ansprechpartner: Daniel Beimborn

Einflussfaktoren und Auswirkungen eines digitalen Mindsets in Unternehmen

Das digitale Mindset wird als essentieller Faktor angesehen, um die Digitalisierung und die miteinhergehenden Herausforderungen zu bewältigen. Dennoch dieses schwer fassbare Konstrukt bisher nahezu unerforscht. In diesem Forschungsprojekt befassen wir uns damit, welche Denkweisen ein digitales Mindset im Detail ausmachen, wie man diese messen und vor allem entwickeln kann und welche Auswirkungen diese auf verschiedene Parameter in Unternehmen.

Ausgewählte Beiträge:

Hildebrandt, Y. and Beimborn, D. (2021)
Ambiguous, Misinterpreted, But Essential: Conceptualization of the "Digital Mindset"
Proceedings of the 81 Academy of Management Conference, Virtual Event

Hildebrandt, Y. and Beimborn, D. (2021)
The Intangible Key for Digitalization: Conceptualizing and Measuring the "Digital Mindset"
Proceedings of the 2021 ACM SIGMIS Conference on Computers and People Research, Virtual Event, Germany

Ansprechpartner: Yannick Hildebrandt

Exaptation - Zweckentfremdung im Zeitalter rekombinatorischer digitaler Innovationen

Das aus der Evolutionstheorie entstandene Konzept der Exaptation - als Gegenstück der Adaptation - beschreibt die Zweckentfremdung bzw. eine Verschiebung der Funktion bestehender Artefakte. Das bekannteste Beispiel sind Flügel von Vögeln, die ursprünglich der Temperaturregulierung dienten und zur Funktion des Fliegens zweckentfremdet wurden. Nach eingehender Forschung in der Innovationsforschung stellen die neuen digitalen Technologien das Konzept durch starke Rekombinationsfähigkeit, Replizierbarkeit und Editierbarkeit in einen neuen Kontext. Durch Exaptation entstehen regelmäßig disruptive Innovationen - ob digital oder nicht-digital. Mit der Erforschung von Exaptation im digitalen Kontext und seinen Einflussfaktoren sowie Effekten tragen wir in diesem Forschungsprojekt dazu bei, diese spezielle Innovationsart systematisch verstehen und anwenden zu können.

 

Ansprechpartner: Yannick Hildebrandt

Managerial Contradictions in Scaled-agile Organisations

Based on the fact that digital technologies have increasingly become core drivers rather than supporters of new products and services in a steadily growing number of established, large enterprises, companies have moved to build so-called scaled-agile organisations in response to the resulting ever closer integration of IT units and business units in companies. Such a "Scaled-Agile Organisation (SAO)" refers to an organisational structure that applies the following organisational design principles across larger domains: (a) decentralized teams with a high degree of decision-making autonomy, (b) routine application of agile working methods within and between teams, (c) interdisciplinary teams with technical as well as IT experts and (d) criteria (a) to (c) apply permanently, i.e. not only for project contexts. Our research addresses the potential and challenges that exist in implementing and managing SAOs at the various levels of the organisational structure.

Selected publications:

  • Frey, J., Hund, A., and Beimborn, D. (2020). Achieving Digital-enabled Strategic Agility Through Resolving Tensions in Scaled-Agile Organizations. Proceedings of the EJIS Special Issue Workshop (Pre-AMCIS Workshop), Salt Lake City, USA.
  • Frey, J., Holotiuk, F., and Beimborn, D. (2020). Debating Digital Innovation: A Literature Review on Realizing Value from Digital Innovation. Proceedings of the 15th International Conference on Wirtschaftsinformatik, Potsdam, Germany.
  • Holotiuk, F., Jentsch, C., and Beimborn, D. (2018). The Determinants and Role of Agility for Digital Organizations. Proceedings of the 26th European Conference on Information Systems, Portsmouth, UK.
  • Jentsch, C., Beimborn, D., and Reitz, A. (2017). Templates for joined work systems - How business process modularity and IT flexibility enable mutual understanding among business and IT. Proceedings of the 38th International Conference on Information Systems (ICIS), Seoul, South Korea.
  • Wagner, H., Beimborn, D., and Weitzel, T. (2014). How Social Capital among IT and Business Units Drives Operational Alignment and IT Business Value Journal of Management Information Systems (31:1), p. 241-272.

Ansprechpartner: Julian Frey

Managing Outsourcing Relationships & Innovation Quality

In verschiedenen Projekten untersuchen wir Fragen zur Steuerung von Outsourcing-Dienstleistern. Wir haben Instrumente zur Messung der Qualität von Outsourcingbeziehungen, insb. der „weichen Faktoren“ (wie Offenheit von Kommunikation, Effektivität von Konfliktbewältigung und dem Level des gemeinsamen Verständnisses) entwickelt und sind nun dabei, dies zu einem Analytics-basierten Überwachungstool weiterzuentwickeln. Methodisch arbeiten wir dabei zunächst klassisch mit Fallstudien und Survey-basierten Instrumenten, in Zukunft aber auch mit Ansätzen der sozialen Netzwerkanalyse und Sentiment-Analsye. Weiterin richten wir den Blick darauf, wie Beziehungen mit Outsourcing- und Cloud-Dienstleistern gemanagt werden müssen, damit nicht nur die operative Serviceleistung stimmt, sondern sich der Dienstleister mit seinen IT-Kompetenzen auch Innovationsleistungen für seinen Kunden erbringt. Dieses Forschungsprojekt wird tlw. in Kooperation mit der International Association of Outsourcing Professionals (IAOP) durchgeführt, zu deren Academic Alliance Partnern die Universität Bamberg gehört.
Aktuell führen wir zudem eine global angelegte Umfrage zu den Auswirkungen der COVID-Pandemie auf die Zusammenarbeit in und Governance von Outsourcing-Beziehungen durch.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Beimborn, D.: Considering the Relative Relevance of Outsourcing Relationship Quality. Proceedings of the 20th European Conference on Information Systems (ECIS), Barcelona, 2012.
  • Beimborn, D. Wagner, H.-T., Blumenberg, S., Beimborn, D.: Knowledge Transfer Processes in IT Outsourcing Relationships and their Impact on Shared Knowledge and Outsourcing Performance. International Journal of Information Management (29:5),2009, pp. 342-352.
  • Wüllenweber, K., Beimborn, D., Weitzel, T., König, W.: The Impact of Process Standardization on Business Process Outsourcing Success. Information Systems Frontiers (10:2), 2008, pp. 211-224.

Ansprechpartner: Daniel Beimborn