Barish Karademir, Regisseur und Choreograph, Lehrbeauftragter 2022 am Institut für Romanistik. Bildquelle: Staatstheater Darmstadt.

Szenische Gestaltung und Theaterpädagogik für Romanist/innen

Bitte vormerken: Für 2022 ist ein Kurs für szenische Gestaltung und theaterpädagogische Arbeit mit Dramentexten vorgesehen.

Das erste Staatsexamen für Romanist/innen sieht mit Recht ja auch Theaterstücke als Prüfungstexte vor, denn z.B. der Fremdsprachenunterricht kann mit Schultheater bzw. mit szenischer Erarbeitung der Stücke sowohl den Spracherwerb verbessern, Schüler/innen ganz körperorientiert motivieren, als auch Lust auf Literaturgeschichte machen. Aus ähnlichem Grund gibt es an der Universität Bamberg vielfältige Theatergruppen, gegenwärtig etwa PieZas - Spanisches Theater, eine französische Theatergruppe fehlt allerdings bspw. im Moment.

Deshalb ist für 2022 ein sprachübergreifender Kurs Einführung in die Grundlagen der szenischen Gestaltung: Theaterpädagogik für Romanist*innen geplant, in dem ganz praktisch erarbeitet wird, wie man sich selbst über szenische Gestaltung Dramentexte erschließen kann, aber bspw. auch Student/innentheater und Schultheater organisieren und durchführen kann, von der Stückfindung über Konzeption zur Probenarbeit und Aufführung. 

Für den Lehrauftrag konnte Barish Karademir gewonnen werden, der Ballett studierte und in Erlangen Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach Assistenzen u.a. am Maxim Gorki Theater Berlin und am Théâtre des Bouffes du Nord in Paris folgten Engagements als Regisseur und Choreograf u.a. am Theater Dortmund, Tafelhalle Nürnberg, Gostner Hoftheater, Stadttheater Fürth. Seine Nürnberger "Medea"-Interpretation wurde von der Süddeutschen Zeitung als beeindruckende Verbindung von Schauspiel, tänzerischen und musikalischen Elementen gelobt. Mit seinen Inszenierungen "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" und "Jagdszenen aus Niederbayern" wurde er jeweils zu den Bayerischen Theatertagen eingeladen. Mit der deutschen Erstaufführung des Stücks "Je suis Fassbinder" im Herbst 2016 von Falk Richter begeisterte er Presse und Publikum. Weitere spartenübergreifenden Inszenierungen wie "Zersplittert" von Alexandra Badea oder "Im Herzen der Gewalt" von Édouard Louis folgten. In der Spielzeit 19/20 inszeniert Barish Karademir "Ich schaue dich an (Je te regarde)" von Alexandra Badea als filmisches Theaterprojekt mit Schauspieler*innen und Tänzer*innen am Staatstheater Darmstadt. Karademir gewann zudem kürzlich den "Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft - Förderpreis Theater" für seine herausragende Arbeit als Regisseur. (Textübernahme vom Staatstheater Darmstadt)

Wenn der Kurs auf Interesse bei den Teilnehmer/innen stößt, soll dieser schöne Aspekt des Romanistikstudiums künftig regelmäßiger angeboten werden bzw. eine französische Theatergruppe wieder aufgebaut werden. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Professor Nonnenmacher.