Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Finanzwirtschaft

Altersvorsorge / "Riester-" Produkte

Aktuelle Studie von Prof. Dr. Andreas Oehler zur Verteilung von Bewertungsreserven bei kapitalbildenden Lebens- und privaten Rentenversicherungen.

Die Studie finden Sie hier(122.2 KB).

Abstract
An der Verteilung der Bewertungsreserven bei kapitalbildenden Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen entzündet sich ein heftiger Streit, von einer Abschaffung der Beteiligung der Kunden ist die Rede. Vordergründiger Ausgangspunkt ist die Behauptung, angesichts einer länger anhaltenden Niedrigzinsphase gefährde die Ausschüttung die „Stabilität“ der Versicherungswirtschaft und die „Gerechtigkeit“ unter den Kunden. Hinzu kommen Überlegungen zu anderen Überschüssen sowie zur Transparenz und Höhe der Vertriebskosten. Die Analyse offenbart, dass die beiden Versicherungsprodukte faktisch Anlageeigenschaften besitzen und damit nach ihrer tatsächlichen Nutzung durch die Verbraucherinnen und Verbraucher weitgehend anderen Spar- und Anlageformen gleichen. Kunden bestehender Versicherungsverträge sollten also nicht schlechter gestellt werden als solche mit Verträgen in anderen Anlageformen. Eine Beteiligung an den Bewertungsreserven und anderen Überschüssen müsste demnach höher, nicht niedriger ausfallen. Die Rettung des überkommenen Geschäftsmodells der beiden Versicherungsprodukte kann nicht Aufgabe der Kunden sein, sondern gehört zur unternehmerischen Verantwortung der Eigentümer, die im Zweifel mehr Eigenkapital bereitzustellen haben, um die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Ein angeblicher „Inter-Generationen-Ausgleich“ im Kollektiv der Versicherten ist im Prinzip der privaten Kapitaldeckung gerade nicht vorgesehen, er ist systemfremd, denn es gelten einzelvertragliche Ansprüche.

"Nur eine Frage der Perspektive? Zur Diskussion der Verteilung von Bewertungsreserven, Überschüssen, Kosten und Produktrisiken bei kapitalbildenden Lebens- und privaten Rentenversicherungen"; in: BankArchiv 62, Zeitschrift für das gesamte Bank- und Börsenwesen, 10/2014, 720-726.

Sendung: "Was einen guten Finanzberater ausmacht", Deutschlandfunk, 28.07.2014

Interview zum Thema "Rentenlücke", hr-info, 17.7.2013;
den Podcast finden Sie hier

Übergreifende Studie:
"Mehr als 50 Milliarden Euro Schäden jährlich bei Altersvorsorge und Verbraucherfinanzen.
Befunde, Handlungsempfehlungen und Lösungsmöglichkeiten"
(161.9 KB)

Publikationen

 

Oehler, A., Horn, M., 2016, Does Households’ Wealth Predict the Efficiency of their Asset Mix? Empirical Evidence; Research in Behavioral Finance Conference 2016, Amsterdam, September 15-16.

Oehler, A., Wendt, S., 2016, Alles international: Sind Index-Investments mehr als naive Diversifikation?; in: Eckert, S., Trautnitz, G. (Hrsg.), Internationales Management und die Grundlagen des globalisierten Kapitalismus, Festschrift für Prof. Dr. Johann Engelhard, forthcoming.

Oehler, A., 2016, Finanzen und Altersvorsorge; in: Kenning, P., Oehler, A., Reisch, L., Grugel, C. (Hrsg.) Verbraucherwissenschaften - Grundlagen und Cases, Springer, Wiesbaden, forthcoming.

Oehler, A., Horn, M., Wendt, S., 2016, Was taugt die Finanzberatung durch Robo-Advisors wirklich?, Der Neue Finanzberater 2016, 2, 28-29.

Oehler, A., 2016, Digitale Finanzberatung braucht standardisierte Produktinformationen, Der Neue Finanzberater 2016, 1, 15.

Oehler, A., 2016, Der technologische Wandel: Herausforderungen in der Digitalen Welt; in: Kenning, P., Oehler, A., Reisch, L., Grugel, C. (Hrsg.) Verbraucherwissenschaften - Grundlagen und Cases, Springer, Wiesbaden, forthcoming.

