[Gastvortrag] Zwischen Baum und Borke: Der jüdische Überlebenskampf in Maurice Schwartz‘ jiddischsprachigem Film "Tevye" (1939)
Der in der Ukraine geborene und in den USA wirkende Maurice Schwartz (1890-1960) war der prominenteste jiddischsprachige Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Tevye ist seine Filmadaptation von zwei Kurzgeschichten des damals berühmten Autors Scholem Aleichem (1859-1916). Tevye spielt im ukrainischen Teil des russischen Zarenreichs und behandelt den allgegenwärtigen Antisemitismus. Der Film wurde im Spätsommer 1939 in den USA gedreht und thematisiert die existenzielle Bedrohung des jüdischen Lebens in Europa. Der Vortrag durchleuchtet den historischen Hintergrund sowie die künstlerischen Aspekte des Films und hebt dabei die enorme kulturelle Bedeutung dieses Werks hervor.
(Filmausschnitte werden mit englischen Untertiteln gezeigt.)
PD Dr. Elisa Kriza ist die Autorin der Monografie Jiddische Filme verstehen (2018). Ihr Buchkapitel „Going Where? The Trope of Migration in Yiddish Movies from 1939“ (University of Florida Press 2022) behandelt u.a. den Film Tevye. Ihr Aufsatz „Yiddish Cinema as Jewish Film Heritage“ erscheint demnächst im Buch Jüdisches Filmerbe.
Im Rahmen des Seminars „Jüdische Kultur und Erinnerung in Mittel- und Osteuropa (1920er bis 1950er Jahre)“ von Reinhild Beer und PD Dr. Nicolas Dreyer (WiSe 2026/27).
Gefördert durch den Universitätsbund.

