Barrierefreiheit in der Lehre

Etwa 16 % der Studierenden sind von einer Beeinträchtigung oder Behinderung betroffen, dürfen laut Grundgesetz (Art. 3, Abs. 3) nicht benachteiligt werden und haben ein Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Studium (BayHIG, Art. 24). Neben körperlichen und psychischen Erkrankungen sind dabei auch Einschränkungen durch Care-Arbeit mitzudenken. Barrierearmut in der Lehre ist damit eine grundlegende Voraussetzung für chancengerechte Teilhabe im universitären Alltag.
Das Video gibt einen Überblick über den sensiblen und respektvollen Umgang mit Menschen mit Behinderung im Lehrkontext. Der Fokus liegt auf psychischen Beeinträchtigungen, viele Hinweise lassen sich jedoch auch auf andere Formen übertragen und unterstützen ein inklusives Miteinander im Hochschulalltag:
Barrierearme Gestaltung von Lehrveranstaltungen
Lehrveranstaltungen sollten so gestaltet sein, dass sie für alle Studierenden zugänglich und nutzbar sind – unabhängig von individuellen Voraussetzungen oder Einschränkungen. Oftmals helfen schon kleine Maßnahmen, um Studierenden die Teilnahme an der Lehrveranstaltung zu erleichtern. Offenheit im Umgang miteinander ist dabei ebenso bedeutsam wie ein sensibler Umgang mit persönlichen Informationen.
Tipps für eine barrierearme Lehre:
- Teilen Sie zu Beginn des Semesters den Studierenden Ihre Offenheit undBereitschaft mit, die Lehrveranstaltung barrierefrei zu gestalten. Klären sie ggf. spezifische Anforderungen der Studierenden (z. B. mit Blick auf räumliche Gegebenheiten, Lehrmaterialien etc.)
- Zusätzlich können Sie Studierende unterstützen, indem Sie Informationen über Beratungsangebote und Anlaufstellen (z. B. Beauftragter für Studierende mit Behinderung, Studienberatung) teilen.
- Je nach Einschränkungen der Studierenden:
- Informieren Sie sich zu den baulich-technischen Gegebenheiten, wie Aufzüge, barrierefreie Toiletten etc.
- Stellen Sie Lernmaterialen und Präsentationen vor der Präsenzveranstaltung zur Verfügung.
- Überprüfen Sie Ihre Dokumente auf digitale Barrierefreiheit und bearbeiten Sie Scans mit Texterkennungssoftware. Hilfestellungen dazu erhalten Sie bei der Mediendidaktischen Servicestelle.
- Gestalten Sie die Lernumgebung reizarm (keine blinkenden Elemente oder Lichter, vermeiden Sie Störgeräusche im Raum und von außen).
- Sprechen Sie deutlich und richten Sie ihr Gesicht zum Auditorium (zum Lippenlesen).
- Zeichnen Sie ihre Veranstaltung zum Nachhören auf.
- Machen Sie Pausen während Ihrer Lehrveranstaltung.
- Stellen Sie es den Studierenden frei, in einer Gruppe oder lieber alleine zu arbeiten.
- Setzen Sie wenn notwendig einen Nachteilsausgleich um.
- Bedenken Sie: Eine vollständige Barrierefreiheit ist schwer zu erreichen; in Absprache mit den Studierenden können jedoch in der Regel gute, individuelle Lösungen gefunden werden, die eine chancengerechte Teilhabe am Studium ermöglichen.