Oehler, A., 2016, Die Wirkung der Finanzwirtschaft auf Bürgerinnen und Bürger, Invited Talk, Marketing und Public Policy, Düsseldorf, 20. Mai 2016; Collegium Oecumenicum, Bamberg, 26. Januar 2016.

Oehler, A., 2016, Upgrade notwendig? Finanzieller Verbraucherschutz in einer digitalisierten Welt - Einführung und Überblick, Fachgespräch, Deutscher Bundestag, Fraktion Die Grünen, Berlin, 22. Februar 2016.

Oehler, A., 2016, Digitale Welt und Finanzen. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen. Veröffentlichungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, Berlin 2016.

Oehler, A., Reisch, L., 2016, Verbraucherleitbild: Differenzieren, nicht diskriminieren! Veröffentlichungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, Berlin 2016.

Oehler, A., 2016, Entwicklungspfade der Verbraucherwissenschaften; in: Kenning, P., Oehler, A., Reisch, L., Grugel, C. (Hrsg.) Verbraucherwissenschaften - Grundlagen und Cases, Springer, Wiesbaden, forthcoming.

Oehler, A., 2016, Verbraucherinformation und Verbraucherbildung; in: Kenning, P., Oehler, A., Reisch, L., Grugel, C. (Hrsg.) Verbraucherwissenschaften - Grundlagen und Cases, Springer, Wiesbaden, forthcoming.

Oehler, A., 2015, Alles digital? Innovative Geschäftsmodelle im digitalen Zahlungsverkehr und Verbraucherpolitik, Wirtschaftsdienst, Dezember 2015, 817-821.

Oehler, A., 2015, Digitale Welt und Finanzen. Zahlungsdienste und Finanzberatung unter einer Digitalen Agenda, Veröffentlichungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, Berlin 2015.

Oehler, A., 2015, Beratung digital? Chancen und Risiken der Online-Beratung, Bamberg 2015.Oehler, A., Stellpflug, J., 2015, Daseinsvorsorge in der Digitalen Welt: Der Staat für alle oder jeder für sich?, Stellungnahme der Verbraucherkommission Baden-Württemberg, Nr. 41, Stuttgart 2015.

Oehler, A., 2015, Risiko-Warnhinweise in Kurzinformationen für Finanzdienstleistungen. Eine empirische Analyse, ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft 27, 2015, 208-212.

Oehler, A., 2015, Privat vorsorgen: Wohnt jedem Anfang ein Zauber inne?, Interdisziplinärer Workshop Private Altersvorsorge, Universität Gießen / Universität Marburg, Schloss Rauischholzhausen, Invited Talk, 25./26. Juni 2015.

Oehler, A., 2015, Good consumer information: The information paradigm at its (dead) end? Invited Talk, Workshop Where is law going if it is not going behavioral?, European University Institute, EUI, Florence, Italy, January 22-23, 2015.

Oehler, A., Stellpflug, J., 2015, Daseinsvorsorge bei Verbraucherfinanzen, Stellungnahme der Verbraucherkommission Baden-Württemberg, Nr. 37, Stuttgart 2015.

Nur eine Frage der Perspektive? Zur Diskussion der Verteilung von Bewertungsreserven, Überschüssen, Kosten und Produktrisiken bei kapitalbildenden Lebens- und privaten Rentenversicherungen; in: BankArchiv 62, Zeitschrift für das gesamte Bank- und Börsenwesen, 10/2014, 720-726.

Kontrollierte Mindestanforderungen für Verbraucher-Finanzprodukte!; in: 5. Forum für Verbraucherrechtswissenschaft, 11. Bayreuther Forum für Wirtschafts- und Medienrecht, Bayreuth 2014 (forthcoming).

Überlegungen zu einem Mindeststandard für sozial-ökologische Geldanlagen (SÖG); in: JVL Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 9, 2014, 251-255.

Ein einfacher Weg zum Verbraucherschutz. Die nötige Transparenz bei Finanzprodukten wäre leicht zu erreichen: durch klare Regeln für die Produktinformation, Gastbeitrag, Frankfurter Rundschau, 28.4.2014, 10.

Testen der Tester?: Grundsätze ordnungsgemäßen Testens!, Generally Accepted Testing Principles; in: Wirtschaftsdienst, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik 94, Heft 6, 444-447.

Do Key Investor Information Documents Enhance Retail Investors’ Understanding of Fi­nancial Products? Empirical Evidence; in: Journal of Financial Regulation and Compliance 22, 2014, 115-127; zusammen mit Andreas Höfer und Stefan Wendt.

