ISM-Lehrstuhl auf der 21. Internationalen Tagung der Wirtschaftsinformatik 2026 in Linz
Im September fand die Wirtschaftsinformatik 2026 in Linz, Österreich, statt – eine der zentralen Tagungen der deutschsprachigen Wirtschaftsinformatik-Community und ein wichtiger Treffpunkt für Forschende aus dem gesamten DACH-Raum. Unser Lehrstuhl war mit zwei Completed Research Beiträgen vertreten, präsentiert von Lukas Müller und Oliver Hohenreuther.
Strategie statt Zufall: Wie Unternehmen technologische Konvergenz aktiv gestalten
Lukas Müller präsentierte seinen Beitrag „Fostering Technological Convergence in the Digital Age: Exploratory and Exploitative Innovation“. Die Arbeit stellt eine verbreitete Annahme der bisherigen Forschung in Frage: Technologische Konvergenz – das Zusammenwachsen ehemals getrennter Technologien – wird häufig als autonomer, weitgehend zufälliger Prozess betrachtet. Auf Basis von über drei Millionen Patentdatensätzen aus den Jahren 2000 bis 2018 untersucht der Beitrag, inwiefern Innovationsstrategien von Unternehmen diesen Prozess aktiv beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl explorative als auch exploitative Innovationsstrategien in einem positiven Zusammenhang mit technologischer Konvergenz stehen – und dass digitale Technologien diese Zusammenhänge zusätzlich verstärken. Der Beitrag liefert damit einen empirisch fundierten Impuls, technologische Konvergenz nicht länger als gegeben hinzunehmen, sondern als strategisch gestaltbares Phänomen zu begreifen.
IT-Organisationen zwischen Struktur und Agilität
Oliver Hohenreuther stellte seinen Beitrag „Does Size Matter: A Structural Inertia Perspective on the Relationship between IT Organization Size and IT Process Agility“ vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und wie die Größe einer IT-Organisation die Prozessagilität im Unternehmen beeinflusst. Methodisch stützt sich die Studie auf eine umfangreiche Fragebogenerhebung, in die sowohl C-Level-Führungskräfte als auch operative IT-Mitarbeitende einbezogen wurden. Das Sample umfasst dabei ein breites Spektrum an Unternehmensgrößen – von kleinen und mittelständischen Betrieben bis hin zu Großkonzernen – und erlaubt so differenzierte Einblicke in die Wechselwirkung zwischen organisationaler Struktur und agiler Handlungsfähigkeit.
Quantum Computing, Panel-Diskussionen und ein Abend im Stadion
Neben den eigenen Präsentationen bot die Tagung ein abwechslungsreiches Programm: Besonders bemerkenswert waren Vorträge zum aktuellen Stand der Forschung im Bereich Quantum Computing sowie verschiedene Panel-Diskussionen, die den Stand der Disziplin aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Den Abschluss bildete ein Social Event der besonderen Art: Das Conference-Dinner fand im Fußballstadion des FC Blau-Weiß Linz statt – eine ungewöhnliche, aber gelungene Kulisse für anregende Gespräche und neue Vernetzungen innerhalb der Community.
Wir blicken auf eine produktive und inspirierende Tagungswoche zurück und freuen uns darauf, die begonnenen Forschungsarbeiten auf Basis der gewonnenen Impulse weiterzuentwickeln.