Mindeststandards sozial-ökologischer Geldanlagen. Studie zur Erarbeitung eines Anforderungskatalogs, im Auftrag der zeppelin universität - Forschungszentrum Verbraucher, Markt und Politik | CCMP und des MLR Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg, Bamberg/Stuttgart 2013.

Geeignete Finanzprodukte für Privatpersonen: Die Rolle jedes Einzelnen und des Staates?!, Vortrag, Verbrauchertag 2013: Der Finanzmarkt im Fokus, München, 16. April 2013.

Labeling & Co – Wegweiser, Irreführung oder Wettbewerbsanreiz?; in: EMF Spectrum 3, 2013, 31-34.

Neue alte Verbraucherleitbilder: Basis für die Verbraucherbildung?; in: JVL Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 8, 2013, 234-240.

Welche rechtlichen Instrumente braucht die Verbraucherpolitik?, Stellungnahme des Wis­senschaftlichen Beirats Verbraucher- und Ernährungspolitik beim BMELV, Berlin 2013; zusammen mit Tobias Brönneke.

Neue alte Verbraucherleitbilder: Basis für die Verbraucherbildung?; in: HiBiFo Haushalt in Bildung und Forschung 2013 (2), 44-60.

Was bedeutet eigentlich „Nachhaltigkeit“? Kann ich solche Produkte erkennen und überprüfen?, Vortrag, Verbrauchertag 2013: Der Finanzmarkt im Fokus, München, 16. April 2013.

Verbraucherbildung für Erwachsene: Expertise finden, ohne Experte werden zu müssen?!, Festvortrag, Projektmesse und Netzwerktagung Ökonomische Verbraucherbildung – ein Leben lang, München, 6. März 2013.

Bei Abschluss: Verlust? Das Ende vom Anfang einer Vorsorge: Milliardenschäden durch fehlgeleitete Abschlüsse von Kapitallebens- und Rentenversicherungen; in: VuR Verbraucher und Recht 27, 2012, Heft 11, 429-433.

Verbraucher (finanz) bildung in Schulen: Expertise finden, ohne Experte werden zu müssen?!, Vortrag, Hessisches Netzwerk Finanzkompetenz, Wiesbaden, 14. Februar 2013. 

Klar, einfach, verständlich und vergleichbar: Chancen für eine standardisierte Produktinformation für alle Finanzdienstleistungen. Eine empirische Analyse, Bamberg 2012; Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft 24, 2012, Heft 2, 119-133

Die Verbraucherwirklichkeit: Mehr als 50 Milliarden Euro Schäden jährlich bei Altersvorsorge und Verbraucherfinanzen. Befunde, Handlungsempfehlungen und Lösungsmöglichkeiten, Gutachten im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90 Die Grünen, Berlin/Bamberg, Dezember 2012.

Zur Misere fehlgeleiteter Abschlüsse von Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen durch Verbraucher: Problemlage und Lösungsvorschläge, Hintergrundpapier vom 06.11.2012, Verbraucherkommission Baden-Württemberg, Stuttgart.

Anbieter- und verbrauchergerechte Beratung und Information, Mehr Anlegerschutz durch standardisierte Beratungsprotokolle und Produktinformationsblätter, Studie im Auftrag des MLR Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg, des SparkassenVerband Baden-Württemberg, des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V., Bamberg/Stuttgart 2012.

Studie zum Finanzwissen junger Erwachsener „Ohne Moos nix los – Wie junge Menschen über Geld und Finanzen denken“ / "Typen für die Sendung", WDR, Köln 2011/12 (Vortrag, wiss. Begleitung, Gutachten).

Behavioral Economics und Verbraucherpolitik: Grundsätzliche Überlegungen und Praxisbeispiele aus dem Bereich Verbraucherfinanzen, BankArchiv 59, 2011, Heft 10, 707-727.

Überlegungen zur Evaluation der Bildungskampagne „Altersvorsorge macht Schule“; Schule“; in: Deutsche Rentenversicherung 66, 2011, Heft 1, 32-58; zusammen mit Daniela Wilhelm-Oehler.

Der vertrauende, der verletzliche oder der verantwortungsvolle Verbraucher? Plädoyer für eine differenzierte Strategie in der Verbraucherpolitik, Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats Verbraucher- und Ernährungspolitik beim BMELV, Berlin 2010; zusammen mit Hans-W. Micklitz et al.

Alles „Riester“? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis, Gutachten im Auftrag des vzbv, Bamberg/Berlin 2009.

Zur Qualität der Finanzberatung von Privatanlegern: Probleme des Beratungsprozesses und Lösungsansätze, Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats für Verbraucher- und Ernährungspolitik beim BMELV, November 2009; zusammen mit Daniel Kohlert und Helmut Jungermann.

Schufa & Co: Wissen Verbraucher, wie mit ihren Daten „gearbeitet“ wird?; Stellungnahme, Bamberg 2009.

Finanzkrise und Verbraucherschutz. Stellungnahme zur Anhörung im Landtag NRW am 26. März 2009 zum Thema „Finanzkrise“ (Drucksache 14/7959), Bamberg.

Saving for Retirement – a Case for Financial Education in Germany and UK? An Economic Perspective; in Journal of Consumer Policy 31, 2008, 253-283; zusammen mit Christina Werner.

Portfolio Selection of German Investors: On the Causes of Home-Biased Investment Decisions; in: Journal of Behavioral Finance 9, 2008, 149-162; zusammen mit Marco Rummer und Stefan Wendt.

Behavioral Economics – eine neue Grundlage für die Verbraucherpolitik?, Studie im Auftrag des vzbv, Berlin 2008; zusammen mit Lucia Reisch.

Herdenverhalten in der Fonds-Industrie?; in: Oehler, A. / Terstege, U. (Hrsg.), Finanzierung, Investition und Entscheidung. Einzelwirtschaftliche  Analysen zur Bank- und Finanzwirtschaft, Festschrift für Michael Bitz, Springer Wien/NewYork und BankVerlag Wien, 2008, 64-83; zusammen mit Stefan Wendt.

Bleibst du noch oder gehst du schon?: Zur Wechselbereitschaft zufriedener Bankkunden; in: Brost, H. / Neske, R. / Wrabetz, W. (Hrsg.), Vertriebssteuerung in der Finanzdienstleistungsindustrie, Frankfurt School Verlag GmbH, Frankfurt 2008, 287-312; zusammen mit Daniela Wilhelm-Oehler.

Guter Rat macht hilflos: Zur Qualität der Anlageberatung in Deutschland; in: Brost, H. / Neske, R. / Wrabetz, W. (Hrsg.), Vertriebssteuerung in der Finanzdienstleistungsindustrie, Frankfurt School Verlag GmbH, Frankfurt 2008, 63-102; zusammen mit Daniel Kohlert.

Consumer Policy in the Digital World, Scientific Advisory Board for Consumer, Food, and Nutrition Policies to the Federal Ministry of Consumer Protection, Food, and Agriculture, Germany, Berlin 2007; zusammen mit H.-W. Micklitz.

Im Spiegel der Medien (Auswahl, nur zu privaten Zwecken):

ZDF heute journal vom 27.12.2012

ARD tagesschau vom 27.12.2012

WDR 5 vom 28.12.2012

Süddeutsche Zeitung vom 28.12.2012

Süddeutsche Zeitung vom 27.12.2012

Frankfurter Rundschau vom 26.12.2012

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.12.2012

A. Kleinlein, Handelsblatt vom 03.01.2013

J. Reiter, graumarktinfo.de vom 11.01.2013

Handelsblatt vom 27.12.2012

Kölner Stadtanzeiger vom 27.12.2012

Rheinische Post vom 27.12.2012

"Bei Abschluss: Verlust?"
Aktuelle Studie zu Milliardenschäden durch fehlgeleitete Vertragsabschlüsse von Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen

Die Unterlagen finden Sie hier(51.4 KB) und hier(587.0 KB).

Die Schadensschätzung nach Szenario (1) ergibt einen Gesamtschaden für die VerbraucherInnen von mehr als 160 Milliarden Euro in der abgelaufenen Dekade 2001 bis 2010. Die Schadensschätzung zeigt eindrücklich, dass es für die meisten Kunden ausgesprochen verlustreich wird, einen Lebensversicherungsvertrag oder Rentenversicherungsvertrag überhaupt erst abzuschließen, weil die hohe Inflexibilität zu vielen Lebenslagen nicht passt. Zudem wird hier auch evident, dass vielen Kunden wohl vor Vertragsschluss in der Beratung oder online keine Schadenschätzungen vorgelegen haben können, weil sonst angesichts dieses Ausmaßes kaum so viele Verträge geschlossen worden wären.

Bereits mit dem Abschluss des Vertrages ist bei Kündigungsquoten von 55% bis 75% damit also ein Verlust regelrecht absehbar, da die Abschluss- und Vertriebskosten samt Provisionen den sofortigen Aufbau eines Sparanteils behindern und den in der Werbung gerne hervorgehobenen Zinseszinseffekt deutlich verzögern.

Aktuelle Studie zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu „Riester“-Produkten

Ausgewählte Ergebnisse Download"Altersvorsorge in Deutschland: Mängel mit System?"(66.5 KB)

Das Gutachten finden Sie hier(6.0 MB) (6 MB).

Stellungnahme zur Antwort der Bundesregierung (BMAS) zur Renten-"Riester"-Studie: Downloadhier(26.7 KB)

Im Spiegel der Medien (nur zu privaten Zwecken):

"Private Altersvorsorge: Kompetente Berater dringend gesucht", Interview, SZ Süddeutsche Zeitung, 17.4.2014

"Problem Generationenvertrag?", Interview, Radio Galaxy, 7.2.2013

"Ohne Moos nix los - wie denken junge Menschen über Geld und Finanzen?", Wissenschaftliche Begleitung einer Studie des WDR zum Finanzwissen junger Erwachsener im Vergleich zur Gesamtbevölkerung:

WDR 5: http://www.wdr5.de/sendungen/profit/studiefinanzwissen100.html

Interview zum "Ende des Booms" bei "Riester"-Produkten, WDR 5, 17.7.2013

Interview zum Thema Transparenz bei "Riester" und Umbau / Kapitaldeckung im Rentensystem, hr-info, 26.9.2012

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Riester-Update.  Was Sparer jetzt tun sollten"
Interview vom 20.6.2011 zu "Riester"-Produkten

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Lebensstandard im Alter. Vorsicht vor Versorgungslücken"
Interview vom 25.1.2010 zu "Riester"-Produkten

"So nicht! Antwort an die Bundesregierung"
Interview Frankfurter Rundschau, 2.1.2010

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Riester unter Feuer. Neue Berechnungen sorgen Riester-Sparer"
Interview vom 7.12.2009 zu "Riester"-Produkten

Deutschlandradio Kultur:
"Ratlos in der Rentenlücke"
Interview vom 7.12.2009 zur Altersvorsorge und Rentenlücke

"Reformen für Riester"
Ihre-Vorsorge.de, 7.12.2009

"Die Riester-Lotterie"
ZEIT-online, 8.12.2009

"Politik will schärfer über Riester-Kosten wachen"
WELT-online, 8.12.2009

"Die Riester-Lotterie"
Der Tagesspiegel, online, 8.12.2009

"Riester-Rente"
Handelsblatt, online, 7.12.2009

"Riester-Rente oft zu teuer und intransparent"
FOCUS-MONEY-online, 7.12.2009

"Untersuchung: Riester-Produkte intransparent und mangelhaft"
Cash-online, 7.12.2009

"Riester-Verträge oft zu teuer"
SÜDWEST PRESSE, online, 8.12.200

"Herbe Kritik an fehlender Kostentransparenz"
VersicherungsJournal, online, 8.12.2009

"Mangelhafte Riester-Rente"
WirtschaftsWoche, online, 7.12.2009

Zur Ausgangslage

Die Welt der Altersvorsorge und der Finanzdienstleistungen im 21. Jahrhundert ist aus Sicht der Verbrau­cher mindestens durch zwei wesentliche Charakteristika geprägt.

  • Zum einen wachsen Bedürfnisse und Bedarf nach wirtschaftlicher und insbeson­dere finanziel­ler Vorsorge nicht nur stetig, sondern sprunghaft, nachdem unter anderem durch Ageing-Pro­zesse der Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschafts­systeme die Selbstverantwortlichkeit mehr und mehr schon für die bloße Existenzsi­cherung und umso mehr für das darüber hinausge­hende Wohlergehen unerlässlich wird.
  • Zum anderen wird die Palette der Dienstleistungen und Produkte einschließlich di­ver­ser staatli­cher Fördermaßnahmen permanent größer und tiefer, so dass die mit die­sem Kreativitätspo­tential verbundenen Informationswahrnehmungs-, Informati­ons­verarbeitungs- und Entschei­dungsprozesse immer komplexer und folgenreicher wer­den.

Zum erstgenannten Brennpunkt:

  • Die so genannte Finanzkrise, die eigentlich eine Systemkrise verkörpert, und die nachfol­gende Wirtschaftskrise dominieren aktuell die politische und ökonomische Diskussion. Kurz­fristige Handlungsnotwendigkeiten stehen außer Zweifel. Die mittel- und langfristigen Heraus­forderungen aber, insbesondere solche durch den demographischen Wandel und die Alterung der Bevölkerung, sind damit nicht verschwunden, im Gegenteil, der kurzfristige Handlungsbe­darf verschärft die langfristigen Probleme zusätzlich.
  • Bedeutsam sind des Weiteren auch die seit vielen Jahren zu beobachtenden strukturellen Änderungen der Erwerbstätigkeit: nicht oder nur eingeschränkt sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige, Teilzeitbeschäftigung, Niedriglohnsektor, geringfügig Beschäftigte. Grundsätz­lich besteht das Erfordernis, sowohl von der Finanzierungs- als auch von der Leistungsseite her die Interdependenzen der Sozialversicherungssysteme zu berücksichtigen und in einer systemübergreifenden Sichtweise zu behandeln.
  • Zurückliegende Reformschritte in der gesetzlichen Rentenversicherung senken das Versor­gungsniveau, das künftige Rentnergenerationen erwarten dürfen. Mit Blick auf das reduzierte Sicherungsniveau fordert der Staat daher seine Bürger auf, zusätzlich privat vorzusorgen. Hierzu werden verschiedene Anreize gesetzt, insbesondere seit 2002 durch die sogenannte „Riester“-Förderung. Bei allen Vorhaben bleibt die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversi­cherung das wesentliche Standbein der zukünftigen Altersvorsorge. Mit dem Paradigmenwech­sel zur expliziten staatlichen Förderung der privaten kapitalgedeckten Vorsorge sollen Bürger aber im Prinzip, trotz staatlicher Subventionen, auf eigene Kosten und freiwillig zusätzlich dafür sorgen, dass die Absenkung des Versorgungsniveaus individuell erträglich bleibt.

Zum zweitgenannten Brennpunkt:

  • Gleichzeitig lässt sich durch verschiedene empirische Untersuchungen regelmäßig be­obach­ten, dass die Praxis im Bereich Finanzdienstleistungen und Vorsorge diesen Herausforderun­gen kaum gerecht wird. Die Problematik der empirisch regelmäßig belegten Beratungsmängel und ihrer mo­netären Fol­gen, insbesondere im Kontext langfristig bedeutsamer Altersvorsor­ge­ent­scheidungen, wird we­sentlich dadurch verstärkt, dass gerade die Verbrau­cher, die einer qualifizierten und interessenge­rechten Unterstützung am meisten bedürften, am schlechtesten beraten werden. So zeigte sich in einer aktuellen Stu­die zur Qualität der Anlageberatung von Banken und Sparkassen im Retail-Bereich, dass das Vorwissen eines Verbrauchers in finan­ziellen Angelegenheiten die Quali­tät der erhaltenen Bera­tung wesentlich beeinflusst. Kun­den mit hö­herem Finanzwissen werden nicht nur besser be­raten, ihnen wird auch eine längere Be­ratung zu teil und eine höhere Anzahl an Anlageprodukten vorgestellt und empfohlen. Auch auf die Altersvorsorgeproblematik wird bei ihnen häufiger eingegangen (vgl. Oehler/Kohlert 2008, Oehler/Kohlert 2009, Kohlert 2009, Kohlert/Oehler 2009).
  • Hinzu kommen Ergebnisse aus der Forschung zu Behavioral-Finance-Phänomenen, dass Entscheider, die sich – sei es aus Komplexitätsgründen und/oder man­gelnder Kompetenz – ei­ner Sache nicht gewachsen fühlen, bei Altersvorsorgeent­scheidungen nicht unüblich, eher zu einem Meidungsverhalten verbunden mit einer oberflächliche­ren und verminderten Informati­onsauf­nahme tendieren, da sie Sach­verhalte, die sie nicht kennen, nicht verstehen und abseh­bar trotz erheblichen An­strengungen nicht verstehen werden, als unangenehm empfinden.